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Strompreise steigen weiter

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Strompreise steigen weiter

14.03.2011


Seit dem Jahr 2000 hat sich der Strompreis um mehr als 70 Prozent verteuert – diesem Trend scheint noch immer kein Ende gesetzt: Nachdem viele Energieversorger zum Januar 2011 die Preise erhöht hatten, gaben nun 56 weitere Anbieter einen Preisanstieg für die Monate März und April bekannt – für Mai gibt es bereits ähnliche Prognosen. Jetzt sind Sie als Verbraucher gefordert: Mit den Preisen ist auch die Auswahl der Strom- und Gasanbieter deutlich größer geworden. Vor allem durch die zunehmende Zahl an Discountern auf dem Markt wird der Preiskampf immer härter – noch nie hat sich Vergleichen und Wechseln so gelohnt wie heute!

 

 

Preiserhöhung das elfte Jahr in Folge – wird aus Trend nun Tradition?

Bereits zum Jahreswechsel konnten es die meisten Haushalte auf ihrer Stromrechnung sehen – Strom wird immer teurer. 609 der insgesamt 970 Energieunternehmen hatten ihre Preise im Januar durchschnittlich um sieben Prozent angehoben. Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 4000 Kilowattstunden bedeutet dies eine Mehrbelastung von 70 Euro im Jahr.

 

Ein Ende dieser Preisspirale ist leider nicht abzusehen: Für weitere 6,7 Millionen Haushalte in Deutschland sollen die Preise zum Frühjahr um rund sieben Prozent steigen. Neben vier regionalen Vertriebsgesellschaften des Energieriesen E.ON haben auch einige größere Stadtwerke für die Monate März und April Strompreiserhöhungen angekündigt. Im Mai wollen die drei verbleibenden der insgesamt sieben Tochtergesellschaften von E.ON nachziehen. Damit ist klar, dass das Jahr 2011 das elfte in Folge sein wird, das den Aufwärtstrend mehr und mehr zur Tradition macht: Seit dem Jahr 2000 hat sich der Strompreis pro Kilowattstunde mittlerweile um mehr als 70 Prozent verteuert.

 

Wen trifft die Preiserhöhung?

Nur Privatkunden. Die Stromanbieter selbst, wie auch Industriekunden, konnten hingegen von den günstigen Einkaufskosten seit der Wirtschaftkrise 2008 profitieren. Allein zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 ist der Erzeugerpreisindex um 20 Prozent gefallen. Folglich sind die durchschnittlichen Strompreise für Privatkunden jedes Jahr gestiegen, obwohl die Großhandelspreise konstant gefallen sind. Bisher gibt es leider keine Anzeichen dafür, dass diese Vergünstigungen an die Privatkunden weitergereicht werden.

 

Ist der Ökostrom schuld? Warum wird es teurer?

Die gestiegenen Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien werden gerne als Grund für die höheren Strompreise angegeben. Laut Angaben der Unternehmen könne der Verbraucher sogar froh sein, dass der Strompreis dank dem niedrigeren Erzeugerpreisindex nicht noch höher ausfällt. Im Hinblick auf das mittlerweile enorme Gefälle zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, müssten demnach die Nebenkosten der Anbieter geradezu exponentiell gestiegen sein. Was hier aber unbeachtet bleibt, ist der langfristige Nutzen von Ökostrom: Allein 2010 wurden durch den Einsatz regenerativer Energien 7,4 Milliarden Euro weniger für den Import fossiler Rohstoffen ausgegeben, so die Zahlen des BEE (Bundesverband für erneuerbare Energien).

 

Ökostrom wird oftmals wegen seiner geringeren Wirtschaftlichkeit kritisiert – ein Argument, das langfristig an Gewicht verliert, denn der Strom aus Wind und Sonne wird mit jedem Jahr wirtschaftlicher, während Uran und Kohle wegen immer knapperer Ressourcen teurer werden. Darüber hinaus kommen der Ökostrombranche mittlerweile ganze 340.000 Arbeitsplätze zu Gute – eine weitere hohe Wertschöpfung, die sich „auszahlen“ sollte.


Hoffnung: Immer mehr Anbieter verschärfen den Preiskampf!

