Strom wird schlau: Ab Januar 2010 werden Neubauten und Altbausanierungen mit sogenannten „intelligenten Stromzähler“ ausgestattet. Im Gegensatz zu den alten schwarzen Drehstromzählern erfassen sie den Strom- und Gasverbrauch elektronisch – und zwar sekundengenau. Bis 2020 sollen die „Smart Meters“ in gut 80 Prozent der deutschen Haushalte den Verbrauch transparenter gestalten und damit unzählige Stromfresser entlarven – transparenter auch für den Stromanbieter. Ein Grund, warum die Wunderkisten unter Datenschützern auf starken Widerstand stoßen.
In Italien, Großbritannien und den Niederlanden sind sie schon längst Standard – seit dem neuen Jahr treibt die EU-Umweltrichtlinie die elektronischen Zähler auch bei uns voran. Sie sollen das Energiesparen deutlich erleichtern und durch sukzessives Ausmustern von Stromfressern zu einer effektiveren Nutzung der Ressourcen führen. Da der Stromkunde seinen Verbrauch nun in Echtzeit am heimischen PC verfolgen kann, werden sie als großer Schritt in einen modernen, intelligenten Haushalt angepriesen. Zukunftsforscher munkeln in dem Zusammenhang bereits von Möglichkeiten, Geräte bald per Mausklick – auch aus der Ferne – ein- und ausschalten zu können. Die Angst, den Ofen brennen gelassen zu haben, wäre damit passé. Doch weil intelligente Stromzähler auch dem Stromanbieter gewisse Einblicke verschaffen, werden sie vielerorts sehr kritisch gesehen.