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Gas Ratgeber: Preisentwicklung, Verbrauch, Kosten sparen

Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 26.08.2016

In etwa der Hälfte aller deutschen Haushalte wird mit Erdgas geheizt, außerdem kann der fossile Brennstoff zur Stromerzeugung, zum Kochen und als Kraftstoff genutzt werden. Doch ist Gas als Energiequelle für Sie persönlich sinnvoll? Und wie können Sie es am cleversten nutzen? Hier erfahren Sie, was Erdgas ausmacht, wie sie mit ihm die Umwelt schonen können und lernen ein paar Tricks, wie Sie ganz einfach Gaskosten sparen.

Erdgas im Überblick

Erdgas, das vorrangig aus Methan besteht, wird in vielen Teilen der Welt gefördert und tritt häufig zusammen mit Erdöl auf. Auch in Deutschland gibt es Erdgasvorkommen. Diese sind allerdings zum Teil schwer erreichbar und in ihrer Gesamtheit nicht ausreichend, um den deutschen Bedarf zu decken. Aus diesem Grund ist die Bundesrepublik von Importen abhängig, die Gaspreisentwicklung wird nicht zuletzt im Ausland bestimmt.

Als Verbraucher sind Sie an das lokale Versorgungsnetzwerk angeschlossen. Die Belieferung ist für Privathaushalte dank großer Erdgasspeicher jederzeit sichergestellt, etwaige Engpässe würden zunächst die industriellen Kunden treffen. Sofern Sie nie aktiv den Anbieter gewechselt haben, beziehen Sie Ihr Erdgas von Ihrem Grundversorger, meist den Stadtwerken.

Seit der Öffnung des Marktes steht es Ihnen aber frei, den Anbieter zu wechseln. Da zwischen den Erdgaspreisen der verfügbaren Tarife oft große Spannen liegen, kann sich dieser Schritt deutlich auf Ihrer Gasrechnung bemerkbar machen. Bei einem Umzug lohnt es sich, frühzeitig nach einem günstigen Anbieter Ausschau zu halten und diesen zu beauftragen. Andernfalls werden Sie zunächst von Ihrem neuen Grundversorger beliefert. Dieser hat nur selten die günstigsten Erdgaspreise, dafür ist jedoch die Kündigung kurzfristig möglich.

Was ist Flüssiggas?

Erdgas gibt es schließlich auch in flüssiger Form. Dieses Flüssigerdgas – oder verkürzt Flüssiggas – entsteht durch starke Abkühlung und hat hauptsächlich zwei Funktionen: Zunächst einmal muss Flüssiggas nicht über Rohre vom Förderungs- zum Verbrauchsort transportiert, sondern kann mit entsprechenden Tankern verschifft werden. Dies ist zwar ein aufwändigeres Verfahren, bedeutet aber eine teilweise wirtschaftliche Unabhängigkeit von den Ländern, durch welche die Pipelines führen. So besteht auch ein gewisser Einfluss von Flüssiggas auf die Preisentwicklung von Erdgas.

Weiterhin dient Flüssiggas als Treibstoff für moderne Kraftfahrzeuge. Zum einen gilt das sogenannte Autogas als umweltfreundlicher, zum anderen liegen die Flüssiggas-Preise auch deutlich unter denen von Diesel und Benzin. Den aktuellen Flüssiggas-Preis in Ihrer Region können Sie über den Bund der Energieverbraucher abfragen. Wenn Sie die Wirtschaftlichkeit eines Gas-betriebenen Autos errechnen möchten, sollten Sie jedoch nicht nur die Flüssiggaspreise betrachten, sondern auch die Anschaffungskosten sowie das entsprechende Tankstellennetz.

Die Vor- und Nachteile von Erdgas

Für Verbraucher ist Erdgas nur eine von mehreren Energiequellen, die sie nutzen können. Wenn Sie unsicher sind, ob es für Sie die richtige Wahl ist, hilft Ihnen dieser Überblick, Vor- und Nachteile gegenüberzustellen:

Vorteile Erdgas:

  • Wenig schädliche Abgase bei der Verbrennung
  • Niedrigster CO2-Ausstoß im Vergleich zu allen anderen fossilen Brennstoffe
  • Erdgaskraftwerke haben einen hohen Wirkungsgrad
  • Viele nicht-konventionelle Ressourcen
  • Gas-Heizung wenig aufwändig in Installation und Betrieb
  • Elektrischer Durchlauferhitzer und Boiler können durch Gas-Heizung ersetzt werden

