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Private Krankenversicherung für Studenten

  • Individuelle Beitragsgestaltung
  • Zusätzliche Leistungen
  • Auch für Studenten geeignet

Kurz zusammengefasst:Wichtiges bei der PKV für Studenten

  • Familienversicherung als günstige Alternative
    Unter bestimmten Umständen können Studenten die Versicherung der Eltern mitnutzen. So darf das regelmäßige Einkommen etwa nicht 405 Euro und das Alter nicht 25 Jahre übersteigen.
  • Private Krankenversicherung: Entscheidung fürs Studium
    Bis zum dritten Monat nach Immatrikulation kann auf eine PKV zurückgegriffen werden. Diese Entscheidung ist dann aber auch mindestens bis Studienende bindend.
  • Versicherungspflicht
    Für Studenten an staatlich anerkannten Hochschulen gilt eine Versicherungspflicht. Für Immatrikulierte einer Berufsakademie gilt diese allerdings nicht.

Mit Beginn des Studiums müssen sich viele junge Menschen erstmals selbst um die „bürokratischen Dinge“ des Lebens kümmern – dazu gehört auch die Krankenversicherung. Denn grundsätzlich sind Studenten, die sich an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland eingeschrieben haben, krankenversicherungspflichtig. Allerdings gilt diese Pflicht nicht für alle Studenten, zudem stehen verschiedene Möglichkeiten der Krankenversicherung für Studenten zur Wahl. FinanceScout24 zeigt auf, welche Möglichkeiten bestehen und worauf Sie achten sollten.

Versicherungspflicht bei Studenten

Wie bereits erwähnt, sind Studenten an deutschen Hochschulen grundsätzlich krankenversicherungspflichtig – ohne eine Versicherung ist eine Immatrikulation nicht möglich. Diese Pflicht gilt für praktisch alle Studenten; lediglich Personen, die über die Familienversicherung abgesichert sind, und Studenten an nicht staatlich anerkannten Hochschulen sind von der Versicherungspflicht ausgenommen.

Gut zu wissen:Keine Versicherungspflicht an der Berufsakademie

Sind Sie an einer Berufsakademie eingeschrieben, gilt für Sie die Versicherungspflicht nicht, da im SGB die studentische Krankenversicherung nur für Studenten an Hochschulen vorgesehen ist. Da Sie allerdings auch nicht als regulärer Arbeitnehmer gelten, können Sie sich nur freiwillig versichern – und zwar sowohl in der gesetzlichen wie auch in einer privaten Krankenversicherung.

Haben Sie ein duales Studium aufgenommen, gelten Sie in Sachen Krankenversicherung seit 2012 als „zur Berufsausbildung Beschäftigter“ und können sich daher nicht über die studentische Krankenversicherung versichern.

Urlaubssemester und Elternzeit haben keinerlei Einfluss auf die Versicherungspflicht, ebenso wenig Auslandssemester, sofern Sie während des Auslandsaufenthalts weiterhin an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sind. Die Leistungen der Krankenkasse können während eines Auslandssemesters allerdings eingeschränkt sein, sodass in diesem Fall häufig eine Zusatzversicherung empfehlenswert ist.

Studieren Sie im EU-Ausland, ist eine Zusatzversicherung allerdings nicht erforderlich, da Sie mit der europäischen Krankenversicherungskarte, die sich auf der Rückseite Ihrer regulären Krankenkassenkarte befindet, innerhalb der EU ganz regulär ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen können.

Da die Herkunft bei der Versicherungspflicht für Studenten keine Rolle spielt, ist auch eine Krankenversicherung für ausländische Studenten erforderlich – diese müssen sich allerdings nicht zwingend in Deutschland versichern. Besteht zwischen Deutschland und dem Herkunftsland ein Sozialversicherungsabkommen, wird auch eine gesetzliche Krankenversicherung für Studenten aus dem Herkunftsland anerkannt. Diese Regelung gilt vor allem für Studenten aus dem EU-Raum.

Ende und Verlängerung der Versicherungspflicht

Die Versicherungspflicht endet mit dem 30. Lebensjahr oder mit Erreichen des 14. Fachsemesters. Wichtig hierbei ist die Unterscheidung zwischen Fach- und Studiensemester. Nehmen Sie beispielsweise ein Studium auf und wechseln nach zwei Semestern das Fach, zählen diese ersten beiden Semester nicht für die Höchststudiendauer von 14 Semestern. Es gibt zudem verschiedene Ausnahmefälle, in denen sich die Höchststudiendauer beziehungsweise die Altersgrenze erhöhen lässt. Laut einer Entscheidung des Bundessozialgerichts kann die Versicherungspflicht durch diese Ausnahmen allerdings maximal bis zum 37. Lebensjahr verlängert werden.

