Zum Jahreswechsel werden bei vielen Energieversorgern die Gaspreise steigen: Laut Verivox kündigen 73 Anbieter zum Januar 2011 eine durchschnittliche Preissteigerungen von sieben Prozent an. Ein Privathaushalt, der jährlich etwa 20.000 kWh verbraucht, muss sich damit auf eine finanzielle Mehrbelastung von rund 88 Euro einstellen.
Niedrigere Tarife bei 26 Gasanbietern
Doch fast genauso weit, wie die einen erhöhen, geht es bei anderen mit den Preisen runter: 26 Gasanbieter wollen ihre Tarife um durchschnittlich sechs Prozent kürzen. Für den Verbraucher heißt das eine Einsparung von rund 76 Euro jährlich.
Verbraucher, die bereits mit Gas heizen, sollten daher überprüfen, ob ihr Anbieter zu den 73 Unternehmen gehört, die zum Jahreswechsel teurer werden und gegebenenfalls auf einen der günstigeren Versorger umsteigen.
Beschaffungsstrategie entscheidet über Preisgestaltung
Die Gründe der gegensätzlichen Preisentwicklung liegen in der unterschiedlichen Beschaffungsstrategie der Gasanbieter:
Anbieter, die ihren Gasbedarf hauptsächlich über langfristige Verträge decken, sind in der Regel an die Entwicklung des Heizölpreises gekoppelt. Da dieser momentan steigt, sind die Energieversorger gezwungen, teurere Tarife zu veranschlagen und sie entsprechend an die Kunden weiterzugegeben.
Größere Spielräume in der Preisgestaltung haben dagegen Anbieter, die den Großteil ihres Bedarfs kurzfristig im Großhandel einkaufen. Auf diese Weise sind sie flexibler in der Wahl des Lieferanten und können günstigere Tarife ausgeben - ihre Kunden profitieren davon.
"Die unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Gasversorger haben sich noch nie so deutlich auf den Gaspreis für private Haushalte ausgewirkt wie in diesem Jahr", sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. "Aufgrund der starken Preisunterschiede haben Verbraucher die Möglichkeit, von ihrer Marktmacht Gebrauch zu machen und vom Preisgefälle zu profitieren."
Verbraucher können die Preisunterschiede nutzen und durch einen Wechsel zum günstigsten Gastarif des örtlichen Grundversorgers bis zu 315 Euro pro Jahr einsparen.