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Arbeitskosten in Deutschland über EU-Durchschnitt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.05.2015

Die Ausgaben von Arbeitgebern für Löhne und Lohnnebenkosten sind in der Bundesrepublik deutlich höher als in anderen EU-Ländern. Dies gab das Statistische Bundesamt nun bekannt. Trotz der hohen Arbeitskosten gilt Deutschland jedoch als wettbewerbsfähig. Eine vergleichsweise hohe Arbeitsproduktivität gleicht die beachtlichen Lohnkosten aus.

Arbeitskräfte sind in Deutschland im europäischen Vergleich überdurchschnittlich kostenintensiv. Das geht aus jüngst veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervor. Im europäischen Vergleich der Arbeitskosten steht Deutschland auf Rang acht, Spitzenreiter ist Dänemark. Die hohen Kosten bedeuten jedoch nicht, dass Arbeitskräfte in Deutschland zu teuer sind. Zudem zeigte sich, dass die Lohnnebenkosten in der Bundesrepublik verhältnismäßig niedrig sind.

Steigende Arbeitskosten, niedrige Lohnnebenkosten

Wie das Statistische Bundesamt bekannt gab, lagen die durchschnittlichen Arbeitskosten in Deutschland 2014 bei 31,80 Euro pro Stunde. Damit stiegen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent und sind rund ein Drittel höher als der europäische Durchschnitt von 24,40 Euro. Nur in sieben EU-Staaten mussten Arbeitgeber höhere Arbeitskosten, also die Summe von Lohn- und Lohnnebenkosten, zahlen. 

Mitgliedstaaten der Europäischen Union

Arbeitskosten/Stunde 2014 in der Privatwirtschaft

Lohnnebenkosten pro 100 Euro Bruttoverdienst

Europäische Union (Durchschnitt)

24,40 Euro

31 Euro

Dänemark

42,00 Euro

15 Euro

Belgien

41,10 Euro

44 Euro

Schweden

40,20 Euro

46 Euro

Luxemburg

35,70 Euro

16 Euro

Frankreich

35,20 Euro

47 Euro

Niederlande

33,50 Euro

33 Euro

Finnland

32,90 Euro

27 Euro

Deutschland

31,80 Euro

28 Euro

Österreich

31,70 Euro

36 Euro

Irland

28,40 Euro

18 Euro

Italien

27,40 Euro

39 Euro

Vereinigtes Königreich

22,20 Euro

19 Euro

Spanien

21,00 Euro

36 Euro

Zypern

15,70 Euro

20 Euro

Slowenien

15,50 Euro

18 Euro

Griechenland

14,40 Euro

30 Euro

Portugal

12,60 Euro

27 Euro

Malta

11,80 Euro

9 Euro

Estland

10,20 Euro

36 Euro

Slowakei

10,00 Euro

36 Euro

Tschechische Republik

9,60 Euro

37 Euro

Kroatien

9,30 Euro

18 Euro

Polen

8,20 Euro

23 Euro

Ungarn

7,80 Euro

30 Euro

Lettland

7,00 Euro

25 Euro

Litauen

6,60 Euro

41 Euro

Rumänien

4,80 Euro

30 Euro

Bulgarien

3,80 Euro

19 Euro

Datenquelle: Statistisches Bundesamt

Die Lohnnebenkosten setzen sich hauptsächlich aus Sozialbeiträgen zusammen. Diese umfassen Arbeitgeberanteile zu den Sozialversicherungen und für die betriebliche Altersvorsorge sowie Aufwendungen für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall umfassen. Je höher der Anteil der Lohnnebenkosten an den Arbeitskosten ausfällt, desto geringer ist der Lohnanteil, den der Arbeitnehmer abzüglich Steuer und Sozialabgaben letztendlich auf seinem Girokonto vorfindet. Da die Lohnnebenkosten in Deutschland im europäischen Vergleich relativ niedrig sind, profitieren die Arbeitnehmer hierzulande also von den hohen Arbeitskosten.

Deutschland trotz hoher Arbeitskosten wettbewerbsfähig

Trotz der insgesamt hohen Arbeitskosten sind Arbeitskräfte in Deutschland nicht überteuert. Die verhältnismäßig hohe Arbeitsproduktivität der Deutschen führt dazu, dass die höheren Kosten aus wirtschaftlicher Sicht ausgeglichen werden. Der Wirtschaftsstandort Deutschland sei daher in Bezug auf die Arbeitskosten wettbewerbsfähig, berichtet „tagesschau.de“. Das erzeugte Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigem liegt für Deutschland über dem EU-Durchschnitt.

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