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BaFin-Chefin plädiert für Kontoführungsgebühren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.02.2015

BaFin-Chefin Elke König fordert die Banken auf, mehr auf ihre Kosten zu achten. Kreditkarten-, Depot- und Kontoführungsgebühren seien zwar unpopulär, aber wirtschaftlich sinnvoll. Durch dauerhaft niedrige Zinsen müssen die Banken auf ihre Profitabilität achten und ihre Leistungen entsprechend bepreisen. Auch weitere Schließungen von Bankfilialen regte König an.

Während einer Rede auf dem Neujahrsempfang der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) richtete BaFin-Chefin Elke König laut der „Welt“ recht deutliche Worte an die Bankenbranche. Dass viele Geldhäuser trotz niedriger Zinsen für zahlreiche Leistungen keine Gebühren erheben, könnte die Profitabilität der Banken schwächen. König warb damit indirekt für Kontoführungsgebühren. Der Empfang stellte gleichzeitig den wohl letzten großen Auftritt von Elke König als Chefin der BaFin dar. Sie wechselt Ende Februar zur europäischen Behörde zur Abwicklung von Krisenbanken und wird dort die Leitung übernehmen.

Niedrige Zinsen machen Sparkurs erforderlich

Zwischen den Banken herrscht ein starker Konkurrenzkampf um Kunden. Viele Geldhäuser bieten daher ein kostenloses Girokonto an. Häufig kommt eine ebenfalls kostenfreie Kreditkarte gleich mit hinzu, oder kann separat angefordert werden. Doch niedrige Zinsen stellen die Banken zunehmend vor finanzielle Herausforderungen. BaFin-Chefin Elke König wies darauf hin, dass Kunden sich über Girokonten ohne Kontoführungsgebühren und Depots sowie Kreditkarten zum Nulltarif freuen, solche Angebote aber nicht wirtschaftlicher Logik entsprächen. Bereits jetzt würden deutsche Banken in Sachen Profitabilität im internationalen Vergleich keine Traumnoten erzielen. Die Geldhäuser sollten daher mehr auf Ihre Kosten und Einnahmen achten und für Dienstleistungen angemessene Preise, zum Beispiel in Form von Kontoführungsgebühren, verlangen. Darüber hinaus sollen Banken „ihre Präsenz in der Fläche“ bedenken. Diese Aussage der BaFin-Chefin wird als Aufforderung zu weiteren Schließungen von Bankfilialen verstanden.

Kontoführungsgebühren statt Langzeitfolgen

Die niedrigen Zinsen bewirken, dass Banken auf der Suche nach Zins- und Renditeerträgen riskantere Geschäfte und Investitionen eingehen müssen. In der BaFin besteht daher die Sorge, dass es zu allzu riskanten Geschäften kommen könnte. Sicherere Einnahmen ließen sich dagegen durch Kontoführungsgebühren generieren. So könnte die Refinanzierungslast auf mehrere Bereiche verteilt werden und Einnahmen müssten nicht allein aus Anlagegewinnen realisiert werden. Allerdings dürften Kontoführungsgebühren für viele Banken auch ein Risiko darstellen. Kunden könnten ihrer Bank nach der Einführung von Gebühren den Rücken kehren und zu einem weiterhin kostenfreien Anbieter wechseln.

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