Wie unser Partner Verivox ermittelt hat, ist die Anzahl der Strom- und Gasanbieter in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen: Anfang 2009 konnten Verbraucher sich durchschnittlich zwischen 53 Stromanbieter pro Postleitzahlengebiet entscheiden. Zum Jahr 2011 hat sich die Auswahl um 57 Prozent auf mittlerweile 83 Anbieter vergrößert. Vor allem die Zahl sogenannter Discounter und Online-Marken (Tochterfirmen) ist dabei deutlich gewachsen:

 

 

 

Discounter

Das sind Stromanbieter, die keine eigenen Anlagen oder Stromnetze betreiben, sondern ihren Strom von der Börse „beziehen“. Bekannte Beispiele aus der Werbung sind etwa FlexStrom, HitStrom, Stromio oder TelDaFax. Als stark Marketing-gesteuerte Betriebe belegen Stromdiscounter im Preisvergleich stets die vorderen Ränge, da ihre Tarife meist auf einzelne Kundengruppen oder einen bestimmten Stromverbrauch maßgeschneidert sind. In den meisten Fällen kommen zudem spezielle Vergünstigungen aus der „Tarif-Trickkiste“ zum Einsatz, wie Bonuszahlungen, Vorauskasse, Kautionen oder Pakettarife – denn der Wettbewerb findet vor allem über den Preis statt. Um diesem Spiel nicht tatenlos zuzusehen haben auch drei der vier Großkonzerne „Online-Töchter“ auf die Welt gebracht:

 

Tochterfirmen

Ähnlich wie bei Direkt-Versicherern werden hier Kosten für Verwaltung, Vertrieb und Kundenbetreuung eingespart, wodurch wesentlich günstigere Tarife möglich sind. Das geht nicht zwangsläufig mit schlechteren Noten in Service und Kundenfreundlichkeit einher – es ist nur eine andere Art der Organisation – und eine gute Organisation ist alles. Beispiele für solche Konzerntöchter sind Yellow, E wie einfach und eprimo. Auch die Stadtwerke haben eigene Online-Marken herausgebracht – bekannt aus der Werbung sind 123Energie oder ENTEGA.

 

Was kann ich als Verbraucher tun?

Ein Getriebe, das nicht gut geschmiert wird, läuft heiß – um den Wettbewerb zu fördern und damit der „heißen Preisspirale“ endlich ein Ende zu setzen, sind Sie als Verbraucher gefragt! Seit 1998 können Haushalte ihren Anbieter frei wählen und damit bestenfalls mehrere hundert Euro einsparen – trotzdem machen nur wenige Stromkunden von dieser Möglichkeit Gebrauch. Häufig besteht die Sorge, dass ein Anbieterwechsel zu Stromausfällen oder anderen Unannehmlichkeiten führen könnte. Diese Sorge ist jedoch absolut unbegründet: Ein Wechsel ist völlig risikofrei und kinderleicht.

 

Stromanbieter vergleichen und wechseln

Vergleichen Sie selbst und nutzen Sie unseren Stromrechner. Über die Eingabe Ihrer Postleitzahl und Ihrem jährlichen Stromverbrauch können Sie sich in kürzester Zeit einen Überblick über die verfügbaren Stromanbieter in Ihrer Umgebung verschaffen. Der Preisvergleich berücksichtigt nur die Boni und Rabatte, die einen geldwerten Vorteil darstellen und spätestens mit der Jahresendrechnung gutgeschrieben werden. Wenn Sie die jährlichen Gesamtkosten zum Beispiel ohne Neukundenbonus ermitteln möchten, stellen Sie den Rechner einfach entsprechend ein. Den eigentlichen Wechsel können Sie im Anschluss einfach und unkompliziert direkt online beantragen – die weiteren Formalitäten, wie etwa die Kündigung beim alten Versorger, erledigt der neue Anbieter für Sie.

 

Gasanbieter vergleichen und wechseln

Auch dem Gas-Markt tut es gut, wenn Sie vergleichen und wechseln! In der Vergangenheit kassierten die großen Unternehmen teilweise deutlich überzogene Preise vom Endverbraucher. Unser Gasrechner funktioniert auf dieselbe Weise wie der Stromrechner: Halten Sie nur Ihre Postleitzahl und Ihren Jahresverbrauch bereit – Konditionen vergleichen, Wechselantrag ausfüllen, abschicken und Antwort abwarten. In der Regel übernimmt der neue Gasanbieter die weiteren Formalitäten.

 
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