Wie viel kosten Strom und Gas den privaten Verbraucher derzeit wirklich? Diese Frage ist gerade jetzt, zum Beginn der aktuellen Heizperiode, hochaktuell. Das unabhängige Heidelberger Verbraucherportal Verivox, das FinanceScout24 Partner für den objektiven Vergleich u.a. von Strom-, Gas- und DSL-Tarifen ist, stellt zur Beantwortung dieser Frage seinen neuen Verbraucherpreisindex vor. Neu an dieser Bewertungsbasis ist, dass sie nicht nur die Preise der Grundversorger, sondern auch die der wichtigsten Wettbewerber, der sogenannten „Market Maker“, berücksichtigt. Zu den Market Makern gehören Firmen wie Erdgas Südbayern, „E wie Einfach“ oder RWE. Kriterien für die Aufnahme dieser Anbieter in die Liste sind unter andere die Reichweite des überregionalen Angebotes und das Preisniveau der angebotenen Tarife. Grundversorger hingegen sind Versorgungsunternehmen - meistens die jeweiligen Stadtwerke - die die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet der allgemeinen Versorgung mit Strom oder Gas beliefern. „Mit dem Verivox-Verbraucherpreisindex können wir das tatsächliche Preisniveau sehr viel präziser darstellen als bisher“, erläutert Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.de. „Wer nur die Preise der Grundversorger berücksichtigt, blendet den immer stärker werdenden Wettbewerb vollständig aus,“ erklärt Reese weiter.
Tendenz weiter steigend - Private Haushalte zahlen mehr
Seit 2005 steigt der Preis der Grundversorger für Strom stetig an. Auch 2009 müssen private Haushalte im Vergleich zum Vorjahr deutliche Preissteigerungen hinnehmen. Wie der Verbraucherpreisindex zeigt, zahlt ein Musterhaushalt mit einem Stromverbrauch von 4.000kWh derzeit durchschnittlich 894,40 € pro Jahr. Dies entspricht einem Kilowattstundenpreis von 22,36 Cent - laut Berechnung im Oktober. Gründe für diese Entwicklung seien die Energiesteuern sowie die Preisentwicklung an der Strombörse EEX in Leipzig. Im Vergleich mit den Grundversorgern zeigt auch die Preiskurve der wichtigsten Wettbewerber, der Market Maker, eine entsprechende Tendenz. Das Preisniveau jedoch ist hier mit einer derzeitigen Differenz von etwa 2 Cent pro Kilowattstunde deutlich niedriger. Hinsichtlich der Entwicklung an der Strombörse ist die abweichende Entwicklung bei den Grundversorgern nicht nachvollziehbar.
Strom wird günstiger – aber nicht beim Verbraucher
Ein weiteres interessantes Resultat der Untersuchung ist, dass die Stromanbieter immer noch weit von einer Gleichberechtigung ihrer Kunden entfernt sind. Wie der Jahresvergleich (August 2008 – Juli 2009) zeigt, zahlen die Weiterverteiler (Stromversorger) dieses Jahr 19,3% weniger als im Vorjahr. Auch der Preis für Sondervertragskunden (Großabnehmer) fiel um 8,5%. Nur dem Endverbraucher wird mit 5,8% tiefer in die Tasche gegriffen. Dies bedeutet, dass der Strom im Vergleich zum Vorjahr zwar günstiger geworden ist, dies jedoch nicht an die Kunden weitergegeben wird.
Schnelle Preisreaktion auf dem Gasmarkt
Auch bei den Gasanbietern zeigt der Verivox-Verbraucherpreisindex deutliche Unterschiede zwischen klassischen Grundversorgern, den jeweiligen Stadtwerken, und dem überregionalen Wettbewerb. Ein Vergleich der Preiskurven macht sichtbar, dass die Preise der überregionalen Wettbewerber, wie zum Beispiel E.ON oder RWE, zu Beginn der Gasmarktliberalisierung im Oktober 2006 am günstigsten waren. Die Grundversorger haben jedoch schon kurze Zeit später, nach der Heizperiode 2006/2007, auf diesen Trend reagiert und die neuen Gasanbieter unterboten. Des Weiteren zeigt die Auswertung, dass die Grundversorger zu Beginn des Jahres 2008, ihre Preise aufgrund des zwischenzeitlich stark steigenden Ölpreises sehr viel schneller erhöht haben als die Market Maker, während diese wiederum die Gaspreissenkung im Herbst 2008 sehr viel schneller an den Verbraucher weiter geben konnte. Insgesamt zeigt sich eine generell schnelle Preisreaktion auf dem Gasmarkt. Laut dem Verbraucherpreisindex ergibt sich für Oktober 2009 ein Kilowattstundenpreis von 5,97 Cent. Das bedeutet für ein Musterhaushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh pro Jahr einen jährlichen Kostenfaktor von 1194€. Damit liegen die Gaskosten insgesamt deutlich höher als die Stromkosten.
Funktionierender Wettbewerb und Anbietervergleich
Abschließend informiert der Verbraucherpreisindexes auch über die aktuelle Wettbewerbssituation auf dem Strom- und Gasmarkt: Mittlerweile kann der Kunde zwischen 50 verschiedenen Strom- und zehn Gasanbietern wählen, was auf einen funktionierenden Wettbewerb schließen lässt. Ob auch Sie den günstigsten Anbieter gewählt haben, ober ob es noch Sparpotenzial in ihrem Haushalt gibt, können Sie ganz leicht über den Strom-Rechner oder den Gas-Rechner von FinanceScout24.de feststellen.