Rund 500 Milliarden Euro liegen auf Girokonten oder mickrig verzinsten Sparbüchern. Tages- oder Festgeldkonten bescheren Sparern dagegen derzeit respektable Renditen. Sicher, flexibel und gut verzinst.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes legt jeder Deutsche rund 160 Euro im Monat auf die hohe Kante. Beträge, die allerdings häufig einfach auf Girokonten oder Sparbüchern geparkt werden. Höhere Renditen werden somit schlicht verschenkt. Die Gründe sind vielfältig: Einige Sparer sind zu bequem, sich um lukrativere Anlageformen zu bemühen, andere wollen jederzeit an ihre Reserven herankommen und wieder andere haben aufgrund der Börsenschwankungen ihr Vertrauen in jegliche Investmentformen verloren.
Eine Alternative, die all diesen Argumenten standhält, sind Tages- oder Festgeldkonten. Der Einstieg ist derzeit besonders lukrativ. Die Europäische Zentralbank (EZB) befindet sich mit 4,00 Prozent auf einem guten Zinsniveau. Zugleich stiegen die Zinssätze für Tagesgeld auf durchschnittlich 3,50 Prozent – in der Spitze sind derzeit bis zu 5,65 Prozent zu haben. Festgeld-Sparer können sich bei langen Laufzeiten bis zu 6,00 Prozent Zinsen sichern. Positiv: Ökonomen gehen davon aus, dass die EZB ihre Zinsen bis Ende des Jahres erhöhen könnte.
Eine sichere Alternative zu Rentenfonds
Sehr flexibel bleiben Sparer mit Tagesgeldkonten. Die angelegten Summen sind jederzeit per Telefon- oder Onlinebanking auf das Referenzkonto – meist das Gehaltskonto – überwiesen. Kündigungsfristen sind nicht zu beachten. Das Guthaben wird ab dem ersten Euro verzinst. „Verbraucher können beruhigt jeden Cent, den sie am Ende des Monats über haben, auf ihr Tagesgeldkonto überweisen, “ rät Arno Gottschalk, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Bremen. Das Geld arbeitet – dennoch sind die Reserven schnell verfügbar, wenn der Sparer Geld benötigt.
Über Festgeldverträge legen Investoren ihre Beträge dagegen über einen längeren Zeitraum – Monate oder Jahre – fest. Der Zins – und je nach Vertrag feste Zinsstufen – sind für die gesamte Laufzeit garantiert. Je nach Angebot werden die Zinsen jährlich ausgezahlt oder dem Festgeldkonto gutgeschrieben und mit verzinst. Aufgrund des Zinseszinseffekts ist die zweite Variante geeigneter für den langfristigen Vermögensaufbau. Anders als Tagesgeldkonten sind Festgeldverträge nicht jederzeit verfügbar. In der Regel ist eine Kündigungs-Sperrfrist vereinbart – anschließend gelten unterschiedlich lange Kündigungsfristen. „Verstreicht der Kündigungstermin, lässt die Bank die Anlage automatisch zum vereinbarten Zins bis zum nächsten Stichtag weiter laufen“, mahnt Gottschalk.
Sollte die EZB den Zins in der Zwischenzeit weiter erhöht haben, profitieren Anleger im festgelegten Zeitraum nicht davon. . „Sowohl Tages- als auch Festgeldkonten sind geeignet, um größere Beträge etwa aus Lebensversicherungen oder Abfindungen sicher anzulegen“, meint Gottschalk. Bei fünfstelligen Beträgen lohnt es sich, die Zinsangebote der Banken genau zu vergleichen. Selbst bei kleineren Unterschieden hinter dem Komma kann sich ein Anbieterwechsel auszahlen. Bei kleineren Summen ist „Tagesgeldhopping“ dagegen zu aufwändig. Wer ständig sein Kapital zu dem Institut mit dem derzeit höchsten Zinsangebot wechselt, braucht unzählige Bankverbindungen und verliert schnell den Überblick, welcher Bank er in welcher Höhe einen Freistellungsauftrag erteilt hat.
Fiskalische Feinheiten
Bis zu einer Höhe von 801 Euro (1602 Euro bei Ehepaaren) dürfen Sparer ihre Zinsen steuerfrei kassieren. Diesen Betrag können die Anleger auf ihre Vertragspartner verteilen. Übersteigen die Zinsen den an die jeweilige Bank erteilten Freistellungsauftrag, muss das Institut Zinsabschlagsteuern (30 Prozent) an den Fiskus abführen. Durch die Einführung der Abgeltungssteuer ab dem 01.01.2009 ist es positiv für einen Anleger, der über den Sparerfreibetrag kommt, die Zinszahlung in das Jahr 2009 zu verschieben, da er dann nur mit 25% und nicht mit seinem persönlichen Steuersatz die Zinsen, die über den Freibetrag gehen, versteuern muss.