Unabhängige Finanz- und Versicherungsvergleiche

Banken reagieren unzureichend auf Digitalisierung

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.05.2016

Fintechs erleichtern Verbrauchern zunehmend ihre Bankgeschäfte. Die Banken selbst hingegen reagieren nur zögerlich auf die Digitalisierung, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Obwohl den Geldhäusern die Konkurrenz durch die jungen Finanz-Start-ups durchaus bewusst ist, handeln sie nur in geringem Maße.

Deutsche Banken hinken der Digitalisierung hinterher und reagieren nur unzureichend auf die neue Konkurrenz durch junge Finanztechnologieunternehmen, die sogenannten Fintechs. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung der Unternehmensberatung zeb hervor, für die 250 Manager von 70 Instituten in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.

Kundenverlust durch unzureichende Digitalisierung möglich

Dabei ist den Geldhäusern der steigende Wettbewerbsdruck, der durch die Fintechs auf ihnen lastet, durchaus bewusst. Immerhin 55 Prozent sind der Ansicht, dass unzureichende Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung innerhalb weniger Jahre zu Ertragseinbußen von mindestens zehn Prozent führen könnten. Die Hälfte der befragten Manager befürchtet, mindestens ein Zehntel der Kunden an besser aufgestellte Wettbewerber zu  verlieren, sollte die Digitalisierung im eigenen Unternehmen nicht vorangetrieben werden. Soweit die Theorie – in der Praxis allerdings reagieren die Banken zögerlich auf neue Entwicklungen, wie die Studie zeigt. Lediglich ein Fünftel der Banken sieht einen hohen Handlungsbedarf bei der Überarbeitung der eigenen IT-Architektur.

Banken bei Kooperationen mit Fintechs zögerlich

Darüber, wie am besten mit den Fintechs umzugehen ist, scheinen die Meinungen unter den Bank-Managern gespalten zu sein. Zwar hatte der Bundesverband deutscher Banken bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt, sich den Fintechs zu öffnen und künftig verstärkt auf Kooperation statt auf Konkurrenz zu setzen. Die Ergebnisse der zeb-Umfrage zeigen allerdings, dass sich ein großer Teil der Banker bezüglich möglicher Kooperationen mit jungen Start-ups noch sehr abwartend verhält. Nur für jeden siebten habe dieses Thema derzeit Priorität. Dabei traut der Großteil der Führungskräfte den Fintechs zu, vor allem in den Bereichen Zahlungsverkehr, Abwicklung und Infrastruktur, Big Data und Scoring schon bald an Bedeutung zu gewinnen.

Ratgeber

11 innovative Finanz-Startups

Lernen Sie diese innovativen Startups kennen, die unseren Umgang mit Geld vielleicht völlig revolutionieren werden! Mehr »

Das könnte Sie auch interessieren

11 innovative Finanz-Startups

Lernen Sie diese innovativen Startups kennen, die unseren Umgang mit Geld vielleicht völlig revolutionieren werden! Mehr »

Online-Abschlüsse im Fokus der Banken

Das Girokonto oder eine Sparanlage online abschließen zu können, wird für Bankkunden im Zeitalter der Digitalisierung immer wichtiger – vor allem in Anbetracht des immer dünner werdenden Filialnetzes vieler Institute. Hier liegt offenbar auch der Fokus der Banken in Sachen neuer Technologie: 61 Prozent der Banker gaben an, die Online-Abschlussfähigkeit üblicher Finanzprodukte zu verbessern. Wann dies in die Tat umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Mathias Gans, zeb-Senior-Manager und Autor der Studie, denkt zwar, „dass die deutschen Banken grundsätzlich begriffen haben, wie wichtig die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle wäre. Besonders herausfordernde Handlungsfelder mit Kundenbezug und IT-Fokus meiden sie jedoch.“

Quelle: ZEB

Aktuelle Finanznews

Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Finanzverwaltung warnt vor Phishing-Mails
Online-Betrüger haben offenbar deutsche Steuerzahler als vielversprechende neue Zielgruppe entdeckt. Aktuell tauchen vermehrt Phishing-Mails von vermeintlichen Finanzämtern auf, die die Empfänger zur Preisgabe...
Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Offenlegungspflicht für Steuersparmodelle geplant
Komplexe Steuersparmodelle helfen vor allem Vermögenden, mehr von ihrem Geld zu behalten. Wie im Fall der Panama Papers erkennen die Regierungen solche Steuervermeidungsstrategien erst spät. Dagegen soll...
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Teure Basiskonten: Verbraucherzentrale mahnt ab
Basiskonten sollen insbesondere Obdachlosen und Flüchtlingen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern und für eine bessere Integration sorgen. Inzwischen sind Banken und Sparkassen verpflichtet,...

FinanceScout24 Newsletter

Jetzt anmelden und 100 € Amazon Gutschein gewinnen