Gründe für eine Verlängerung sind unter anderem:

  • Erkrankung (mindestens 3 Monate), Behinderung, Schwangerschaft, Kinderbetreuung
  • Nichtzulassung zum gewählten Studium im Auswahlverfahren
  • Dienstverpflichtung als Zeitsoldat
  • Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr, freiwilliger Wehrdienst
  • Erstmaliges Nichtbestehen der Abschlussprüfung
  • Mitarbeit in Hochschulgremien

Möchten Sie sich als Student lieber privat versichern, ist es auch möglich, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Das ist bis zu drei Monate nach der Immatrikulation zulässig und gilt als Entscheidung für das gesamte Studium – wer sich also privat versichern will, sollte dabei bedenken, dass er dies mindestens für die Dauer des Studiums tun muss. Zudem ist es unter bestimmten Umständen auch nach dem Studium nicht ohne weiteres möglich, wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln.

Um sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen, genügt ein entsprechendes Schreiben an die Krankenkasse, außerdem muss ein Nachweis über eine anderweitige Krankenversicherung eingereicht werden.

Gut zu wissen:Beihilfe und die PKV für Studenten

Vor allem für Kinder von Beihilfeberechtigten ist eine private Krankenversicherung als Student eine interessante Option, zumal bei privat versicherten Eltern auch nicht die Möglichkeit besteht, sich über die Familienversicherung abzusichern.

Dabei sollten Sie allerdings bedenken, dass die Beihilfe an den Kindergeldanspruch der Eltern gebunden ist – und dieser erlischt in der Regel, wenn das Kind 25 Jahre alt wird. Studieren Sie in diesem Alter noch, erhalten Sie also keine Zuschüsse mehr und müssen sich ganz regulär privat krankenversichern, was deutlich höhere Kosten mit sich bringt.

Versicherungsmöglichkeiten für Studenten

Grundsätzlich haben Sie als Student drei Möglichkeiten der Krankenversicherung. Diese sind:

  1. Familienversicherung
  2. Studentische Krankenversicherung
  3. Freiwillige Versicherung

Für die Familienversicherung und die studentische Krankenversicherung gelten bestimmte Voraussetzungen, zudem können Sie nur bis zu bestimmten Zeitpunkten genutzt werden.

Die Familienversicherung

Bei der Familienversicherung werden Kinder oder Ehepartner beitragsfrei über die Eltern beziehungsweise den Partner mitversichert. Das macht sie natürlich zur interessantesten Option, allerdings gelten hier auch recht strenge Regeln, sodass nicht jedem Studienanfänger die Familienversicherung offensteht.

Wollen Sie sich über die Eltern mitversichern, müssen entweder beide Elternteile gesetzlich versichert sein oder ein Elternteil gesetzlich und einer privat, wobei der Privatversicherte nicht mehr als der gesetzlich Versicherte bzw. als monatlich 4.350 Euro brutto verdienen darf. Darüber hinaus dürfen Sie als Mitversicherter nicht älter als 25 Jahre sein – haben Sie Wehr- oder Zivildienst geleistet, dürfen Sie entsprechend der Dienstzeit auch über das 25. Lebensjahr hinaus in der Familienversicherung bleiben.

Zudem darf Ihr regelmäßiges monatliches Einkommen nicht 405 Euro übersteigen. Einzige Ausnahme ist ein Minijob, über den Sie bis zu 450 Euro monatlich verdienen dürfen. Wichtig dabei: BAföG-Zuschüsse und Unterhaltszahlungen der Eltern gelten hier nicht als Einkommen. Bei der Versicherung über den Ehepartner gelten weitgehend die gleichen Voraussetzungen, allerdings entfällt hier die Altersgrenze.

Hier noch einmal alles Wichtige zur Familienversicherung kurz zusammengefasst:

  • Mindestens ein Elternteil oder der Ehepartner muss gesetzlich versichert sein
  • Kinder dürfen nicht älter als 25 Jahre sein
  • Maximales regelmäßiges Monatseinkommen: 405 Euro (450 Euro bei Minijob)
  • BAföG und Unterhaltszahlungen gelten nicht als Einkommen

Die Familienversicherung ist grundsätzlich nur über die gesetzliche Krankenversicherung möglich, für privat versicherte Beihilfeberechtigte gibt es aber eine recht ähnliche Variante. Da die Kinder von Beihilfeberechtigten ebenfalls Anspruch auf Beihilfe haben, können Sie sich meist über eine günstige Restkostenversicherung absichern, die die Kosten übernimmt, die nicht von der Beihilfe abgedeckt werden.

