Ratenkredite, Leasing, Finanzierung

Wie zahle ich am sinnvollsten beim Autokauf?

24.06.2008

Der gute, alte Sparstrumpf ist beim Autokauf passé. Mehr als die Hälfte aller neu zugelassen Autos wird heute finanziert oder verleast.

Doch welche Variante – Finanzierung oder Leasing – ist die richtige? Darauf gibt es keine Pauschalantwort. Jeder Autofahrer sollte und muss für sich prüfen und rechnen.

 

Beim klassischen Ratenkredit wird die komplette Summe, abzüglich der möglicherweise geleisteten Anzahlung, mit konstanten, monatlichen Raten über eine gewisse Laufzeit bei einem festen Zinssatz abgezahlt. Das Auto geht nach dieser Zeit in das Eigentum des Kreditnehmers über. Gerade hier lohnt sich auch ein Blick ins Internet: Online-Kredite bieten häufig attraktivere Konditionen als der traditionelle Kredit bei der Hausbank.

 

Vorteil: Konstante, monatliche Raten, der Käufer wird zum Eigentümer des Fahrzeugs
Nachteil: Soll das Fahrzeug dann doch verkauft werden, ist das meist mit erheblichem Aufwand verbunden, oftmals erhält man weitaus weniger, als beim Kauf gezahlt wurde
Für wen: Jemand, der unbedingt Eigentum erwerben will und aller Voraussicht nach das Fahrzeug am Ende der Laufzeit behalten möchte

 

Bei einer zweiten Variante, der 3-Wege-Finanzierung (je nach Anbieter werden auch andere Namen dafür verwendet, wie zum Beispiel Auswahlfinanzierung) entscheidet am Vertragsende der Käufer, was mit dem Auto passiert. Behält er das Auto, wird der Restbetrag der Finanzierungssumme (abzüglich der Anzahlung und der monatlichen Raten) fällig. Oder er entscheidet sich, den Restbetrag über einen Ratenkredit zu finanzieren. Dritte Möglichkeit: Er gibt den Wagen, ähnlich wie bei einem Leasingvertrag, wieder zurück.

 

Vorteil: Konstante, monatliche Raten, keine langfristige Bindung wie bei einer Finanzierung. Der Käufer entscheidet, was mit seinem Fahrzeug passiert
Nachteil: Leider nicht immer die günstigste Variante
Für wen: Jemand, der sich nicht langfristig binden möchte und eventuell bald in eine höhere Klasse wechseln will

 

Dritte Variante: Privatleasing mit Kilometerabrechnung oder Gebrauchtwagenabrechnung. Im Leasing wird nur für die Nutzung des Autos gezahlt. Nach der festgelegten Laufzeit wird das Fahrzeug wieder zurück-gegeben. Beim Leasing mit Kilometerabrechnung wird zu Vertragsbeginn eine Kilometerleistung festgelegt. Wird diese Kilometerleistung überschritten, werden die Mehrkilometer, die über oder unter einer Kulanzgrenze liegen, dem Käufer berechnet beziehungsweise erstattet. Leasing mit Gebrauchtwagenabrechnung eignet sich dann, wenn zu Vertragsbeginn noch gar nicht abzuschätzen ist, wie hoch die Kilometerleistung sein wird. Im Vertrag wird dann ein zu erwartender Gebrauchtwagenerlös vereinbart. Dieser wird bei Vertragsende dem tatsächlich erzielten Verkaufserlös gegenüber gestellt, der Leasingnehmer trägt die Differenz.

 

Vorteil: Konstante, oft niedrige monatliche Raten entlasten den Geldbeutel und ermöglichen Freiräume für weitere Investitionen. Es wird nur für die Nutzung des Fahrzeugs gezahlt, die Vermarktung des Autos bei Wiederverkauf entfällt
Nachteil: Es wird kein Eigentum erworben.  Eine Entscheidung, ob Kilometer- oder Gebrauchtwagenabrechnung muss zu Vertragsbeginn getroffen werden
Für wen: Jemand der Wert darauf legt, immer ein neues Modell zu fahren, die modernste Motorisierung zu haben oder interessiert ist an den neuesten Umwelt- und Sicherheitsstandards

 

Bei allen Varianten gilt: Die Prüfung der Angebote der verschiedenen Autobanken lohnt sich, da auch diese mittlerweile recht günstige Konditionen und Kreditvarianten anbieten.

 

Apropos Konditionen: Hier können sich die monatlichen Kosten je nach Rahmenbedingungen stark unterscheiden. Abhängig von Kreditvariante, besonderen Angeboten wie auch Paketpreisen oder Flatrates, aber auch zum Beispiel von der Bonität des Kreditnehmers, lässt sich heute ein Kleinwagen schon ab rund 100,00 Euro im Monat finanzieren.

Wichtige Begriffe rund um Finanzierung und Leasing:

 

Anzahlung: Summe, die zu Beginn eines Vertrages gezahlt wird. Anzahlung und monatliche Raten ergeben die Gesamtkosten des Vertrags (mindert die monatlichen Raten, auch beim Leasing)
Bonitätsprüfung: Zahlungsfähigkeit des Kunden wird geprüft, läuft automatisch über den Kreditgeber
GAP Versicherung: In vielen Leasingverträgen inkludiert, der Kreditgeber übernimmt das Risiko, das durch einen Totalschaden entstehen kann. Die Vollkaskoversicherung übernimmt nur den Wiederbeschaffungswert, unabhängig davon, wie hoch der Abrechnungswert ist, den der Leasingnehmer zu zahlen hat
Konditionen: sind die Rahmenbedingungen eines Finanzierungs- oder Leasingvertrages, wie Anzahlung, Laufzeit, Zinssatz, monatliche Raten und eventuell die Schlussrate
Kreditgeber: Hausbank oder Autobank, die mit dem Kreditnehmer einen Vertrag über eine Finanzierungssumme abschließt
Kreditnehmer: Jemand, der nach Vertragsabschluss zur Erfüllung des Vertrags rechtlich verpflichtet ist und vom Kreditgeber „Geld geliehen“ bekommt

 

Achtung beim Andienungsrecht in Leasingverträgen. Mit einer solchen Klausel kann der Leasinggeber einen Leasingnehmer dazu verpflichten, das Fahrzeug zum vereinbarten Restwert zu kaufen.

 

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