Private Krankenversicherung

HUK-Coburg fordert neue Kalkulation des PKV-Systems

HUK-Coburg fordert neue Kalkulation des PKV-Systems

07.12.2010

Die private Krankenversicherung (PKV) hat derzeit keinen besonders guten Ruf. Stetig steigende Behandlungskosten und niedrige Zinsen ziehen Prämienerhöhungen nach sich. Hinzu kommt, dass im Alter die Beiträge für Privatversicherte ohnehin ansteigen. Nun fordert die HUK-Coburg eine grundlegende Veränderung im System der „Privaten“.

Zentraler Kritikpunkt der HUK-Coburg ist die aktuelle Methode, mit der Versicherungsgesellschaften die Altersrückstellungen ihrer Kunden berechnen. Die HUK macht sich dafür stark, dass von vorn herein medizinisch bedingte Kostensteigerungen in die Rückstellungen fürs Alter und damit in die Tarife eingerechnet werden.

 

Durch die Änderung des PKV-Systems würde sich laut Hans Olav Heroy, HUK-Coburg-Vorstand, die finanzielle Belastung der Versicherten im Alter langfristig senken, auch wenn kurzfristig höhere Beiträge erforderlich wären.

 

 

"Die PKV hat das Problem, dass die Alterungsrückstellungen anhand der Gesundheitsausgaben kalkuliert werden, die wir heute kennen", sagt Heroy. "Die medizinische Inflation ist dabei nicht berücksichtigt." Die Branche spricht von medizinischer Inflation, wenn innovative Behandlungsmethoden oder neue Medikamente höhere Ausgaben bedingen. Um die gestiegenen Kosten zu tragen, reagiert der Krankenversicherer mit einer Beitragserhöhung. Sie dient aber in erster Linie der Refinanzierung der medizinischen Inflation und nicht der Mehrung der Altersrückstellungen. Zum Ausgleich dieser Vorsorgelücke muss der Kunde dann noch höhere Beiträge zahlen. Gerade die Beiträge von älteren Privatversicherten steigen im Vergleich zu jüngeren, deren Bedarf an Gesundheitsleistungen erst mit zunehmendem Lebensalter steigt, verhältnismäßig stark an.

 

Konkret fordern Anbieter der HUK-Coburg, dass die Krankenversicherer ihre Kalkulationen so umstellen, dass eine Beitragsanpassung die insgesamt entstandene Lücke der Alterungsrückstellungen aller Versicherten mit einem entsprechenden Zuschlag deckt. In der Einführungsphase müssten jüngere Krankenversicherte den Aufpreis wohl etwas länger zahlen als ältere. "Die Alternative wäre, die älteren Kunden die Lücke allein zahlen zu lassen," so Heroy.

 

Heroy plädiert dafür, dass die ganze Branche die medizinische Inflation frühzeitig und realistisch kalkuliert und damit seiner Empfehlung folgt. Das neue Modell würde für Kunden der HUK-Coburg Beitragserhöhungen bis zu drei Prozent bedeuteten. Bei anderen Versicherern könnten die Anpassungen höher ausfallen, wenn sie geringere Kapitalreserven besitzen.

 

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