Da Kindern die Beihilfe aber nur bis zum 25. Lebensjahr gewährt wird, kann diese Option unter Umständen später im Studium deutlich teurer werden.

Die studentische Krankenversicherung

Können Sie sich nicht oder nicht mehr über die Familienversicherung absichern, steht Ihnen die studentische Krankenversicherung offen. Sie sind dann gesetzlich versichert, zahlen allerdings nur einen sehr geringen Beitrag. Grundsätzlich gilt zwar auch hier der Beitragssatz von 14,6 Prozent, allerdings zahlen Sie in der studentischen Krankenversicherung nur 70 Prozent dieses Beitragssatzes. Als Bemessungsgrundlage dient der BAföG-Höchstsatz von 597 Euro. So ergibt sich ein monatlicher Beitrag von 61,01 Euro. Den krankenkassenabhängigen Zusatzbeitrag müssen Sie jedoch voll bezahlen, aufgrund der recht niedrigen Bemessungsgrenze fällt dieser aber nur geringfügig ins Gewicht.

Hier eine Übersicht über die Zusatzbeiträge einiger Krankenkassen:

KrankenkasseZusatzbeitrag in ProzentZusatzbeitrag in Euro
AOK 0,3 bis 0,9 1,79 bis 5,37
Barmer 0,9 5,37
DAK 0,9 5,37
hkk 0,4 2,39
Salus BKK 0,5 2,98
Techniker 0,8 4,78

Erhalten Sie BAföG-Zuschüsse, führt die Mitgliedschaft in der studentischen Krankenversicherung zu einer Erhöhung Ihres BAföG-Bedarfs.

Die studentische Krankenversicherung steht Ihnen maximal bis zum 30. Lebensjahr beziehungsweise bis zum 14. Fachsemester offen – also bis zum Ende der Versicherungspflicht. Durch bestimmte Ausnahmen (Erkrankung, Behinderung, Schwangerschaft, Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr, Wehr- oder Zivildienst) kann diese Frist verlängert werden, jedoch nicht über das 37. Lebensjahr hinaus.

Einkommensgrenzen gelten – anders als bei der Familienversicherung – bei der studentischen Krankenversicherung prinzipiell nicht, die Wochenarbeitszeit während des Semesters ist hier allerdings auf 20 Stunden beschränkt. In der vorlesungsfreien Zeit dürfen Sie als Mitglied der studentischen Krankenversicherung allerdings auch Vollzeit arbeiten.

Einen einheitlichen Tarif, der dem der studentischen Krankenversicherung entspricht, gibt es bei der privaten Krankenversicherung nicht. Viele Versicherer bieten allerdings spezielle Tarife für Studenten an. Um diese nutzen zu können, müssen Sie sich allerdings von der Versicherungspflicht befreien lassen, sodass Sie Ihr gesamtes Studium an die PKV gebunden sind.

Daher sollten Sie sich sehr gründlich über die Beiträge und Leistungen informieren und verschiedene Angebote vergleichen, bevor Sie sich für diesen Weg entscheiden.

Die freiwillige Versicherung

Können Sie sich nicht mehr über die studentische Krankenversicherung absichern, haben Sie bis zu drei Monate nach Ende der Versicherungspflicht die Möglichkeit, sich freiwillig in der GKV zu versichern. Sie profitieren dann sechs Monate lang von einem vergünstigten Übergangstarif mit einem Beitragssatz von 10,22 Prozent – zuzüglich des Zusatzbeitrags. Als Einkommensuntergrenze wurden 945 Euro festgelegt, Sie zahlen also einen Mindestbeitrag von 96,58 Euro plus einen Zusatzbeitrag von circa 5 bis 10 Euro.

Nach Ende der Übergangsfrist gelten Sie ganz regulär als freiwilliges Mitglied der GKV. Auch hier gilt die Einkommensuntergrenze von 945 Euro, allerdings zahlen Sie nun den vollen Beitragssatz von 14,6 Prozent sowie den Zusatzbeitrag, sodass sich ein Mindestbeitrag von 132,30 Euro plus Zusatzbeitrag ergibt.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann eine private Krankenversicherung eine sinnvolle Alternative zur freiwilligen Versicherung sein, da Sie hier mitunter deutlich niedrigere Beiträge zahlen müssen. Sie sollten dabei allerdings bedenken, dass die PKV einen Gesundheitscheck verlangt und Vorerkrankungen zu Risikoaufschlägen führen können. Wägen Sie also sehr genau ab, welche der beiden Varianten für Sie günstiger ist.

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