Nachteile Erdgas:

  • Konventionelle Reserven sind endlich und bereits zu einem Drittel aufgebraucht
  • Die zunehmende Schwierigkeit, die verblieben Vorkommen zu fördern, dürfte zu einer ungünstigen Gaspreisentwicklung führen
  • Große Importabhängigkeit für deutsche Verbraucher
  • In die Atmosphäre gelangtes Methan wirkt als Treibhausgas 25-mal so stark wie CO2
  • Birgt trotz aller Sicherheitsvorkehrungen eine gewisse Explosionsgefahr

Besonders umweltfreundlich: Biogas

Neben dem konventionellen Erdgas, das sich über Millionen von Jahren unterirdisch gebildet hat, setzt sich zunehmend auch Biogas durch. Dieses wird aus Abfällen der Land- und Forstwirtschaft gewonnen und kann dank einer entsprechenden Aufbereitung wie Erdgas genutzt werden. Doch auch Gas aus Biomasse hat neben vielen Vor-, auch ein paar Nachteile:

Vorteile Biogas:

  • Reserven sind unendlich
  • Gute Speichermöglichkeiten
  • Keine aufwändige Förderung
  • Abhängigkeit vom Ausland und lange Transportwege entfallen
  • Verwertung von zuvor ungenutzten Abfallprodukten

Nachteile Biogas:

  • Konzentration der Landwirte auf energetisch gut verwertbare Pflanzen könnte zu Monokulturen und Nahrungsknappheit führen
  • Geruchsbelästigung in der Nähe von Biogasanlagen
  • Insbesondere große Mastbetriebe, die ansonsten nicht umweltfreundlich wirtschaften, profitieren von einem großen Nebenverdienst

Clever vergleichen und der Gaspreiserhöhung trotzen

Auf die allgemeine Gaspreisentwicklung können Sie zwar keinen Einfluss nehmen, aber Sie können sich den Wettbewerb unter den Anbietern zunutze machen. Wenn Sie Gaskosten sparen möchten, lohnt sich als erster Schritt ein Vergleich der Erdgaspreise in Ihrer Region. Falls Sie noch bei Ihrem Grundversorger sind, ist ein Anbieterwechsel sehr kurzfristig möglich, andernfalls kann Ihre Wartezeit zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten liegen – hierzu sollten Sie Ihren Vertrag prüfen. Außerhalb der Laufzeit steht Ihnen im Fall einer Gaspreiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht zu. Beachten Sie aber, dass die Frist nach einer Gaspreiserhöhung sehr kurz ist und meist zwischen zwei bis vier Wochen liegt.

Um festzustellen, ob Ihr bisheriger Erdgaspreis zu hoch ist, können Sie mit einem entsprechenden Rechner einen Gas-Anbieter-Vergleich durchführen. Dabei müssen Sie einige wenige Angaben machen, die alle Einfluss auf den Erdgaspreis haben:

  • Jährlicher Gasverbrauch
  • Wohnort
  • Leistung
  • Gewünschte Laufzeit des Vertrages
  • Vereinbarung von Preisgarantie oder -fixierung
  • Kundentyp (privat/gewerblich)

Darüber hinaus gibt es weitere Wege, den Erdgaspreis zu senken – allerdings sind sie nicht ohne Tücken:

  • Vorauskasse: Wenn Sie vorab bezahlen, können Sie Gaskosten sparen, doch im schlimmsten Fall ist Ihr Geld bei einer Insolvenz des Anbieters verloren.
  • Kaution: Hier hinterlegen Sie eine geringere Summe, die später verrechnet oder zurückgezahlt wird – die Gefahr ist jedoch eine ähnliche wie bei Vorauskasse.
  • Einmaliger Bonus: Auch ein einmaliger Bonus wirkt sich positiv auf die Gasrechnung aus – bedenken sie aber, dass er oft an Bedingungen geknüpft ist und die Gaskosten für den zweiten Abrechnungszeitraum steigen. Vergleichen Sie dann erneut.

