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Autor: FinanceScout24 - Zuletzt aktualisiert am 11.08.2016

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Durch die Zinswende der letzten Jahre sind bei vielen klassischen Geldanlagen die Renditen gesunken. Möchten Sie heute denselben Betrag für eine feste Laufzeit bei der Bank anlegen, wird der Zins anhand des aktuellen Zinsniveaus festgelegt. Doch das verharrt seit Längerem auf einem kaum gekannten Niedrigzinsniveau. Werden dadurch gleich sämtliche Anlagen in Festgeld uninteressant?

Lesen Sie, was neben dem Zinssatz beim Festgeld entscheidend ist und finden Sie heraus, warum eine Anlage in Festgeld dennoch sinnvoll ist.

Festgeld mit festem Zinssatz und Laufzeit

Wie der Name es schon vermuten lässt, ist klassisches Festgeld nichts anderes als Termingeld. Sie legen also frei verfügbares Kapital auf kurz- oder mittelfristige Sicht an und müssen dabei eine spezielle Kündigungsfrist einhalten.

Einen grundsätzlichen Einfluss auf die Zinsentwicklung haben der nationale und internationale Geldmarkt. Besonders der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) wirkt sich darauf aus, ob das allgemeine Zinsniveau vergleichsweise hoch oder niedrig ist.

Die Festgeldzinsen sind somit von zwei Faktoren abhängig:

  1. Höhe der Einlagen
  2. Dauer der Laufzeit

Die Besonderheit liegt darin, dass das Festgeldkonto kein einfaches Zahlungsverkehrskonto ist. Also so etwas wie ein Girokonto bei Privatleuten oder dem Kontokorrentkonto bei Geschäftsleuten. Die komplette Summe, die Sie als Geldanlage in Festgeld stecken, ist während der vereinbarten Laufzeit nicht frei verfügbar.

Suchen Sie also eine Geldanlage, praktisch zur immer verfügbaren Rücklage für private Anschaffungen, dann eignet sich Festgeld nur bedingt. Tagesgeld könnte hier eine Alternative darstellen. Allerdings liegen die Zinsen hierbei wesentlich unter dem Niveau des Festgeldes, zumindest theoretisch. Denn viele Banken geben spezielle Zinssätze für die ersten Monate und ausschließlich für Neukunden.

Was neben dem Zinssatz von Bedeutung ist

Abgesehen vom vereinbarten Zinssatz sollten Sie außerdem hierauf achten:

  • Zinsniveau berücksichtigen
    Ähnlich wie bei den Zinsen der Baufinanzierung, hängt auch beim Festgeld-Vergleich der Zinssatz vom aktuellen Zinsniveau ab. Vereinbaren Sie die Geldanlage während eines Zinstiefs, liegen die angebotenen Zinssätze entsprechend niedrig.
  • Laufzeit & Anlagesumme
    Auch bei längeren Laufzeiten werden dann nur kleinere Zinsaufschläge angeboten. Je länger Sie sich an die Bank binden, desto höhere Zinsen können Sie erwarten. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, beispielsweise durch einen Mindestanlagebetrag. Viele Banken begrenzen die Anlagesumme außerdem oder zahlen für höhere Beträge keine Zinsen mehr.
  • Bonuszahlungen
    Was vor allem in den letzten Jahren von Bedeutung war, sind mögliche Bonuszahlungen auf das eingelegte Kapital. Die Bank zahlt dann einmalig einen Bonus, was natürlich auch die Rendite verändert. Solche Einstiegs- oder Neukundenangebote sollten Sie aber nur berücksichtigen, wenn Sie die entsprechenden Vergabekriterien erfüllen.

Tipp:Längere Laufzeit wählen

Häufig lohnt sich Festgeld erst ab einer Laufzeit von drei oder fünf Jahren. Denn gegenüber dem Tagesgeld, wo hohe Neukunden-Zinssätze zum Einstand möglich sind, wirkt dann auch der Zinseszinseffekt. Zinsen, die jeweils zum Ende des Jahres oder der Vertragsperiode gutgeschrieben werden, sind ab diesem Zeitpunkt mitverzinst.

Einlagensicherung macht ausländische Angebote attraktiv

Natürlich stellt sich Ihnen die Frage, wie sicher die Anlage überhaupt ist. Vor allem, wenn die steigende Anzahl an Festgeldangeboten ausländischer Banken berücksichtigt wird. Innerhalb der Europäischen Union gilt seit einigen Jahren eine gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro. Und zwar gilt sie je Kunde und Bank.

Indem Sie also größere Beträge auf unterschiedliche Banken aufteilen, lässt sich das Ausfallrisiko effektiv ausschließen. Zusätzlich gibt es in vielen Ländern privat organisierte Bankenverbände, die eigene Einlagensicherungen aufgelegt haben. Darüber garantieren sie eine weitaus höhere Haftungsgrenze.

