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Beim Bausparen drohen negative Renditen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.03.2015

Berichte über negative Zinsen für Tagesgeldkonten schockieren Verbraucher kaum noch. Allerdings spitzt sich die Situation durch die Anleihenkäufe der EZB nun offenbar weiter zu. Eine aktuelle statistische Auswertung hat ergeben, dass beim Bausparen negative Renditen drohen könnten. Bausparern, die später keine Baufinanzierung aufnehmen, droht ein Minusgeschäft.

Die Anleihenkäufe der EZB gehen nicht ohne Folgen an den Finanzmärkten vorbei. Immer häufiger können negative Zinsen und Gesamtrenditen ausgemacht werden. So sind die Renditen von Bundesanleihen mit Laufzeiten von bis zu sechs Jahren laut einem Bericht des „Handelsblatts“ negativ und auch einzelne private Guthaben werden mit Minuszinsen belegt. Unter den anhaltend niedrigen Zinsen leiden auch Versicherer und Bausparkassen, denn für diese Anbieter wird es immer schwieriger, die Zinsversprechen an ihre Kunden zu realisieren. Neue Bausparverträge weisen daher nur noch Minizinsen auf und erreichen abzüglich der Vertriebskosten teilweise negative Gesamtrenditen. Bausparen ohne spätere Baufinanzierung wird damit für Sparer zunehmend unrentabel.

Bausparen am Rande der Rentabilität

Eine Marktstudie der FMH-Finanzberatung für das „Handelsblatt“ hat ergeben, dass immer mehr Bausparverträge zumindest während ihrer Ansparphase Verbrauchern negative Renditen einbringen. Zwar würden die Bausparkunden auch heute Verträge erhalten, die mit rund 0,25 Prozent keine Minuszinsen bieten, allerdings kann der Abzug der Vertriebskosten die Gesamtsituation ändern. Vertriebskosten werden bei vielen Anbietern in Form von Abschlussgebühren erhoben. Beträgt diese Gebühr beispielsweise ein Prozent der Bausparsumme, zahlt der Kunde schnell insgesamt drauf, anstatt von den Zinsen zu profitieren. Die folgende Tabelle führt dazu einige Rechenbeispiele auf:

Sparrate Zins Abschluss-gebühr Summe der Einzahlungen Zinsgutschrift nach 10 Jahren Rendite
300 € 0,25% 1.000 € 36.000 € 457 € -0,30%
400 € 0,25% 1.000 € 48.000 € 609 € -0,16%
300 € 0,5% 1.000 € 36.000 € 921 € -0,04%
400 € 0,5% 1.000 € 48.000 € 1.227 € 0,09%
300 € 0,75% 1.000 € 36.000 € 1.391 € 0,21%
400 € 0,75% 1.000 € 48.000 € 1.855 € 0,35%
300 € 1,0% 1.000 € 36.000 € 1.868 € 0,47%
400 € 1,0% 1.000 € 48.000 € 2.491 € 0,61%

Datenquelle: FMH-Finanzberatung/„Handelsblatt“

Mit der Baufinanzierung gegen negative Renditen

Die Berechnungen berücksichtigen jedoch nicht, dass am Ende eines Bausparvertrags in der Regel eine Baufinanzierung folgt. Die Kreditzinsen für das Baudarlehen werden bereits beim Abschluss des Bausparvertrags vereinbart und diese sind in Anbetracht der aktuellen Zinssituation ebenfalls sehr niedrig. Für Sparer, die den Baukredit später in Anspruch nehmen, lohnt sich Bausparen also auch, wenn die Gebühren die niedrige Verzinsung in der Ansparphase aufheben oder sogar übersteigen.

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