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Abschlagsfreie Rente mit 63 für fitte Arbeitnehmer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.03.2015

Vor allem körperlich fitte Arbeitnehmer beantragen die abschlagsfreie Rente mit 63. Die unerwartet hohe Zahl an völlig gesunden „Vorziehern“ macht den größten Anteil beim frühen Renteneintritt aus. Arbeitnehmer mit Gesundheitsproblemen nutzen die Möglichkeit seltener. Der Trend sorgt jedoch nicht nur für hohe Kosten, sondern verschärft auch den Fachkräftemangel.

Die Zahl der Arbeitnehmer, welche die abschlagsfreie Rente mit 63 in Anspruch nehmen, obwohl es keine gesundheitlichen Gründe für einen frühzeitigen Renteneintritt gibt, ist größer als erwartet. Dies geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Markus Kurth hervor, die der „Rheinischen Post“ (RP) vorliegt.

10.000 „Vorzieher“ mehr als bislang erwartet

Etwa 60.000 Arbeitnehmer dürften demnach zu den sogenannten Vorziehern gehören; 10.000 mehr als bislang angenommen. Als „Vorzieher“ gelten ältere Arbeitnehmer, die allein aufgrund der Attraktivität des Angebots der abschlagsfreien Rente mit 63 frühzeitig in den Ruhestand eintreten und nicht aus gesundheitlichen Gründen. Diese Vorzieher würden einen Großteil der Kosten für die abschlagsfreie Rente mit 63 verursachen. Wäre diese Rentenoption nicht eingeführt worden, hätte dieser Personenkreis wohl bis zum regulären Renteneintritt mit 65 Jahren gearbeitet, da den Betroffenen die bisherigen Abschläge zu hoch gewesen wären.

85 Prozent der Kosten entfallen auf Vorzieher

Die Bundesregierung hatte bislang für das laufende Jahr mit Mehrkosten in Höhe von knapp zwei Milliarden Euro für die abschlagsfreie Rente mit 63 kalkuliert. Bis zu 85 Prozent dieses Budgets, also nahezu 1,7 Milliarden Euro, dürfte auf die Vorzieher entfallen. „Ein Großteil der Ausgaben für die Rente ab 63 geht an Personen, die ansonsten über das 63. Lebensjahr hinaus gearbeitet hätten“, kritisiert Grünen-Politiker Kurth. „Der viel beschworene Dachdecker mit den kaputten Knien hingegen macht nur einen Bruchteil der Kosten dieser neuen Rentenart aus“, so Kurth. Problematisch ist diese Entwicklung nicht nur wegen der daraus entstehenden Kosten, sondern auch, weil dringend benötigte Fachkräfte dem Arbeitsmarkt entzogen werden.

Korrekturen für die abschlagsfreie Rente mit 63 möglich

Das große Interesse an der abschlagsfreien Rente mit 63 hatte die Erwartungen der Bundesregierung deutlich übertroffen. Infolgedessen könnten Korrekturen erforderlich werden, um eine Kostenexplosion zu vermeiden. Für Arbeitnehmer, die über einen vorgezogenen Renteneintritt nachdenken, empfiehlt es sich, frühzeitig eine private Altersvorsorge abzuschließen. Denn selbst bei abschlagsfreier Rentenzahlung reicht die gesetzliche Rente in der Regel nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten.

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