Allerdings können Sie diesen Anspruch im Zweifelsfall nur schwerlich gesetzlich geltend machen. Es ist daher empfehlenswert, Angebote aus dem EU-Ausland mit einzubeziehen. Der Vergleichsrechner auf FinanceScout24 führt viele führende Banken und vergrößert hierdurch die Vergleichsmöglichkeiten.

Tipp:Freistellungsantrag erteilen

Erteilen Sie Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag. In Deutschland gilt ein Steuerpauschbetrag von 801 Euro pro Person, das Doppelte bei zusammen veranlagten Eheleuten. Die Bank schreibt die Zinsen dann ohne Abzug der Abgeltungssteuer dem Festgeldkonto gut. Je nachdem, wie viel Zinsen pro Anlage anfallen, können Sie die Höhe des freigestellten Betrages auch flexibel wählen.

Steigerung des Ertrags

Wie eingangs erwähnt, haben die Banken einen gewissen Spielraum bei der Ausgestaltung für Festgelder. Da wären zum einen mögliche Bonuszahlungen (einmalig) oder Zinsaufschläge für Neukunden. Die zweite Variante ist äußerst selten, aber es gibt sie, vor allem bei längeren Laufzeiten über fünf Jahre.

Zum anderen können bestimmte Zinssätze daran gebunden sein, dass Sie Ihren Zinsertrag auf ein parallel geführtes Tagesgeldkonto auszahlen müssen. Und da dieses natürlich flexibel verzinst wird, also häufig schlechter, profitieren Sie nur bedingt vom Zinseszinseffekt.

Festgeld kündigen

Sie sollten beachten, dass es strikte Bedingungen für eine vorzeitige Kündigung gibt. Im Zweifelsfall entfällt dann nämlich Ihr Anspruch auf den vereinbarten Zinssatz sowie der Verlust der gesamten Zinszahlungen. Mit weiteren Kosten und Abschlägen ist zu rechnen, beispielsweise für Verwaltungsgebühren oder Stornokosten.

Im Gesetz gibt es hierzu keine Vorgaben, es kann also sein, dass diese Kosten nicht unerheblich sind. Damit kann das Ganze zu einem kleinen Verlustgeschäft werden. Allerdings zeigen sich Banken seit Längerem kulant, vor allem dank der wachsenden Konkurrenz durch effizienter arbeitende Direktbanken.

In dem Fall wird dann zumindest die eingezahlte Summe in voller Höhe zurückgezahlt. Aber auch hier liegt die letzte Entscheidung bei der Bank, Ihre Kündigung zu akzeptieren.

Achtung:Kündigung aus "wichtigem Grund"

Droht die Insolvenz der Bank, kann das eine Kündigung „aus wichtigem Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist“ darstellen. Geregelt wurde das in § 314 BGB. Auch in den Fällen, wo Sie beispielsweise Hartz IV beantragen oder der Verlust der finanzierten Immobilie droht, kann ein solcher „wichtiger Grund“ vorliegen. Die Bank ist dann verpflichtet, das eingezahlte Kapital auszuzahlen.

Laufzeit bestimmt das Zinsniveau

Es liegt auf der Hand, dass Banken Ihnen höhere Zinsen gewähren, je länger Sie sich an diese Bank binden. So kann es durchaus Sinn ergeben, das Festgeld auf fünf Jahre oder mehr zu vereinbaren. Nicht zwangsläufig müssen sich die Zinssätze hierbei jedoch wesentlich unterscheiden.

Häufig ist es auch sinnvoll, Festgeld auf drei Jahre oder ähnliche Laufzeiten zu vereinbaren. Denn wenn der Unterschied nur ein oder zwei Prozentpunkte beträgt, die Laufzeit aber zwei Jahre kürzer ist, erhöht sich die Chance auf eine besser verzinste Neuanlage.

Wir erinnern uns: Bei einer vorzeitigen Kündigung droht der Verlust jeglicher Zinszahlungen, teilweise kommen Zusatzgebühren oben drauf. Es bleibt also immer auch die Aufgabe, genau abzuschätzen, wie lange Sie tatsächlich auf das Geld verzichten können und wollen.

Tipp:Niedrige Laufzeit bei niedrigen Zinsen

Gerade bei Abschluss in Niedrigzinsphasen ist es ratsam, nur geringe Laufzeiten bis zu drei Jahre zu wählen. Damit erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, fällig werdende Gelder zu einem besseren Zinssatz neu anlegen zu können.

Oftmals liegt das Zinsniveau beim Festgeld für 1 Jahr nur marginal über dem vergleichbarer Tagesgeldangebote. Wenn Sie sich also unsicher sind und in den nächsten Monaten mit einem Zinsanstieg rechnen, wäre das eine mögliche Alternative.

