Strom

Transparenz für Heizstrompreise

Mehr Transparenz für Heizstrompreise
Kunden erhalten Geld zurück

08.10.2010

Vier Prozent der Haushalte in Deutschland setzen auf Heizstrom für ihre Wärmeversorgung. Hundertausende Verbraucher dürfen sich jetzt auf ihre nächste Stromrechnung freuen: Insgesamt 13 Anbieter kommen ihren Kunden mit einer Rückzahlung von insgesamt 27,2 Millionen Euro entgegen, so die Angaben des Bundeskartellamts.

Vor allem Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen laufen heute mit Heizstrom. Beide tragen zu einer Senkung der Heizkosten bei: Die Nachtspeicherheizung durch Speicherung von Wärme aus dem günstigeren Nachtstrom, die Wärmepumpe durch Nutzung von regenerativer Umweltwärme. Doch trotz dieser Anlagen sind die Heizkosten oft nicht so günstig, wie sie eigentlich sein könnten.

 

 

Der geschlossene Heizstrommarkt


Im Gegensatz zum gewöhnlichen Haushaltsstrom gibt es auf dem Heizstrommarkt kaum Möglichkeiten, den Anbieter zu wechseln – eine Vielzahl an Zugangsbeschränkungen macht es vielen Konkurrenzunternehmen praktisch unmöglich, sich auf dem Energiemarkt zu etablieren. So kommt es, dass die meisten Anbieter von Heizstrom in ihren Versorgungsgebieten eine Quasi-Monopolstellung genießen. Doch damit soll nun Schluss sein: Das Bundeskartellamt forderte die Energieunternehmen unlängst zu einer Offenlegung ihrer Kalkulationen auf. Durch die erhöhte Transparenz sollen Konkurrenten die Chancen ihrer Produkte besser abschätzen können – und der Markt somit geöffnet werden.

Stromkosten verheizt

 

Schon in den Jahren 2007 bis 2009 hatte das Kartellamt 18 Heizstromversorger und sieben günstigere Vergleichsunternehmen hinsichtlich ihrer Erlös- und Kostensituation genauer unter die Lupe genommen. Mehr als 70 Prozent des gelieferten Heizstroms konnte dabei erfasst werden – das Ergebnis: Mehrere Unternehmen hatten ihre Alleinstellung ausgenutzt und überteuerte Preise berechnet. In der Folge wurde gegen einige Versorger vor etwa einem Jahr ein Verfahren wegen Missbrauchs eingeleitet.

 

 

Jetzt wird eingeheizt

 

Etliche Kunden dürfen sich auf Post von ihrem Heizstromlieferanten freuen – das Verfahren wurde zwar mittlerweile ohne Bußgeldverhängung eingestellt, jedoch nur weil die Stromanbieter ihr Entgegenkommen ankündigten: Rund 530.000 der knapp zwei Millionen Heizstromkunden sollen nun Kompensationsleistungen in einem Umfang von insgesamt 27,2 Millionen Euro erhalten. Die Rückzahlungen sollen sich bereits in der nächsten Stromrechnung wiederspiegeln oder über Gutschriften erfolgen. Darüber hinaus kündigten einige Tochtergesellschaften von E.On und RWE eine Verschiebung weiterer Preiserhöhungen an.

 

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