Definition: Börse Das Wort Börse umschreibt eine besondere Marktform, die als Plattform für den Handel mit Wertpapieren, Devisen und Waren fungiert. Die Funktion der Börse ist es, Anbieter und Nachfrager zusammenzuführen und kosteneffizient und Aufwand sparend zu vermitteln. Der Begriff ""Börse"" stammt ursprünglich aus Belgien. Dort verstand man im 15. Jahrhundert unter ""der Börse"" das regelmäßige Zusammentreffen einiger reicher Händler auf einem Marktplatz, der benannt war nach der in Brügge ansässigen Patrizierfamilie Van der Beurse.
Erst im 19. Jahrhundert konsolidierte sich der Begriff Börse mit den heute gänglichen drei Einteilungen der Wertpapier-, der Devisen- und der Warenbörse. Auf der Wertpapierbörse werden Aktien und Anleihen, auf der Devisenbörse unterschiedliche Währungen zu ihren jeweiligen (unterschiedlichen) Wechselkursen und auf der Warenbörse Rohstoffe wie Erdöl und Baumwolle und Genussmittel wie Kaffee und Getreide gehandelt. Außerdem differenziert man noch zwischen der Kassa- und der Terminbörse.
Während bei einer Kassabörse Vertragsabschluss, Leistung und Gegenleistung zeitgleich stattfinden, findet der beschlossene Handel bei der Terminbörse erst zu einem zukünftigen Termin unter den zuvor vertraglich festgehaltenen Konditionen statt.Zu den bindenden Aufgaben der Börse gehört es, Transparenz und Informationen des Handels sowie die sog. Fungibilität der Handelsobjekte bereit- und sicherzustellen. Der Begriff Fungibilität beschreibt die Austauschbarkeit von Objekten und beinhaltet deren Gleichwertigkeit; zum Beispiel dürfen Kunstgegenstände und Häuser an der Börse nicht gehandelt werden, da diese Handelsobjekte subjektiv unterschiedlich stark bewertet werden könnten.
Informationen muss die Börse dergestalt stellen, als dass sie Preise und Umsätze der jeweiligen Handelsobjekte angeben muss. Für die Transparenz ist die Börsenaufsicht zuständig.Die Präsenzbörse - auch Parkettbörse genannt -, in der die jeweiligen Börsenteilnehmer noch physischen Kontakt zueinander haben, wird mit der Entwicklung des Internets immer weiter verdrängt und von den sog. Computerbörsen abgelöst, bei denen die jeweiligen Handelspartner via Internet ihre Angebote und Nachfrage abgeben. Auf diese Weise erhöht das Internet das Börsen-Handelsvolumen und macht den Börsenhandel effizienter.
Durch die Computerisierung des Börsenhandels eröffnet sich außerdem die Möglichkeit von Zusammenschlüssen internationaler Börsen; beispielsweise schlossen sich die schweizer und die deutsche Terminbörse zur ""Eurex""-Computerbörse zusammen. In Deutschland ist die bekannteste elektronische Computerbörse die ""Xetra"", auf die inzwischen ca. 75 % des deutschen Börsenumsatzes mit Aktien entfällt.