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Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten sinkt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.09.2015

Steigende Lebenshaltungskosten gelten als eine Art deutsche Urangst. Hyperinflation und Währungsreform haben offenbar ihre Spuren hinterlassen. Doch jetzt hat die Inflation offenbar ihren Schrecken verloren. Laut einer aktuellen Studie haben die Deutschen 2015 erstmalig größere Angst vor Naturkatastrophen und Terrorismus als vor steigenden Preisen.

Die Deutschen verlieren offenbar ihre lang gehegte Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung der R+V Versicherung hervor. Die Angst vor Inflation gilt als eine Art Urangst der Bundesbürger. In der seit 1992 jährlich durchgeführten R+V-Studie zu den Ängsten der Deutschen war die Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten seit 20 Jahren konstant hoch. In diesem Jahr hat die Inflation offenbar ihren Schrecken verloren, sie ging um zehn Prozentpunkte zurück – stärker als jede andere potenzielle Sorge der Bundesbürger.

Furcht vor Inflation in Deutschland tief verwurzelt

Seit Beginn der Untersuchungsreihe in den frühen 1990er Jahren hat sich an den Ängsten der Bundesbürger im Allgemeinen wenig geändert – weder an den bestimmenden Themen noch an der Verteilung. Die „Befürchtung, dass die Lebenshaltungskosten weiter anziehen“ stand jahrelang mit großem Abstand ganz oben im Ängste-Ranking. Nach einer Hyperinflation im Zweiten Weltkrieg und einer Währungsreform gelten die Deutschen als geradezu prädestiniert für diese Befürchtung. Wohl auch wegen dieser vom Historiker Werner Abelshauser als „archaische Urangst“ bezeichneten Sorge sind deutsche Verbraucher extrem preisbewusst. Laut der „Welt“ habe diese Mentalität dazu geführt, dass Deutschland die größte Discounter-Dichte in der gesamten EU besitzt und „die Finanzbranche mit dem Schreckgespenst Inflation seit Jahrzehnten gute Geschäfte macht“. Ein gewisses Maß an Inflationsskepsis spiele allerdings insbesondere bei der Altersvorsorge eine wichtige Rolle, räumt die Tageszeitung ein.

Angst vor steigenden Lebenshaltungskosten unbegründet

Doch die deutsche Volksseele hat nun offenbar andere Sorgen, als dass steigende Preise schon vor Monatsende für Ebbe auf dem Girokonto sorgen. In der aktuellen Untersuchung belegt die Angst vor Inflation gemeinsam mit der Furcht vor überforderten Politikern nur noch Platz 5 im Ranking. Tatsächlich gibt es angesichts der aktuellen Teuerungsrate von 0,2 Prozent wenig Anlass, sich um steigende Lebenshaltungskosten zu sorgen. Allerdings lag die Inflation seit der Wiedervereinigung in den meisten Jahren bei unter zwei Prozent – also exakt in dem Bereich, den die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit anstrebt und den sie als ideal für ein gesundes Wirtschaftswachstum hält. Einen handfesten Grund für die ausgeprägte Angst der Deutschen vor steigenden Lebenshaltungskosten gab es also auch zuvor nicht.

Naturkatastrophen und Terrorismus führen Ängste der Deutschen an

Doch rational begründet sind anscheinend viele der Sorgen, die die Deutschen plagen, nicht. So sind es nach dem Abrutschen der Inflation nun mit einer Zustimmung von 53 Prozent Naturkatastrophen, die den Bundesbürgern am meisten Angst machen. Obwohl Deutschland in den vergangenen Jahren nicht mit schweren Wirbelstürmen, unkontrollierbaren Fluten oder Ähnlichem zu kämpfen hatte, zählt die Angst vor Naturkatastrophen – ähnlich wie die Befürchtung steigender Preise – seit Beginn der Untersuchungsreihe zu den größten Sorgen der Deutschen. Den mit einem Plus von 13 Prozentpunkten größten Zuwachs konnte die Angst vor Terrorismus verzeichnen, die nun auf Platz 2 im deutschen Ängste-Ranking liegt.

 Artem Samokhvalov | shutterstock.com

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