Einfachere Abrechnung
Musste der Verbraucher bisher Abschläge auf einen geschätzten Verbrauch zahlen und bei der Jahresabrechnung eventuell Nachzahlungen leisten, gleicht die Abrechnung mit dem intelligenten Stromzähler beinahe einer Handyrechnung: Gezahlt wird nur, was unmittelbar verbraucht wird – wenn der Kunde es wünscht, ist damit sogar eine monatliche Abrechnung möglich. Das Energieunternehmen spart damit Verwaltungs- und Ablesekosten und der Verbraucher tappt nicht mehr im Dunkeln über die Höhe seines tatsächlichen Verbrauchs. Letzten Endes bleibt ihm auch ein möglicher Kostenschock beim Jahresabgleich erspart.
Neue Dienstleistungen sind möglich
Immer mehr Energieunternehmen bieten mittlerweile tageszeitabhängige Tarife an – bis Ende 2010 sogar gesetzlich verpflichtend. Diese Tarife sind entweder ganz trivial in Tages- und Nachtphasen unterteilt oder sie bestehen aus mehreren Teilphasen: So werden etwa Vormittag, Nachmittag und Abend- bzw. Nachtstunden unterschieden. In jeder der Phasen kostet der Strom unterschiedlich viel. Diese Tarifaufgliederung bekommt durch intelligente Stromzähler ein völlig neues Nutzungsspektrum: Da der Kunde jetzt weiß, wann er mit welchen Geräten wie viel Strom verbraucht, kann er umdenken und seinen Verbrauch gleichmäßiger über den Tag verteilen. So können als „Stromfresser“ entlarvte Geräte, wie etwa der Wäschetrockner oder die Spülmaschine, vorzugsweise in Zeiten des günstigeren Tarifs eingeschaltet werden. Umgekehrt könnte der Verbraucher besser reflektieren, welche Geräte er in Zeiten sogenannter „Lastspitzen“ aussetzen wird. Und nicht nur das: Die EU-Effizienzrichtlinie verpflichtet den Stromversorger, dem Kunden Vergleichsdaten zur Verfügung zu stellen. Für eine vierköpfige Familie etwa könne das ein Ansporn sein, sich am durchschnittlichen Verbrauch eines Vierpersonenhaushalts zu orientieren und damit den eigenen Verbrauch zu senken. Darüber hinaus bieten einige Unternehmen als besonderen Service an, den Kunden per SMS zu informieren, wenn der Haushaltsstrom in zuvor festgelegten Zeiten einen bestimmten Wert überschreitet. So könnte beispielsweise ein Brand durch das vergessene Bügeleisen vermieden werden.
Einfacherer Anbieterwechsel
Die Zeiten in denen der Wechsel zu einem anderen Anbieter noch leidigen Verwaltungsaufwand mit Schlussrechnung und den Besuch von Ablesepersonal bedeutete, gehören mit dem Einsatz intelligenter Stromzählern der Vergangenheit an. Durch den unzureichenden Automatisierungsgrad verschlang ein Wechsel des Versorgungsunternehmens 2005 noch 100 Euro pro Kunde, so die Studie „eEnergy“ des WIK Consult in Bad Honnef und des Fraunhofer-Verbunds für Energie. Elektronische Stromzähler könnten einen Wechsel erheblich schneller und günstiger gestalten – und das ist sowohl für den Anbieter wie für den Verbraucher ein Fortschritt: Für den Anbieter wird’s günstiger, für den Verbraucher geht’s schneller – unkomplizierter wird’s für beide. Und damit folgt diese Neuerung genau dem Kurs eines modernen Energiezeitalters, denn mit der Möglichkeit, mehrere hundert Euro durch einen Anbieterwechsel zu sparen, ist Wechseln heute zum Trend geworden.