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Banken wollen Kunden zum Online-Banking erziehen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.02.2015

Angesichts des Niedrigzinses wird es für Banken schwerer, Geld zu verdienen. Die Folge: Die Kreditinstitute müssen ihre Kosten senken, um wirtschaftlich zu bleiben. Kunden sollen deshalb dazu gebracht werden, Online-Banking zu nutzen. Einige Banken bieten bereits Schulungen zum elektronischen Zahlungsverkehr an, andere versuchen Kunden über neue Bankgebühren für Filialtransaktionen vom Online-Banking zu überzeugen.

Banken und Sparkassen versuchen zunehmend, vor allem ältere Kunden vom Online-Banking zu überzeugen. Wie die „Frankfurter Allgemeine“ (FAZ) berichtet, bieten einige Banken ihren Kunden jetzt sogar Schulungen zum Thema Online-Banking an – meist gegen eine Teilnahmegebühr.

Geldinstitute wollen durch neue Bankgebühren Kosten einsparen

Der Gedanke dahinter ist offensichtlich: Das anhaltend niedrige Zinsniveau schmälert die Einnahmemöglichkeiten der Geldinstitute, daher müssen Kosten gesenkt werden. Erst kürzlich hatte die Ankündigung der Postbank, für Überweisungen in Papierform zukünftig eine Gebühr von 99 Cent pro Überweisungsauftrag zu erheben, für Aufruhr vor allem bei Verbraucherschützern gesorgt. Begründet wurde dieser Schritt durch den größeren Aufwand, welcher der Bank durch eine Papier-Überweisung im Vergleich zur Online-Überweisung entstünde. Bei einigen Sparkassen und Volksbanken sind derartige Bankgebühren bereit seit Jahren Usus, berichtet der „Spiegel“.

Senioren als ehrenamtliche Online-Banking-Berater

In der Argumentation der Banken gegenüber ihren Kunden spielt die Kostenersparnis für das Geldinstitut allerdings keine Rolle. Sie versuchen, insbesondere ältere Kunden dadurch zu überzeugen, dass Online-Banking ihnen bei eingeschränkter Mobilität entgegenkäme und ihnen den beschwerlichen Weg zur Bankfiliale erspare. Das Konzept scheint zumindest teilweise aufzugehen. Sobald der Respekt vor der Technik und die Furcht vor Online-Betrügereien überwunden seien, würden ältere Bankkunden die Vorzüge des Online-Bankings sehr zu schätzen wissen, berichtet Rüdiger Fritz von der Sparda-Bank Hessen. In Gießen schult der Filialleiter Senioren als ehrenamtliche Online-Banking-Sicherheitsberater, die ihr Know-how dann an interessierte Altersgenossen weitergeben.

Sicherheitsbedenken gegenüber Online-Banking nach wie vor verbreitet

Dennoch hat ein nicht unerheblicher Teil der Bankkunden ein ungutes Gefühl, wenn es darum geht, Bankgeschäfte über das Internet abzuwickeln. Eine aktuelle Umfrage der Targobank ergab, dass 20 Prozent der Befragten schon einmal eine Online-Transaktion aufgrund von Sicherheitsbedenken abgebrochen hatten. Auch die Angst vor Phishing, also dem betrügerischen Abfangen von Zugangsdaten und Transaktionsnummern, ist nach wie vor groß. Verbraucher, die ihre Bankgeschäfte daher lieber vor Ort in der Filiale erledigen, sollten bei Wahl ihres Girokontos unbedingt darauf achten, welche Bankgebühren dafür anfallen.

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