In der Haftpflichtversicherung gibt es 16 Typklassen (10-25), in der Vollkaskoversicherung 25 (10-34), in Teilkasko 24 (10-33). Jedes Jahr zum 1. Oktober werden von einem unabhängigen Treuhänder alle 21.000 Automodelle neu eingestuft und die Policen entsprechend angepasst. Die Typklassen werden bei laufenden Verträgen zum 1. Januar des Folgejahres wirksam. Steigt deswegen die Prämie, hat der Versicherte übrigens ein Sonderkündigungsrecht.
Kunden, deren Prämie erhöht wurde und die die reguläre Kündigung bis zum 30. November eines Jahres verpasst haben, können sich auf das Sonderkündigungsrecht berufen. Wer aufgrund erhöhter Beiträge kündigen möchte, kann dies innerhalb einer Frist von vier Wochen nach dem Erhalt der Prämienrechnung tun. Liegt die Prämienrechnung erst Mitte November im Briefkasten, ist eine Sonderkündigung noch bis Mitte Dezember möglich.
Ausreisser in den Typklassen
Obwohl sich bei vielen Fahrzeugen nichts in der Beitragsberechnung der Autoversicherung ändert, zeichnen sich bei manchen Modellen starke Verbesserungen bzw. Verschlechterungen in der Typklasse ab.
Kfz-Haftpflicht:
Wer einen Honda Accord STH 2.0 haftpflichtversichert, wird vier Stufen besser eingestuft. Für Halter des Ford Fiesta 1.2 ergibt sich drei Klassen Verbesserung. Hingegen muss manfür die Modelle Suzuki Wagon R 1.3 und BMW 330 D, die beide vier Stufen schlechter klassifiziert werden, draufzahlen.
Vollkasko:
In der Vollkaskoversicherung erfahren mit drei Stufen Verbesserung Renault Megane Senic und Hyundai i30/CW 1.4. Ford Ka 1.2 und Toyota IQ 1.0 werden allerdings um vier Klassen schlechter bewertet.
Teilkasko:
In der Teilkasko wird es günstiger für Kia Retona 2.0 D mit drei Stufen und Dacia Logan 1.4 mit zwei Klassen Verbesserung. Deutlich schlechter schneiden dagegen VW T5 Multivan California 2.5 TDI mit fünf Klassen Veränderung und Mercedes SL - 4 Klassen schlechter - ab.
Umstufung der Regionalklassen
Bei der Beitragsberechnung spielt neben der Typklasse des Fahrzeugs auch die Regionalklasse eine wichtige Rolle. Ausschlaggebend für die Prämienhöhe sind die Schadenbilanz der Region, das Fahrverhalten und die Anzahl der zugelassenen Autos, sowie die örtlichen Straßenverhältnisse des Bezirks. Regionale Besonderheiten wie Diebstahlhäufigkeit, Sturm- und Hagelbilanz und die dort gemeldeten Wildunfälle spielen ebenfalls mit hinein. Die Autoversicherung ist umso teurer, je höher man eingestuft ist, teilt der GDV mit.
Haftpflicht: Im Osten günstig - im Süden teuer
Bei der diesjährigen Überarbeitung ergeben sich Änderungen für 30 Prozent der Zulassungsbezirke. Im Osten fahren Autobesitzer nach Einstufung der Haftplicht-Regionalklassen am günstigsten. Die Rangliste wird von Elbe-Elster, Mecklenburg-Strelitz und dem Kreis Oberspreewald-Lausitz angeführt. Die teuersten Regionen liegen im Süden Deutschlands. Von den neun schlechtesten Regionalklassen liegen fünf in Bayern. An der Spitze stehen Kaufbeuren und Passau. Auf Rang drei befindet sich hingegen Berlin, die erst kürzlich die wenig rühmliche Auszeichnung als Hauptstadt der Autodiebe erhalten hatte.
Der GDV hat eine Rangliste der fünfzehn größten deutschen Städte veröffentlicht. Bremen liegt dabei unter dem Bundesdurchschnitt. Stuttgart und Hannover folgen mit leicht überdurchschnittlichen Werten. Am anderen Ende finden sich München, Nürnberg und Berlin wieder, die jeweils rund 20 Indexpunkte über dem Bundesdurchschnitt liegen.
Regionalklassen in Kfz-Haftpflicht in den 15 größten deutschen Städten
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| | Rang | Stadt | Index* | Regional- klasse | |
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1 |
Bremen |
91,62 |
3 |
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2 |
Stuttgart |
102,33 |
7 |
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3 |
Hannover |
103,49 |
7 |
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4 |
Leipzig |
107,57 |
9 |
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5 |
Dresden |
108,04 |
9 |
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6 |
Duisburg |
108,21 |
9 |
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7 |
Dortmund |
110,17 |
9 |
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8 |
Köln |
112,81 |
10 |
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9 |
Düsseldorf |
113,40 |
10 |
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10 |
Frankfurt / Main |
113,46 |
10 |
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11 |
Hamburg |
117,92 |
11 |
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12 |
Essen |
118,95 |
11 |
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13 |
München |
119,29 |
11 |
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14 |
Nürnberg |
122,04 |
12 |
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15 |
Berlin |
123,88 |
12 |
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* bezogen auf den Bundesdurchschnitt mit dem Wert 100 (entspricht der Regionalklasse 6); Quelle: GDV 2010 |
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Die Einstufung der Bezirke in Voll- und Teilkaskoversicherung
Die sieben günstigsten in der Vollkaskoversicherung mit der Regionalklasse eins liegen in den Regionen Niedersachsen - angeführt von Oldenburg, Friesland und Ammerland. Die zehn teuersten Regionen liegen bis auf Berlin an Platz drei allesamt in Bayern. Am teuersten fährt es sich in Ostallgäu und in Garmisch-Partenkirchen.
In der Teilkaskoversicherung liegen Würzburg und Bamberg an der Spitze. Dahinter folgen dicht auf die beiden nordrhein-westfälischen Regionen Münster/Westfalen und Herford.
Die teuerste Region Uecker-Randow liegt in Mecklenburg Vorpommern mit einem Indexwert, der mehr als doppelt so hoch liegt wie der Bundesdurchschnitt. Dahinter folgen Rottal/Inn und Ostallgäu. Die einzelnen Regionalklassen können auf den GDV-Internetseiten abgefragt werden.