Alle Jahre wieder: Mehr als 400 Stromversorger kündigten in den letzten Wochen Strompreiserhöhungen von durchschnittlich 7,1 Prozent an. Wenn es um die Angabe von Gründen geht, scheint dem Einfallsreichtum der Unternehmen keine Grenzen gesetzt: Dieses Jahr wird die höhere Umlage für Ökostrom von 1,5 Cent pro Kilowattstunde für die erneute Aufstockung verantwortlich gemacht. „Das ist sachlich nicht gerechtfertigt“ sagt Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Eigentlich müsse sich der steigende Marktanteil von erneuerbaren Energien dämpfend auf die Großhandelspreise auswirken, da teure Kraftwerke sukzessive vom Markt verdrängt würden, so der Behördenchef. Der Anstieg der EEG-Umlage (Erneuerbare Energien Gesetz) sei damit nur ein Vorwand, um weitere Strompreiserhöhungen durchzusetzen. Ein Blick in die Statistik scheint diesen Vorwurf zu bestätigen:
Unser Partner, das unabhängige Verbraucherportal Verivox, hat kürzlich den Strompreisindex von Oktober 2008 bis Oktober 2010 analysiert und dabei die Stromerzeugerpreise mit den Verbraucherpreisen verglichen. Der Verlauf zeigte, dass die Einkaufspreise der Anbieter um rund 20 Prozent gefallen sind – der Verbraucherpreisindex hingegen ist im gleichen Zeitraum um acht Prozent gestiegen. „Die durchschnittlichen Strompreise für Privatkunden steigen jedes Jahr, auch wenn die Großhandelspreise sinken“, so Peter Reese, Energieexperte von Verivox. Grundlage für die Analyse waren Daten des Statistischen Bundesamtes zum Erzeugerpreisindex.
Doch auch nach der Umlageerhöhung wird es große Unterschiede unter den Energieversorgern geben: Verbraucher können weiteren Preiserhöhungen nur entgehen, wenn sie einen umfassenden Preisvergleich durchführen und gegebenenfalls zu einem Anbieter wechseln, der die günstigen Beschaffungskosten weitergibt. Häufig sind hier Ersparnisse von mehreren hundert Euro jährlich möglich. Vergleichen Sie selbst und nutzen Sie unseren Stromrechner. Für den Wechsel des Stromanbieters müssen Sie übrigens nur einen Antrag ausfüllen. Die weiteren Formalitäten – etwa die Kündigung beim alten Versorger – erledigt der neue Anbieter für Sie.