Gäbe es eine Versicherung gegen Schneemangel, würden einige Pisten-Fans zugreifen. Wer Ski oder Snowboard fahren will, muss bei einem ungewöhnlich milden Winter weit die Berge hinauf. Dabei wäre das Risiko, im Wintersporturlaub ohne Schnee dazusitzen, finanziell durchaus zu verkraften. Das Risiko, bei einem Ski-Unfall bleibende gesundheitliche Schäden davon zu tragen, sollte dagegen vor der ersten Abfahrt unbedingt abgesichert sein. Rund 60.000 Wintersportler verunglücken nach Angaben der Stiftung Warentest Jahr für Jahr bei ihrem Hobby. Egal, ob Sie wie ein Profi durch den Tiefschnee gleiten oder als Neuling den Anfängerhügel herunterrutschen – ohne eine private Unfallversicherung sollte sich besser niemand auf die Bretter wagen.
Finger weg vom Jagertee
Die private Unfallversicherung hilft, die finanziellen Folgen eines Wintersport-Unfalls abzufedern. Wer beispielsweise nach einem Sturz oder Zusammenstoß bleibende Gesundheitsschäden davonträgt, erhält je nach Invaliditätsgrad von der Versicherung einen festgelegten Betrag. Damit können beispielsweise teure Reha-Maßnahmen, behindertengerechte Umbauten, eine Haushaltshilfe oder auch eine lebenslange Rente finanziert werden. Oft übernimmt die Versicherung auch Bergungskosten bis zur vertraglich festgelegten Obergrenze, beispielsweise bis zu 5.000 Euro. Teilweise fragen die Gesellschaften im Versicherungsantrag zwar nach riskanten Hobbys. Auf die Prämie hat dies jedoch nur selten Einfluss: Genau wie die meisten anderen Freizeitsportler können sich Ski- oder Snowboardfahrer problemlos und ohne Zuschlag versichern. Gefährlich ist dagegen der übermäßige Konsum von Jagertee & Co. Wer sich alkoholisiert auf die Piste wagt, riskiert unter Umständen seinen Versicherungsschutz. Viele Versicherer zahlen nicht für Unfälle unter Alkoholeinfluss. Ansonsten gilt der Versicherungsschutz in der Regel rund um die Uhr und weltweit, also beispielsweise auch in der Schweiz, den USA oder Kanada.
Mehr Geld dank Progression
Versicherungskunden haben die Wahl zwischen linearen und progressiven Unfallversicherungen. Das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bieten nach Einschätzung der Stiftung Warentest die Progressionstarife. „Bei linearen Tarifen bekommen Sie bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro diese 100.000 Euro dann, wenn Sie zu hundert Prozent Invalide sind, also zum Beispiel vollständig erblinden“, erläutert Ulrike Steckkönig von der Stiftung Warentest den Unterschied: „Bei einem Progressionstarif würden Sie im Falle einer Invalidität von hundert Prozent zum Beispiel fünfhundert Prozent der Versicherungssumme, also eine halbe Million Euro, bekommen“. Wenn es hart auf hart kommt, sind Kunden mit einem Progressionstarif also finanziell hervorragend abgesichert. Wer die ganze Familie beim gleichen Anbieter versichert, kann sich in der Regel über einen Beitragsrabatt von zwanzig bis dreißig Prozent freuen.