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Abgeltungsteuer soll abgeschafft werden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 12.11.2015

Die Abgeltungsteuer von pauschal 25 Prozent auf Kapitalerträge steht schon seit Längerem in der Kritik und begünstigt Vermögende. Nun hat Finanzminister Wolfgang Schäuble signalisiert, in der nächsten Legislaturperiode die Abschaffung dieser Steuer angehen zu wollen.

Die Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge steht anscheinend vor dem Aus: Finanzminister Wolfgang Schäuble signalisierte nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“, die pauschale Steuer von 25 Prozent abschaffen zu wollen. Die große Koalition zeigt sich zunehmend bereit, Kapitalerträge stattdessen über die Einkommensteuer abgelten zu lassen. Besonders für Vermögende bedeutet das aber eine höhere Steuerbelastung.

Abgeltungsteuer als nicht mehr notwendige Vergünstigung

Motivation für die Einführung der Abgeltungsteuer 2009 war es, Steuerschlupflöcher zu schließen: Die günstige Besteuerung mit 25 Prozent, die direkt von den Banken abgeführt wird, sollte Steuerflucht ins Ausland verringern, indem sie durch einen günstigen Tarif in Deutschland weniger attraktiv wurde. Mittlerweile ist die internationale Zusammenarbeit aber besser geworden und fast 100 Staaten weltweit haben sich geeinigt, Informationen über Kontobewegungen auszutauschen. Dadurch ist die Abgeltungsteuer im Kampf gegen Steuerhinterziehung nun weniger wichtig. Ein Gutachten im Auftrag der Grünen kritisiert sie außerdem als verfassungswidrige Ungleichbehandlung, die Kapitalbesitzer begünstigt.

Ab 2017 Einkommensteuer auf Kapitalerträge

Bisher sind durch die Abgeltungsteuer auf alle Zinserträge, die über dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro liegen, Steuern von 25 Prozent fällig. Das betrifft zum Beispiel Erträge aus Tagesgeld, Festgeld, oder einem Depot. Mit der Abschaffung der Abgeltungsteuer würde stattdessen die Einkommensteuer auf Kapitalerträge angewendet werden. Hier ist der Steuersatz variabel und richtet sich nach dem jeweiligen Einkommen, liegt also bei Gutverdienern deutlich über 25 Prozent und kann bis zu 45 Prozent betragen. Für sie käme die Abschaffung faktisch also einer Steuererhöhung gleich. Deshalb soll sie auch erst in der nächsten Legislaturperiode ab 2017 angegangen werden. Die Koalition hatte nämlich für diese Periode Steuererhöhungen ausgeschlossen.

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