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Befristete Arbeitsverträge sind seltener geworden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.08.2015

In Deutschland gibt es immer weniger Beschäftigte, die befristete Arbeitsverträge haben. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Im vergangenen Jahr hatten rund drei Millionen Arbeitnehmer über 24 Jahren einen Zeitvertrag. Das sind 0,8 Prozent weniger als 2011. Der Grund ist die gute Arbeitsmarktlage.

In Deutschland müssen sich immer weniger Menschen auf befristete Arbeitsverträge einlassen. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) und beruft sich auf neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes. 2014 hatte nur noch jeder zwölfte Beschäftigte ab 25 Jahren einen Zeitvertrag. Grund sei die positive Entwicklung des Arbeitsmarkts.

Befristete Arbeitsverträge in bestimmten Branchen immer noch verbreitet

Der Anteil von Arbeitnehmern, die befristete Arbeitsverträge eingingen, ist von 2011 bis 2014 von 8,9 Prozent auf 8,1 Prozent zurückgegangen. Insgesamt mussten sich im letzten Jahr noch etwa drei Millionen Beschäftigte mit einem Zeitvertrag begnügen. Für die allermeisten sei die befristete Beschäftigung nicht gewünscht, sondern die einzige Möglichkeit, an einen Job zu kommen, so die „SZ“. Betrachtet man die Zahlen langfristig, sind befristete Arbeitsverträge – vor allem in bestimmten Branchen wie der Gastronomie – immer noch weit verbreitet. In den 1990er-Jahren waren sie deutlich seltener. Seit 2005 bewegt sich der Anteil von Menschen mit Zeitvertrag zwischen acht und neun Prozent. Seit Ende der Finanzkrise zeichnet sich ein Rücklauf ab. Besonders betroffen sind neben Beschäftigten in der Gastronomie Arbeitnehmer in der Wissenschaft sowie im Gesundheits- und Sozialbereich.

Rechtliche Regelungen rund um den Zeitvertrag

Wenn kein sachlicher Grund für eine Befristung vorliegt, dürfen Arbeitgeber ein Beschäftigungsverhältnis maximal zwei Jahre lang befristen. In dieser Zeit dürfen befristete Arbeitsverträge maximal dreimal verlängert werden. Eine Ausnahme sind Start-ups. Wer sein Unternehmen neu gegründet hat, darf Angestellte bis zu vier Jahre lang befristet anstellen. Die grundlose Befristung ist in Deutschland seit 1985 erlaubt. Für Arbeitgeber sollte damit die Möglichkeit geschaffen werden, flexibel auf die Wirtschaftslage zu reagieren. Gewerkschaften kritisierten jedoch von Anfang an, dass befristete Arbeitsverträge den Kündigungsschutz aushöhlen. Vor allem Berufsanfänger hangeln sich oft von einem Zeitvertrag zum nächsten und geraten so in prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

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