Lebensversicherer - Versprechen halten ist schwer geworden
„Hohe Rendite bei geringem Risiko“ versprechen Lebensversicherungen ihren Kunden. Wer sein Geld langfristig anlegt, erwartet eine sichere Vermögenssteigerung und baut seine Zukunftspläne darauf auf. Mit immer höheren Renditen lockten die Lebensversicherer in den vergangenen Jahren. Der Preis dafür war, dass viele das Kapital ihrer Anleger in riskantere Anlageformen investierten. Das Versicherungsanalysehaus Map-Report legte im August eine Studie vor, in der es einschätzte, wie gut oder schlecht es den Versicherungsgesellschaften in Deutschland geht.
Hunderte Milliarden Euro aus der Branche steckten in Aktien, als der Kapitalmarkt zusammenbrach. Und die Durchschnittsrendite festverzinslicher Wertpapiere sank mit 3% unter den Wert, den Versicherer ihren Kunden garantieren, nämlich 3,5%. Deshalb erwartet Map-Report auch „schmerzhafte Einschnitte bei den zu erwartenden Leistungen“. (Süddeutscher Zeitung, Printausgabe vom 14.09.2009). Mehr Transparenz bei der Verbraucherinformation und bessere Risikoeinschätzung fordert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistung (BaFin). Darauf können die Verbraucher hoffen, sie werden sich aber auch an geringere Renditen gewöhnen müssen, da Zukunftsprognosen zu unsicher für Garantien geworden sind. Grund zur Panik gibt es nach der aktuellen Studie aber nicht.
Sicherheit durch europäische Vorschriften
Nicht nur fondsgebundene Lebensversicherungen, sondern auch Kapitallebensversicherungen investieren das Geld ihrer Kunden auf dem Kapitalmarkt. Alle Lebensversicherer sind dazu verpflichtet, ein Sicherungsvermögen bilden, das im Insolvenzfall die Ansprüche der Versicherten absichert.
Für dieses Sicherungsvermögen und alle darüber hinausgehenden Vermögen gilt das Gebot der Streuung und Mischung: So darf grundsätzlich nicht mehr als 35% des Sicherungsvermögens in Aktien investiert sein. Diese Anlage unterliegt strengen Vorschriften einer Anlageverordnung, alle Kapitalanlagen werden von der BaFin überwacht. Die Kapitalanlagen von fonds- und indexgebundenen Lebensversicherungen müssen getrennt von den Kapitalanlagen getätigt werden.
Um sicherzustellen, dass nur kapitalstarke Versicherer auch in riskante Anlageformen investieren können, wird die Solvabilitätsquote ermittelt. Das ist ein Vergleichswert der Eigenmittel des Lebensversicherers mit dem Wert seiner Kapitalanlagen, die nach Anlagerisiko gewertet werden, vergleicht.
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Nach der Einschätzung des Map-Report stehen deutsche Lebensversicherer im internationalen Vergleich immer noch gut da. Die Solvabilitätszahlen, die 55 Versicherer jetzt freiwillig erstmals offenlegten, liegen deutlich über den von der BaFin geforderten Dimensionen. Experten erwarten also keinen Zusammenbruch, nur Renditerückgänge, weil die Versicherer hohe Rücklagen für schlechte Zeiten gebildet haben.
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