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Anbieterwechsel für Strom und Gas oft ungewollt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.04.2016

Von einem Anbieterwechsel im Strom- und Gasbereich versprechen sich Verbraucher meist finanzielle Vorteile. So mancher Wechsel ist jedoch unbeabsichtigt, weil dubiose Anbieter in letzter Zeit vermehrt potenziellen Kunden Verträge unterschieben. Dagegen lässt sich nach Informationen der Verbraucherzentrale jedoch erfolgreich vorgehen. 

Immer häufiger registriert die Verbraucherzentrale Niedersachsen ungewollte Anbieterwechsel durch Strom- und Gaskunden, wie sie auf ihrem Portal Marktwächter Energie“ berichtet. Demnach betrafen rund 20 Prozent der untersuchten Beschwerden bezüglich der Strom- und Gasanbieter untergeschobene Lieferverträge. Diese stellen somit aktuell eines der gängigsten Probleme von Verbrauchern in diesem Bereich dar.

Wenige persönliche Angaben genügen für ungewollten Anbieterwechsel

Während ein Stromvergleich oder Gaspreisvergleich bei einem unabhängigen Vergleichsportal für wechselwillige Kunden völlig unverbindlich ist, gilt dies nicht zwingend für Informationsgespräche mit einigen Strom- und Gasanbietern. Das auf den ersten Blick unverbindliche Einholen von Tarifinformationen kann bei dubiosen Anbietern durchaus einen ungewollten Wechsel nach sich ziehen. Laut „Marktwächter Energie“ genügen schon wenige persönliche Angaben, beispielsweise die Nummer das Gas- oder Stromzählers, aus, um den bestehenden Vertrag zu beenden und einen Anbieterwechsel in die Wege zu leiten – auch wenn dieser aus Kundensicht eigentlich nicht beabsichtigt ist.

Der Grund hierfür ist der erleichterte Datenaustausch, der sehr anfällig für entsprechenden Missbrauch ist: Bei jedem Wechsel des Strom- und Gasanbieters kündigt üblicherweise der neue Anbieter den alten Vertrag. Er benötigt hierfür lediglich Namen und Adresse des Verbrauchers sowie die Strom- oder Gaszählernummer beziehungsweise die bisherige Kundennummer.

Widerrufsrecht bei Wechsel von Strom- und Gasanbietern

Gerade ein Anbieterwechsel des Gasversorgers kann sich finanziell durchaus auszahlen. Dennoch sollten Verbraucher laut „Marktwächter Energie“ sensible Daten nicht vorschnell weitergeben und auch keinen Zugang zu Abrechnungen, Vertragsunterlagen sowie Strom- und Gaszählern gewähren, solange sie sich nicht endgültig für einen neuen Anbieter entschieden haben. Ist ein ungewollter Anbieterwechsel bereits in die Wege geleitet, können Verbraucher ihr 14-tägiges Widerrufsrecht für Fernabsatz- und Haustürgeschäfte nutzen. Das Widerrufsrecht gilt ab dem Tag, an dem ein Verbraucher darüber informiert wurde. Im Normalfall ist dies das Datum des ungewollten Vertragsabschlusses.

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