Die Deutschen werden immer älter und viele haben niemanden, der sie im Alter pflegt. Trotz gesetzlicher Pflegeversicherung ist das steigende Pflegerisiko nur unzureichend abgedeckt. Wer seinen Lebensabend gut versorgt in einer komfortablen Umgebung verbringen möchte, sorgt deshalb am besten frühzeitig vor. Eine private Pflegezusatzversicherung schließt gefährliche Lücken.
Pflegeheim? Nein danke! „Was das kostet!“, meint Harro Klüver aus Kiel entsetzt. Der 86jährige hat sich vor kurzem das neu gebaute Seniorenheim in der Nachbarschaft angeschaut. Knapp 3.200 Euro pro Monat wären für dort einen Heimplatz in der Pflegestufe 3 fällig, davon zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung selbst Schwerstpflegebedürftigen nicht einmal die Hälfte. Der rüstige Witwer hat sich vorgenommen, solange wie möglich zuhause zu bleiben. Im Ernstfall könnte er auf die Unterstützung seiner drei Kinder zählen – ein Luxus, der angesichts rückläufiger Geburtenzahlen künftig leider immer weniger Menschen vergönnt ist. Im Pflegefall wären viele auf professionelle Hilfe angewiesen, doch die ist entsprechend teuer. Allein auf die gesetzliche Pflegeversicherung ist leider kein Verlass: Schon heute reichen die Beitragseinnahmen kaum aus, um die jährlichen Ausgaben für derzeit rund zwei Millionen Pflegebedürftige zu decken.
Pflegezusatzversicherung: Rechtzeitig privat vorsorgen
Tipp: Eine private Pflegezusatzversicherung schließt die gefährliche Lücke. Die wichtige Police wird wahlweise als Pflegegeld- oder als Pflegekostenversicherung angeboten. Die Pflegegeldversicherung zahlt im Pflegefall einen individuell vereinbarten Tagessatz. Je nach Pflegestufe wird der Betrag voll oder anteilig ausbezahlt, z.B. 40 Prozent in Stufe I, 70 Prozent in Stufe II und 100 Prozent in Stufe III. Der Versicherte kann frei und ohne Kostennachweis entscheiden, wofür er das Geld verwenden möchte. Eine Pflegegeldversicherung ist deshalb ideal, wenn voraussichtlich jemand aus dem Familien- oder Bekanntenkreis die Pflege übernimmt. Eine Pflegekostenversicherung beteiligt sich stattdessen an den nachweislichen Kosten, z.B. durch einen ambulanten Pflegedienst oder für die stationäre Pflege im Heim. Mit Monatssätzen von derzeit knapp 400 Euro (ambulant, Pflegestufe I) bis 1.700 (stationär, Pflegestufe III) Euro deckt die gesetzliche Pflegeversicherung professionelle Pflegekosten nur unzureichend ab. Die private Zusatzpolice beteiligt sich am Differenzbetrag. Außerdem können ggf. Zuschüsse zu Hilfsmitteln (z.B. Rollstuhl, Notrufsender), zu Umbau- oder Transportkosten (z.B. bei teilstationärer Pflege) vereinbart werden. Erstattet wird stets ein fester Prozentsatz. Die Versicherungsleistung wächst bei steigenden Pflegekosten also automatisch mit.
Pflegerisiko: Kein Bonus für Privatpatienten
Auch Privatpatienten müssen seit 1995 in die gesetzlich vorgeschriebene Pflegeversicherung einzahlen. Im Pflegefall erhalten sie die gleichen Leistungen wie Kassenmitglieder. Auch wer privat krankenversichert ist, sollte deshalb das Pflegerisiko zusätzlich privat absichern. Frühzeitig handeln zahlt sich dabei aus: Genau wie in der Krankenversicherung beeinflussen Alter und Gesundheitszustand maßgeblich die Prämie.