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Viele Arbeitslose plagen massive Geldsorgen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.11.2015

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Erwerbslosen, die massive Einschnitte aufgrund finanzieller Engpässe hinnehmen mussten, sprunghaft angestiegen. Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass viele Arbeitslose beim Essen sparen mussten, beinahe ein Fünftel musste sich aufgrund von Geldsorgen beim Heizen der Wohnung einschränken. Linken-Politikerin Sabine Zimmermann macht die Hartz-IV-Reformen der Bundesregierung für die Missstände verantwortlich.

Mehr als ein Drittel der Arbeitslosen in Deutschland hatte im vergangen Jahr offenbar so erhebliche Geldsorgen, dass es für die Betroffenen schwierig war, sich mindestens jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit zu leisten. Wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet, geht dies aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die der Tageszeitung vorliegen.

Geldsorgen hielten Arbeitslose vom Heizen ab

Demnach sei die Zahl der derart massiv von Geldsorgen betroffenen Arbeitslosen innerhalb eines Jahres sprunghaft von 48.000 im Jahr 2013 auf 1,07 Millionen 2014 angestiegen. Dies entspricht 34,6 Prozent der Erwerbslosen in der Bundesrepublik. Doch nicht nur bei der Ernährung müssen viele Arbeitslose offenbar massive Einschnitte hinnehmen. Geldsorgen führten dazu, dass beinahe jeder fünfte Arbeitslose im vergangenen Jahr nicht ausreichend Geld auf dem Girokonto hatte, um seine Miete und Rechnungen für Versorgungsleistungen regelmäßig fristgerecht zu bezahlen.  Auch in diesem Bereich ist die Zahl der Betroffenen mit einer Zunahme um 62.000 zum Vorjahresergebnis auf 590.000 deutlich angestiegen. Geldsorgen führten außerdem dazu, dass 18,4 Prozent der Arbeitslosen im vergangenen Jahr ihre Wohnung nicht ausreichend heizen konnten. Den Daten zufolge litten knapp 30,9 Prozent der Arbeitslosen hierzulande 2014 unter „erheblicher materieller Entbehrung“.

Zimmermann: Erhöhung des Hartz-IV-Satzes auf 500 Euro erforderlich

Damit liegt der Anteil der Arbeitslosen, deren Lebensbedingungen aufgrund von Geldsorgen spürbar eingeschränkt wurde, deutlich über dem europaweiten Durchschnitt von 26,2 Prozent. Die Daten waren von der stellvertretenden Vorsitzenden der Linken-Bundestagsfraktion, Sabine Zimmermann, vom Statistischen Bundesamt angefordert worden. Die Arbeitsmarktpolitikerin warnt vor zu großen Maschen im Netz der sozialen Sicherungssysteme: „Die Absicherung im Fall von Erwerbslosigkeit wird immer brüchiger und schwächer.“

Verantwortlich für die Entwicklung macht Zimmermann vor allem die Hartz-Reformen der Bundesregierung, durch die Arbeitslosen eine angemessene Unterstützung verweigert würde. Ihrer Einschätzung nach sei eine kurzfristige Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf monatlich 500 Euro erforderlich. Zudem müsse der Zugang zu den Leistungen der Arbeitslosenversicherung erleichtert werden, berichtet die „Welt“.

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