Schritt für Schritt zum richtigen Festgeld

Nachfolgend erläutern wir Ihnen die einzelnen Schritte, wie Sie zum passenden Festgeld kommen:

  1. Überlegungen vorab: Haus- oder Direktbank
    Wenn Sie sich dafür entschieden haben, ein Festgeldkonto einzurichten, sollten Sie die Bank dafür sorgsam auswählen. Falls Sie aus Bequemlichkeit auf Ihre Hausbank zurückgreifen, weil Sie dort bereits Girokonto, Sparbuch und Debit Card haben, bekommen Sie höchstwahrscheinlich nicht die besten Festgeldzinsen.
    Gute Konditionen bieten oft Direktbanken. Diese betreiben kein eigenes Filialnetz und sind lediglich telefonisch und über das Internet zu erreichen, da sie die daraus resultierenden Einsparungen anteilig an die Kunden weitergeben.
  2. Laufzeit wählen
    Festgeld für 10 Jahre wird nicht zwangsläufig von allen Banken angeboten, üblich sind Laufzeiten bis zu fünf Jahren. Überprüfen Sie im ersten Schritt, wie viel Geld Sie tatsächlich abzweigen können. Gibt es Sonderzahlungen (Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Bonus zum Gehalt/Lohn, etc.), mit denen Sie rechnen? Wie sicher sind diese? Sind Anschaffungen für den Haushalt in nächster Zeit geplant?

Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern und aufzuzeigen, wie Sie die Laufzeit des Festgeldes bestimmten können, werden die gängigen Varianten im Folgenden miteinander verglichen.

Laufzeit Anlagehorizont Geeignet für
< 1 Jahr Kurzfristige Anlage, um Zinssteigerungen abzuwarten und die Inflation einzudämmen. Praktisch kommt nur Tagesgeld in Betracht. Der Zinssatz ist variabel, die Rendite nicht von Anfang an zu berechnen. Unentschlossene, die freies Kapital parken und auf attraktive Anlagemöglichkeiten warten.
1 Jahre Gesicherte, aber niedrig verzinste Anlage mit überschaubarem Risiko. Oftmals mit Zinssätzen nahe des Marktniveaus beim Tagesgeld. Dafür sicher und genau zu kalkulieren. Sicherheit suchende Anleger, die ohne Stress ihr Geld für zwölf Monate verzinst sehen möchten.
2 Jahre Spürbar höheres Zinsniveau, oftmals mit Bonuszahlungen für Neukunden verknüpft. Kann in Niedrigzinsphasen aber dazu führen, Zinssteigerungen zu übergehen. Anleger, die Ruhe in die Geldanlage bringen wollen und dafür das Risiko eingehen, von Zinssteigerungen nicht zu profitieren.
3 Jahre Attraktiv bei größeren Summen, da der Zinseszinseffekt zu wirken beginnt. All jene, die in naher Zukunft die Neuanschaffung für den Haushalt planen und sich unabhängig von variablen Zinssätzen machen wollen.
5 Jahre Teilweise deutliche Aufschläge beim Zinssatz, mit dem Risiko, kurzzeitige Zinssteigerungen nicht mitgehen zu können. Menschen in geregelten wirtschaftlichen Verhältnissen, die entsprechend auf das Geld verzichten können und es in „trockene Tücher“ bringen wollen.
10 Jahre Unkalkulierbares Zinsrisiko, auch bei größeren Aufschlägen. Abschluss während einer Niedrigzinsphase nicht empfehlenswert. Anleger, die Aktien oder Anleihen scheuen und stattdessen auf höhere Renditen verzichten, aber gleichzeitig von Vornherein planen möchten.
  1. Haushaltsrechnung
    Machen Sie eine Haushaltsrechnung und listen Sie regelmäßige Einnahmen als auch Ausgaben auf. Nehmen Sie die Kontoauszüge des letzten halben Jahres zur Hand und gliedern Einnahmen und Ausgaben auseinander. Beachten Sie, dass viele Versicherungsbeiträge nur einmal pro Jahr fällig werden. Außerdem können Nachzahlungen für Strom oder Gas hinzukommen.
  2. Festgeld Vergleich
    Sie können Festgeld online vergleichen. Durch Angabe des Anlagebetrags und der Laufzeit vergleicht FinanceScout24 eine Vielzahl von Angeboten für Sie. Deutsche Banken als auch Kreditinstitute anderer EU-Länder sind darunter. Hier folgt die gestaffelte Auflistung nach Zinssatz und Zinsertrag.

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¹ 1,99%-4,99% effektiver Jahreszins bei 10.000 € Nettodarlehensbetrag, 12-96 Monate Laufzeit, 1,97 % gebundener Sollzins. | Repr. Bsp.: Nettodarlehensbetrag 10.000 €, 84 Monate, 4,15% effektiver Jahreszins, Sollzins 4,07% p.a., keine Bearb.-Gebühr, Gesamtbetrag inkl. Zinsen 11.510,08€

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