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Alte Bausparverträge: Dorn im Auge der Anbieter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.09.2013

Immer mehr Sparer nutzen alte, zinsstarke Bausparverträge als Geldanlage. Dies scheint einigen Bausparkassen ein Dorn im Auge zu sein. Sie versuchen offenbar den Bausparvertrag zu kündigen, wenn dieser allein als Sparvertrag verwendet wird. Doch nicht immer ist das Vorgehen der Kassen rechtens, warnt die Verbraucherzentrale Sachsen.

Mit teilweise vier bis fünf Prozent werden alte Bausparverträge verzinst. Bereits zu Beginn des Jahres hatten einige Bausparkassen versucht, Kunden aus solchen Verträgen herauszubekommen und boten fragwürdige Tarifwechsel an. Doch viele Sparer bleiben konsequent und denken nicht daran, ihren Bausparvertrag zu kündigen. Sie zweckentfremden das zur Baufinanzierung gedachte Modell sogar gezielt als allgemeine Sparanlage. Nun greifen einige Bausparkassen zu drastischen Methoden.

Zinsstarke Bausparverträge als Sparanlage

Einige Sparer drosseln ihre Einzahlungen, denn wenn ein bei Vertragsabschluss vereinbartes Sparziel erreicht wird, darf die Bausparkasse den Bausparvertrag kündigen. Durch das Reduzieren oder Aussetzten der Zahlungen werden die Bausparverträge am Laufen gehalten und die Kunden profitieren weiterhin von den aktuell überdurchschnittlich hohen Zinsen. Speziell gegen solche Kunden scheinen die Bausparkassen nun verstärkt vorzugehen und bewegen sich dabei teilweise am Rande der Legalität.

So wollen die Bausparkassen einen Bausparvertrag kündigen

Nach einem Bericht der Verbraucherzentrale Sachsen versuchen einige Bausparkassen nun vermehrt, genau diesen Umstand - der Kündigung bei Erreichen des Sparziels - gegen die Sparer einzusetzen. So wurden Fälle bekannt, in denen vereinbarte Treueprämien und Bonuszahlungen nicht erst zum Vertragsende, sondern bereits früher gutgeschrieben wurden. So soll das Sparziel schneller erreicht werden, damit der Anbieter den Bausparvertrag kündigen kann. „Ob eine Bausparkasse aber mit dem vertraglich vereinbarten Bonus so umgehen kann, ist fraglich – zumindest wenn sich dies nicht eindeutig aus den allgemeinen Geschäftsbedingungen ergibt“, sagt Andrea Heyer, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen.

In anderen Fällen wurden Kunden, die ihre Zahlungen reduziert oder eingestellt hatten, aufgefordert, die Regelsparbeträge nachzuzahlen. Andernfalls müssten sie mit der Kündigung des Vertrags rechnen. In den bekannten Fällen beriefen sich die Bausparkassen auf ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs). „Hier ist im Einzelfall zu prüfen, ob diese Klausel bereits bei Vertragsabschluss wirksam vereinbart war“, rät Heyer.

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