Der Darlehenszins ist für die meisten Menschen einer der wichtigsten Gründe für oder gegen den Abschluss eines Kredites, denn er gibt die Kosten des Darlehens an.
Der Darlehenszins wird immer in Prozent angegeben und auf den Darlehensnominalbetrag berechnet. Er wird daher oftmals auch Nominalzins genannt.
Allerdings ist er nicht allein für die tatsächlichen Kosten verantwortlich, denn neben dem Darlehenszins werden oftmals auch Gebühren für den Abschluss des Darlehens sowie bei Baufinanzierungsdarlehen für die Ermittlung des Objektwertes, berechnet. Diese Kosten werden zusammen mit dem Nominalzins im effektiven Jahreszins angegeben, der daher eine wirkliche Vergleichsgröße für Darlehen darstellt.
Um den Darlehenszins bei den verschiedenen Banken vergleichen zu können, kann das Internet erste Anhaltspunkte geben. Denn hier finden sich Vergleichsplattformen, auf denen Kreditsuchende ihren Kreditwunsch angeben können und die dann jeweils die besten Konditionen ermitteln.
Seit Januar 2007 sind die hier angezeigten Konditionen jedoch nicht mehr für alle Kreditnehmer einheitlich, denn in der Regel werden nur noch ab-Konditionen angezeigt. Dies besagt, dass sich der Darlehenszins nach Prüfung der Unterlagen aus dem Darlehensantrag noch nach oben verändern kann. Der Grund hierfür sind die neuen Eigenkapitalrichtlinien der Banken, die meist nur kurz Basel II genannt werden. Nach diesen Richtlinien müssen Banken bei Krediten an Kreditnehmer, die nur eine mittlere oder geringe Bonität aufweisen, sehr viel Eigenkapital vorhalten, denn ihr Risiko ist in diesen Fällen erhöht. So sollen Bankinsolvenzen in Deutschland und Europa vermieden werden, die das gesamte Banksystem gefährden könnten. Die Rücklage von Eigenkapital ist für die Banken jedoch mit hohen Kosten verbunden, die in Form höherer Zinssätze an die Kreditnehmer weitergegeben werden.
Wie hoch der endgültige Darlehenszins ist, kann daher erst nach Einreichung der Bonitätsunterlagen (Einkommensnachweise, ggf. Objektunterlagen, bei Selbstständigen Bilanzen und betriebswirtschaftliche Auswertungen) und Prüfung durch die Bank, die hieraus ein Scoring erstellt, detailliert genannt werden. Der Wert dieses Scorings (zwischen eins und sechs) gibt somit die Höhe des Zinsaufschlags an. Da das Scoring jedoch nicht bei allen Banken einheitlich vorgenommen wird, lohnt es sich, verschiedene Angebote einzuholen.