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Arbeitnehmer häufiger atypisch beschäftigt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.04.2015

Arbeitnehmer in Deutschland sind immer häufiger nicht unbefristet in Vollzeit angestellt, sondern müssen begrenzte Arbeitsverträge akzeptieren. Innerhalb der letzten 20 Jahre habe sich der Arbeitsmarkt laut Kritikern der aktuellen Politik nicht entspannt, sondern sei lediglich umverteilt worden. Den Preis zahlen die Arbeitnehmer durch unsichere Arbeitsverhältnisse.

Aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Fraktion der Linken geht hervor, dass immer mehr Arbeitnehmer in atypischen Beschäftigungsverhältnissen stehen. Dabei handelt es sich um Menschen, die keinen unbefristeten Vollzeit-Arbeitsvertrag haben, sondern in Teilzeit, als Zeitarbeiter, befristet oder geringfügig beschäftigt sind. Der Arbeitsmarkt böte laut „Spielgel/dpa“ somit kaum mehr Stellen als 1994, die geringere Arbeitslosenquote gehe vielmehr darauf zurück, dass immer mehr Jobs auf mehrere Arbeitnehmer verteilt würden.

20 Jahre Reformen haben Arbeitsmarkt nicht verbessert

1993 waren laut dem Bundesarbeitsministerium 4,4 Millionen Menschen atypisch beschäftigt. Die aktuellen Zahlen von 2013 zeigen, dass die Anzahl der mit beschränkten Arbeitsverträgen ausgestatteten Arbeitnehmer sich auf 7,6 Millionen deutlich erhöht hat. Damit sind aktuell 21,4 Prozent der Arbeitnehmer atypisch beschäftigt (1993: 13,1 Prozent). Die aktuell so niedrig angegebene Arbeitslosenquote sei daher auch darauf zurückzuführen, dass bereits 2013 fast jeder Vierte in Teilzeit arbeitete – Tendenz vermutlich steigend. Die Linke-Arbeitsmarktexpertin Jutta Krellman kritisiert, dass 20 Jahre Reformen am Arbeitsmarkt nicht für mehr Beschäftigungen gesorgt haben, sondern nur umverteilt hätten. Heute arbeiteten Beschäftigte in erzwungener Teilzeit, in kleinen Minijobs, mit Befristungen, und als Leiharbeiter und litten zunehmend darunter. Arbeitnehmer müssten wieder häufiger unbefristet in Vollzeit eingestellt werden, um sicherer leben zu können.

Altersvorsorge wird für Arbeitnehmer komplizierter

Die steigende Zahl an atypischen Beschäftigungsverhältnissen auf dem Arbeitsmarkt macht auch die Altersvorsorge zunehmend kompliziert. Längst müssen Sparer nicht nur darauf achten, überhaupt eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen, sondern auch Zeiten möglicher Arbeitslosigkeit einplanen. Spezielle private Vorsorgeprodukte, wie zum Beispiel eine Riester-Rente werden im Falle einer Arbeitslosigkeit nicht zum verwertbaren Vermögen gezählt und haben daher auch in unruhigen Zeiten Bestand. Bei private Altersvorsorgen generell gilt, dass diese nur dann sicher vor Hartz 4 sind, wenn die Sparanlagen nicht vor dem Eintritt in den Ruhestand verwertet (gekündigt, beliehen, verpfändet, abgetreten) werden können.

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