Weiterhin können Sie die Auswahl auch auf Biogas und Klimatarife beschränken, die in Ihrer Region verfügbar sind. Biogas besteht zumindest anteilig aus Gas, welches aus Biomasse gewonnen wurde. Bei Klimatarifen fördert der Anbieter Umweltprojekte zum Ausgleich für die CO2-Menge, die bei Förderung, Transport und Verbrennung von Erdgas entsteht.

Durchschnittlicher Gasverbrauch in Einfamilienhaus, Singlewohnung & Co

Neben einem Anbieterwechsel haben Sie natürlich eine zweite Möglichkeit, einer Gaspreiserhöhung entgegenzutreten: Sie können Ihren Gasverbrauch senken und Gas sparen. Um Ihr Einsparpotenzial zu kennen, sollten Sie sich jedoch erst einmal einen Überblick über den durchschnittlichen Verbrauch verschaffen. Dabei gilt es, nach verschiedenen Nutzertypen zu unterscheiden, denn natürlich kommt auf eine Zwei-Zimmer-Wohnung ein anderer Gasverbrauch als auf ein Einfamilienhaus.

Gasverbrauch nach Haushaltsgröße

1-Personenhaushalt (50m²)2-Personenhaushalt (75m²)3/4-Personenhaushalt (100m²)ReihenhausEinfamilienhaus
4.000 - 5.000 kWh 7.000 - 8.000 kWh 12.000 - 14.000 20.000 - 22.000 kWh 30.000 - 35.000 kWh

Gas sparen: So senken Sie die Energiekosten

Neben der Wohnfläche und Personenzahl sind es vor allem die persönlichen Heizgewohnheiten, die den Gasverbrauch bestimmen. Sollte Ihr Haushalt etwa beim Durchschnittswert oder darüber liegen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie mit einigen der folgenden Tipps Gas sparen und Ihre Gaskosten senken können:

  1. Heiztemperatur richtig einstellen: Unterschiedliche Räume erfordern eine unterschiedliche Temperatur, jedes Grad mehr, auf das Sie verzichten, spart etwa 6 Prozent Heizenergie. Ideal sind programmierbare Thermostate, mit denen Sie die Zeiten Ihrer An- und Abwesenheit berücksichtigen können.
  2. Konstant heizen: Sie sparen Gas, indem Sie die Raumtemperatur weitgehend beständig halten und nicht allzu häufig absenken oder erhöhen.
  3. Richtig lüften: Mit Durchzug erreichen Sie im Winter einen Luftaustausch, ohne dass die Möbel und Innenwände auskühlen, wie es bei dauerhaft gekippten Fenstern leicht der Fall ist. Auch so können Sie die Heizkosten senken.
  4. Keine undichten Stellen: Ihr Gasverbrauch steigt, wenn undichte Fenster und Türen kalte Luft hereinlassen. Prüfen Sie diese Stellen daher gelegentlich.
  5. Heizgutachten einholen: Ein unabhängiges Heizgutachten gibt Ihnen Auskunft darüber, ob sich Ihre Heizkosten und Heiznebenkosten in einem normalen Rahmen bewegen. Unter Umständen können Sie Ihren Vermieter mit seiner Hilfe zu Modernisierungen veranlassen.
  6. Wärmestau vermeiden: Möbel und Gardinen, aber auch Kleidung, die auf dem Heizkörper trocknen soll, können verhindern, dass die warme Luft ungehindert zirkuliert. Sorgen Sie für Abstand und senken Sie so Ihren Gasverbrauch.
  7. Heizkörper entlüften: Ein Heizkörper, der neben Wasser auch Luft enthält, bringt nicht die optimale Leistung. Entlüften Sie ihn daher regelmäßig.
  8. Wände isolieren: Insbesondere eine Isolation der Wände direkt hinter den Heizkörpern sorgt dafür, dass Sie Heizkosten sparen.
  9. Heizung prüfen lassen: Mit einer defekten Heizung können Sie nur schwierig Gas sparen, lassen Sie sie daher regelmäßig von einem Fachmann auf Rußablagerungen und die optimale Einstellung des Brenners überprüfen.
  10. Warmwasserbereitung nicht vergessen: Sofern Sie Ihr Wasser nicht elektrisch erhitzen, macht sich auch die Warmwasserbereitung auf der Gasrechnung bemerkbar. Hier können Sie Gas sparen, wenn Sie Ihren Warmwasserverbrauch senken, indem Sie häufiger duschen statt zu baden und warmes Wasser nicht unnötig laufen lassen.

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