Selbständigen und Freiberuflern, aber auch gut verdienenden Arbeitnehmern drohen bei längerer Krankheit empfindliche Gehaltseinbußen. Ohne privaten Versicherungsschutz erhalten sie gar kein oder nur zu wenig Krankengeld. Eine private Krankentagegeldversicherung ersetzt den Verdienstausfall.
Zwei Wochen Krankenhaus plus vier Wochen Reha zum Beispiel bei einem Herzinfarkt oder nach einem Unfall – für Freiberufler und Jungunternehmer nicht nur ein gesundheitlicher, sondern auch ein finanzieller Albtraum. Wer als Selbständiger aufgrund einer längeren Erkrankung Aufträge absagen oder Projekte verschieben muss, verdient kein Geld. Gleichzeitig laufen sämtliche beruflichen und privaten Zahlungspflichten wie Miete, Kredit, gegebenenfalls Personalkosten oder Versicherungen weiter. Eine Krankentagegeldversicherung ist für Selbständige und Freiberufler deshalb praktisch unverzichtbar. Sie zahlt den vereinbarten Tagessatz, wenn Sie aufgrund von Krankheit oder Unfall im Job vorübergehend ausfallen.
Auch für gut verdienende Arbeitnehmer empfiehlt es sich, zusätzlich zu den Leistungen ihrer Kasse ein privates Krankentagegeld zu versichern. In der Regel endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber nach 42 Tagen. Danach springt zwar die gesetzliche Krankenkasse ein, doch die zahlt nicht unbegrenzt: „Die Höhe des Krankengeldes ist gesetzlich vorgeschrieben. Es beträgt bei allen Kassen 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdienstes“ erläutert Udo Barske vom AOK-Bundesverband in Bonn. Zudem zahlt die Kasse maximal bis zum gesetzlichen Höchstsatz von aktuell 84 Euro pro Tag; das entspricht 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (45.000 Euro pro Jahr) geteilt durch 360 Tage. Je weiter das eigene Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, desto größer fällt also die Einkommenslücke im Krankheitsfall aus. Wer als Angestellter zum Beispiel pro Kalendertag umgerechnet 150 Euro verdient, müsste nach Ende der Lohnfortzahlung (also ab der siebenten Krankheitswoche) knapp 70 Euro privates Krankentagegeld zusätzlich versichern, um eine schwere Krankheit zumindest finanziell unbeschadet zu überstehen.
Die Prämie für die private Krankentagegeldversicherung richtet sich maßgeblich nach dem vereinbarten Tagessatz. Maximal ist das aktuelle Nettoeinkommen versicherbar, je nach Gesellschaft sind dabei vertragliche Obergrenzen zu beachten. Auf Wunsch zahlt die Versicherung das private Krankentagegeld bereits ab dem ersten Krankheitstag. Mit einer längeren Karenzzeit, zum Beispiel Zahlung erst ab der siebten Woche, sparen Sie jedoch deutlich bei der Prämie. Bei vielen Gesellschaften ist es auch möglich, das Krankentagegeld zu staffeln, so dass die Zahlungen mit zunehmender Krankheitsdauer steigen. Wie bei jeder privaten Krankenversicherung gilt auch beim Krankentagegeld: Junge, gesunde Kunden versichern sich zu besonders günstigen Konditionen. Ein 35jähriger Mann versichert ein privates Krankentagegeld von 100 Euro (ab dem 43. Krankheitstag) bereits ab rund 27 Euro pro Monat, wie der kostenlose Versicherungsvergleich von FinanceScout24 zeigt. Wichtig: Gesundheitsfragen im Antrag unbedingt korrekt ausfüllen, andernfalls riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz.