Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und zunehmende Beanspruchung der Versicherungsleistungen führen mittlerweile auch in der privaten Krankenversicherung zu teils kräftigen Beitragserhöhungen. Der Versicherer vergleicht jährlich die erforderlichen mit den kalkulierten Versicherungsleistungen. Wenn die Gegenüberstellung eine Veränderung von mindestens zehn Prozent ergibt, werden alle Tarifbeiträge vom Versicherer überprüft und je nach Bedarf an die neuen Rahmenbedingungen angepasst.
Zu steigenden Beiträgen kann es auch kommen, wenn der Kunde während der Laufzeit eines Versicherungsvertrages individuelle Änderungen des Versicherungsschutzes vornehmen will, vor allem, wenn die Leistungen ausgeweitet werden sollen Die dritte Gefahr liegt in der so genannten "Vergreisung" der Tarife. Denn wann immer neue Tarife auf den Markt gebracht werden, steht zu befürchten, dass junge Versicherte abwandern und neue Versicherte nicht mehr hinzukommen.
Wegen des steigenden Durchschnittsalters innerhalb der älteren Tarife sind Beitragserhöhungen in diesen Fällen meist unumgänglich. Als Gegenmaßnahme können Versicherte ebenfalls in einen gleichwertigen, günstigeren Tarif wechseln (ohne Gesundheitsprüfung), oder nicht mehr benötigte Leistungen aus ihrem Versicherungsschutz streichen. Denkbar ist auch die Kündigung der Krankenversicherung innerhalb von Wochen nach Zugang des Schreibens über die Beitragserhöhung. Dieser Schritt ist gerade für langjährige Mitglieder nicht empfehlenswert: Beim Wechsel zu einem anderen Versicherungsunternehmen gehen bisher erworbene Altersrückstellungen vollständig verloren.