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100 Euro mehr: Niedriger Ölpreis erhöht Kaufkraft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.09.2015

Der niedrige Ölpreis hat positive Auswirkungen auf die Kaufkraft: Im Schnitt hat jeder Verbraucher pro Jahr 100 Euro mehr zur Verfügung, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ermittelt. Der Einzelhandel hat im Juli bereits davon profitiert. Währungshüter sehen die mit dem niedrigen Ölpreis zusammenhängende niedrige Inflation hingegen als Gefahr.

Der niedrige Ölpreis lässt die Preise für Heizöl und Benzin sinken, wodurch Verbraucher in diesem Jahr durchschnittlich insgesamt 100 Euro mehr auf dem Girokonto haben als 2014. Über diese Steigerung der Kaufkraft berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ), der aktuelle Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) exklusiv vorliegen. Vor allem Autofahrer und Familien profitieren.

Dollarkurs schmälert Zuwachs der Kaufkraft

Im Vergleich zu 2014 ist der Preis für Rohöl um circa 45 Prozent gefallen. Dies gilt genau genommen aber nur für die USA, denn Öl wird üblicherweise in US-Dollar gehandelt. Verbraucher in Deutschland würden noch stärker vom niedrigen Ölpreis profitieren, wenn der Wechselkurs nicht wäre. Aufgrund des gestiegenen Dollarkurses ist der Rohölpreis hierzulande unter dem Strich nur um 35 Prozent zurückgegangen, wie die „FAZ“ vorrechnet. Auch die relativ hohe Mineralölsteuer, die auf die getankte Menge aufgeschlagen wird und unabhängig vom Ölpreis ist, sorgt dafür, dass der Preisverfall nicht für noch mehr Geld in den Taschen der Verbraucher sorgt.

Einzelhandel freut sich über höhere Kaufkraft

Nichtsdestotrotz hat der Einzelhandel bereits von der gestiegenen Kaufkraft profitiert. Nach Angaben der Zeitung sind die Umsätze im Juli 1,3 Prozent höher als im Monat zuvor. Im Vergleich zu Juli 2014 haben Verbraucher sogar 3,1 Prozent mehr Geld in den Geschäften ausgegeben. Neben dem geringen Ölpreis spielen aber auch die gute Arbeitsmarktlage, höhere Löhne und die niedrige Inflationsrate eine Rolle.

Niedriger Ölpreis sorgt für geringe Preissteigerung

Letztere hängt ebenfalls mit dem niedrigen Ölpreis zusammen. So war die Teuerungsrate im Juli mit 0,2 Prozent erneut kaum bemerkbar, was auch auf die vergleichsweise geringen Kosten für Kraftstoffe zurückzuführen ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht dies mit Sorge. Die Währungshüter streben eine Inflation von etwas weniger als 2,0 Prozent an. Um dieser Zielmarke näherzukommen, hat die EZB seit Anfang März pro Monat etwa 60 Milliarden Euro in den Markt gepumpt. Dies geschah vor allem über den Kauf von Staatsanleihen.

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