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Ausbildungsmarkt: Hauptschüler haben es schwer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.04.2015

Das Schuljahr neigt sich dem Ende und damit stehen wieder zahlreiche Jugendliche vor der großen Frage, welche Ausbildung die richtige für sie sein könnte. Die freie Wahl haben sie dabei nur bedingt. Eine aktuelle Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds macht deutlich: Bewerber mit niedriger Schuldbildung haben merklich schlechtere Chancen.

Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Ausbildungsmarkt in Deutschland ergab, dass nahezu zwei von drei offenen Ausbildungsplätzen, die in der bundesweiten Lehrstellenbörse der 80 Industrie- und Handelskammern (IHK) gelistet sind, Jugendlichen mit niedriger Schulbildung verschlossen bleiben. Bei 62 Prozent der knapp 44.000 offenen Stellen gibt es für Hauptschüler kaum eine Perspektive.

Ausbildungsmarkt: Schlechte Chancen in Bank- und Büroberufen für Hauptschulabsolventen

Die Studie des DGB ergab außerdem, dass die Chancen für Hauptschulabsolventen auf dem Ausbildungsmarkt besonders bei Lehrstellen in Bank- und Büroberufen „gegen Null“ tendieren. Die Ausschlussquote für Absolventen mit niedriger Schulbildung liege bei Ausbildungsberufen im Büromanagement oder Groß- und Außenhandel bei über 90 Prozent. Gute Chancen für Hauptschulabsolventen würden hingegen im Handwerk und in der Hauswirtschaft bestehen: Hier machten Auszubildende mit niedriger Schuldbildung 53,7 beziehungsweise 57,5 Prozent aus – in der Landwirtschaft sind es 46,2 Prozent. Ganz ohne Schulabschluss bleiben Jugendlichen in der IHK-Lehrstellenbörse 96,3 Prozent aller Ausbildungswege verschlossen.

Auswahlpraxis in Betrieben muss angepasst werden

Jedes Jahr im Sommer klagen etliche Betriebe in Deutschland, dass es nicht genügend passende Bewerber gibt. Gleichzeitig beschweren sich zahlreiche Jugendliche, dass sie keine Ausbildungsstelle finden, berichtet „Spiegel Online“. Dass immer mehr Hauptschulabsolventen bei Auswahlverfahren für gewisse Stellen nicht berücksichtigt werden würden, passe nicht zu den „ewigen Klagen über den vermeintlichen Fachkräftemangel“, so Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende. „Zu viele Betriebe setzen immer noch auf eine Bestenauslese.“ Die hohen Anforderungen, die in den Stellenanzeigen genannt werden, führten dazu, dass immer mehr Ausbildungsstellen unbesetzt blieben. Die Auswahlpraxis für neue Azubis in Betrieben müsse angepasst werden, um den Fachkräftenachwuchs in Deutschland zu sichern. Der DGB ist sich sicher, dass verstärkt Jugendlichen mit Hauptschulabschluss eine Chance gegeben werden müsse.

  

 

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