Am 1. April 2007 wurde die Gesundheitsreform mit breiter Mehrheit vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet und ab 1. Januar 2009 startet der Gesundheitsfonds.
Höchste Zeit für private Gesundheitsvorsorge
Trotz steigender Beiträge drohen mit jeder neuen Reformrunde weitere Leistungskürzungen. Im Gegensatz zu Privatpatienten, die einen verbindlichen Anspruch auf alle vertraglich vereinbarten Leistungen haben, fällt der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherer regelmäßig dem Sparzwang zum Opfer. Egal ob bei Brillen, Zahnersatz, Medikamenten oder Praxisgebühr – Kassenpatienten zahlen kräftig drauf. Im Ernstfall kann das dramatische Konsequenzen haben, etwa wenn sich die Kasse bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung weigert, die Kosten für eine aufwändige Therapie vollständig zu übernehmen.
Private Krankenversicherung: Für jeden das richtige Angebot
Wer genug verdient, sollte zeitnah über den Wechsel zu einer privaten Krankenvollversicherung nachdenken. Ab einem Bruttojahresverdienst von 49.950 Euro (Versicherungspflichtgrenze 2010) dürfen Arbeitnehmer der gesetzlichen Krankenversicherung den Rücken kehren. Studenten, Beamte, Freiberufler und Selbständige haben unabhängig vom Einkommen das Recht, ihre Gesundheit privat zu versichern. Wenn der Wechsel zur Privaten nicht in Frage kommt, weil beispielsweise das Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze liegt oder weil Ehepartner und Kinder beitragsfrei mitversichert werden sollen, bietet es sich an, den mageren gesetzlichen Standard durch eine private Krankenzusatzversicherung zu ergänzen.
Das bietet Ihnen die private Krankenzusatzversicherung
Zahnersatz: Für Brücken und Kronen erstatten gesetzliche Krankenkassen nur noch relativ geringe feste Regelsätze. Auch wer sich mit diesen Standardleistungen begnügt, zahlt bis zu 50 Prozent selbst. Für höherwertige Leistungen, z.B. ein modernes Implantat, müssen Kassenpatienten tief in die Tasche greifen oder sich privat absichern. Je nach Tarif übernehmen private Zusatzversicherungen den gesetzlichen Eigenanteil oder beteiligen sich an den kompletten Behandlungskosten. Außerdem erstatten viele Anbieter besondere Behandlungen (z.B. Zahnreinigung, Keramikfüllungen).
Sehhilfen: Bis auf wenige, schwere Fälle zahlen erwachsene Kassenpatienten Brillen und Kontaktlinsen mittlerweile selbst. Private Zusatztarife übernehmen im Rahmen bestimmter Grenzen 80 bis 100 Prozent der Kosten. In der Regel wird die Kostenübernahme für Brillen nicht solo, sondern nur im Paket mit weiteren Gesundheitsleistungen angeboten.
Heilpraktiker: Für den Besuch beim Heilpraktiker oder für Naturheilverfahren beim Arzt zahlen Kassenpatienten stets selbst. Private Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten (Richtwert ca. 50 bis 80 Prozent).
Krankenhaus: Krankenhauszusatzversicherungen können im Ernstfall lebenswichtig sein. Die private Versicherung übernimmt die kompletten Behandlungskosten für den Spezialisten Ihres Vertrauens. Kassenpatienten müssen sich dagegen stets im nächstgelegenen, geeigneten Krankenhaus durch den jeweils diensthabenden Arzt behandeln lassen. Da nach Fallpauschalen abgerechnet wird, sind komplizierte Behandlungen durch die Kasse oft nicht komplett abgedeckt.
Krankentagegeld: Kassenpatienten, die länger als sechs Wochen krank sind, haben Anspruch auf ein Krankentagegeld, das jedoch deutlich unter dem Nettogehalt liegt. Wer auf sein volles Gehalt angewiesen ist, kann die Lücke durch eine private Zusatzversicherung schließen.
Medikamente und Hilfsmittel: Für verordnete Hilfsmittel, z.B. Prothesen, Hörgerät und Rollstuhl zahlen Kassenpatienten stets einen Eigenanteil von 10 Prozent (mindestens 5 Euro). Das gleiche gilt für verordnete Medikamente. Private Zusatzversicherungen übernehmen diese Kosten bis zur vereinbarten Obergrenze.
Fazit: Schon für wenig Geld können sich auch Kassenmitglieder in wichtigen Bereichen wie ein Privatpatient behandeln lassen. GKV-Ergänzungstarife sind für junge, gesunde Kassenpatienten bereits für unter zehn Euro zu haben, wie der kostenlose Preisvergleich von Financescout24.de zeigt. In jedem Fall sollten Interessenten Preise und Leistungen sorgfältig vergleichen. Private Versicherungsangebote, die gesetzliche Kassen ihren Mitgliedern vermitteln, sind nicht automatisch die besten, zumal Gruppenrabatte bei einem Kassenwechsel verloren gehen.