Funk-Technologie: Kreditkartendaten nicht sicher

 

NFC: Kreditkartendaten nicht sicher

Als bargeldloses Zahlungsmittel unverzichtbar. Die günstigsten Angebote finden Sie im Vergleich.

Kreditkarten Vergleich

 

Visa und MasterCard mit NFC-Chip lassen sich auslesen

08.06.2012


Die Funk-Technologie NFC („Near Field Communication“) soll den Zahlungsvorgang an der Kasse beschleunigen. Gleichzeitig ermöglicht sie es aber auch unbefugten Dritten, die Kreditkartendaten auszulesen. Die Verbraucherschützer fürchten eine neue Sicherheitslücke, die Betrüger ausnutzen könnten, doch die Finanzdienstleister beschwichtigen.

 

Eigentlich soll die neue Funk-Technologie NFC („Near Field Communication“) den bargeldlosen Zahlungsverkehr vor allem einfacher machen. Offenbar macht sie ihn aber auch unsicherer. Wie eine Reportage des Bayerischen Rundfunks (BR) aufzeigt, lassen sich über das neue Verfahren Kreditkartendaten auslesen. Betroffen sind sowohl Kreditkarten von MasterCard als auch von Visa, bei denen die Technologie „Pay Pass“ beziehungsweise „Pay Wave“ heißt. Zudem ist der Einsatz von NFC bei Giro-Karten, den Nachfolgern der EC-Karten, geplant.

 

Verbraucherschützer sind besorgt

NFC soll den Bezahlvorgang beschleunigen, da entsprechend ausgestattete Karten an der Kasse nicht erst in ein Lesegerät eingeführt werden müssen, sondern alle Daten kontaktlos übermittelt werden. Das BR-Format „Report München“ zeigte nun aber, wie leicht es für technisch versierte Menschen ist, die Kreditkartendaten über den NFC-Chip auszulesen. Sowohl die Kartennummer als auch das Ablaufdatum konnte bei einem Versuch in Erfahrung gebracht werden. Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigte sich darüber entsetzt und fordert eine sofortige Aufklärung der Kunden sowie eine Verschlüsselung der Kreditkartendaten.

 

Finanzdienstleister: Kein Grund zur Beunruhigung

Die einfache Auslesbarkeit birgt allerdings auch den größten Vorteil von NFC: eine Beschleunigung des Zahlvorgangs. Entsprechend teilen MasterCard und Visa die Einschätzung der Verbraucherschützer nicht. So sagte ein Sprecher von MasterCard, dass es sich nicht um eine Sicherheitslücke handle. Außerdem verwies das Unternehmen auf den dreistelligen Sicherheitscode, welcher nicht per Funk übermittelt werde. Ohne ihn sollte beispielsweise eine Online-Bestellung nur mit den restlichen Kreditkartendaten nicht möglich sein. Ist sie es doch, trage der Händler das Risiko. Außerdem sei MasterCard kein einziger Schadensfall bekannt. Für alle, die eine Kreditkarte mit NFC-Chip besitzen und sich nicht auf deren Unbedenklichkeit verlassen wollen, gibt es aber noch einen Trick: Ist die Karte in Alufolie gewickelt, kann kein Funkkontakt hergestellt werden.

 
Newsletter abonnieren