Vor dem Eintritt in den Ruhestand sollte jeder sein notwendiges Renteneinkommen ermitteln. Stellt sich dabei heraus, dass die zukünftigen Auszahlungen der gesetzlichen Rentenzahlungen möglicherweise nicht reichen, sollte man sich zusätzlich finanziell absichern. Wer wie zwei Drittel der Deutschen über die Jahre hinweg ein privates Sparkonto gefüttert hat oder im fortgeschrittenen Alter seine Kapitallebensversicherung ausbezahlt bekommt, verfügt über ein gewisses Grundkapital. Mit einer Einmaleinzahlung in die Sofortrente kann er das Geld in regelmäßige Auszahlungen bis zum Lebensende umwandeln und damit den Grundbedarf für Miete, Heizung, Lebensmittel und andere Fixkosten sichern.
Wie funktioniert die Sofortrente?
Im Gegensatz zum gesetzlichen Rentenmodell sind in der privaten Variante keine regelmäßigen Beitragszahlungen während der Ansparphase oder Wartezeiten notwendig. Stattdessen wird ein einmaliger Betrag entrichtet. Möglich ist das auch noch kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand. Was der Vorsorgeplaner aus dem eingezahlten Kapital erhält, ist eine lebenslang garantierte Rente, die - wie der Name verrät - sofort ausgezahlt wird. Zusätzlich zum garantierten Teil profitiert der Versicherungsnehmer von einer Überschussrente, die sich aus den erwirtschafteten Erträgen des Versicherers ergibt.
Für den Fall, dass der Versicherer pleite geht, zahlt in Deutschland die Auffanggesellschaft Protektor mindestens die Garantierente weiter und sichert darüber hinaus die fest zugeteilten Überschüsse.
Für wen ist die Sofortrente sinnvoll?
Für ältere Menschen, die das Rentenalter fast erreicht haben und ihre Rentenauszahlungen aufstocken wollen. Außerdem für alle, die keine Einzahlungen in den gesetzlichen Rententopf leisten mussten - beispielsweise eine Witwe, die nie berufstätig war und keine eigene Rente bezieht. Bekommt sie die Lebensversicherung ihres Mannes ausbezahlt, kann sie diese in eine Sofortrente umwandeln.
Rentenhöhe
Für die Höhe der Rentenauszahlungen ist der ursprünglich investierte Einmalbetrag entscheidend. Einfluss auf die monatliche Rate haben außerdem Alter, Geschlecht und der Anbieter, den Sie wählen. Frauen erhalten bei gleichem Einzahlungsbetrag weniger Rente als Männer, da sie in der Regel ein höheres Alter erreichen. Aufgrund der Unterschiede sollten Sie vor dem Vertragsabschluss die Konditionen genau vergleichen. FinanceScout24 bietet zu dieser Art der Altersvorsorge eine individuelle Beratung an.
Überschüsse
In der Vertragsart wird festgelegt, wie Kunden an den Überschüssen des Versicherers beteiligt werden. Davon hängt der Rentenverlauf ab. Vorsorger können außerdem entscheiden, ob die Rente gleichmäßig hoch ausfallen soll oder niedrig beginnt und langsam steigen soll. Üblicherweise bieten Versicherer mehrere Varianten an. Andernfalls sollte man dringend klären, um welche Form es sich handelt, bevor man unterschreibt.
Arten der Überschussbeteiligung
- Garantierente: Diese Variante sieht eine Garantierente vor und steigt durch Überschüsse. Damit ist sichergestellt, dass die Rentenauszahlung über die gesamte Vertragslaufzeit nicht sinken kann.
- Hohe Anfangsrente: Grundlage der Berechnung der Rente sind die vom Versicherer erwarteten Überschüsse während der Vertragslaufzeit. Die Auszahlungen sollen stets gleich hoch bleiben. Als Nachteil erweist sich allerdings die Inflation, welche die Kaufkraft schwächt. Außerdem können eventuelle Überschussausfälle Rentenkürzungen nach sich ziehen. Daher sollte man sich die Risiken vor dem Abschluss eines solchen Vertrages von einem erfahrenen Vorsorgeberater genau erklären lassen.
- Mischform: Dabei wird eine höhere Anfangsrente mit geringeren Steigerungen in Aussicht gestellt. Interessant ist diese Variante für alle, die möglichst kurzfristig etwas von ihrem eingezahlten Kapital ausbezahlt haben möchten. Der Garantieteil steigt im Vertragsverlauf langsamer als bei der ersten Variante, dafür sind die anfänglichen Auszahlungen größer.
Leistungen im Todesfall
Normalerweise werden die Auszahlungen aus der Sofortrente mit dem Ableben gestoppt. Wer für seine Erben vorsorgen will, kann aber mit dem Versicherer Rentengarantiezeiten zwischen fünf und zwanzig Jahren ab Rentenbeginn vereinbaren. Stirbt der Rentner, leistet der Versicherer bis zum Fristende an die Erben.
Desweiteren kann man eine Beitragsrückgewähr vereinbaren. Damit fällt das Restguthaben des Versicherten beim Ableben den Erben zu. Der Einschluss der Beitragsrückgewähr und der Rentengarantie in die Versicherungspolice sind allerdings relativ teuer.
Steuervorteile
Ein Vorteil der Sofortrente besteht darin, dass das Kapital zweckgebunden verwendet wird und nicht mehr auf dem Bankkonto liegt. Sonst schmilzt es eventuell schneller dahin, weil sich die Enkel ein neues Auto wünschen oder das Haus einen Wintergarten zu brauchen scheint. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Fiskus über die Abgeltungssteuer auf Zinsen zugreift.
Auch steuerlich gewährt die private Sofortrente Vorteile: Im Gegensatz zur Riester- oder Rürup-Variante wird sie nur mit dem sogenannten Ertragsanteil besteuert. Dieser ist ein fester Prozentsatz der bezogenen Rente, der sich nach dem Alter bei Rentenbeginn richtet und während der gesamten Rentenbezugszeit gleich bleibt. Soll die Sofortrente beispielsweise mit 65 Jahren beginnen, beträgt der Ertragsanteil 18 Prozent. Das bedeutet, 82 Prozent der Rente bleiben steuerfrei - lediglich 18 Prozent sind für die Staatskasse von Interesse. Werden beispielsweise 600 Euro monatlich ausbezahlt, müssten folglich nur 108 Euro versteuert werden. Wenn man in diesem Rechenbeispiel einen Steuersatz von 30 Prozent zu Grunde legt, wären folglich 32,40 Euro Steuern fällig.
Wie man sieht, ist die Sofortrente in gewissen Fällen ein lohnendes aber komplexes Produkt. Bei der Suche nach der geeigneten Sofortrente unterstützen wir Sie gerne.