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Beratung: Robo-Advisor bei der Deutschen Bank

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.12.2015

Viele Banken verzichten aufgrund strenger Auflagen auf die klassische Anlageberatung. Bei der Deutschen Bank soll nun ein Robo-Advisor die Finanzberatung übernehmen. Die automatisierte Finanzberatung, die von vielen traditionellen Geldinstituten stark kritisiert wurde, soll in weniger als einer Stunde die passende Anlagestrategie ermitteln.

Die Deutsche Bank setzt bei der Finanzberatung seit neuestem auf automatisierte Angebote, sogenannte Robo-Advisor. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, soll der Robo-Advisor nach Angaben des Geldinstituts eine Anlageberatung innerhalb einer halben Stunde leisten können.

Robo-Advisor erstellt Anlagestrategie nach Fragebogen

Ein Robo-Advisor fragt bestimmte Eckdaten ab und erstellt aus den Antworten des Anwenders eine Anlagestrategie mit verschiedenen ETFs und Fonds. Das auf Maxblue, der Online-Investment-Plattform der Deutschen Bank, eingesetzte Programm fragt der „FAZ“ zufolge beispielsweise den gewünschten Anlagezeitraum und das Ziel der Geldanlage ab.

Zudem möchte die automatisierte Finanzberatung wissen, ob der potenzielle Anleger Finanzprodukte mit niedrigen laufenden Kosten, hoher Wertentwicklung oder gutem Rating bevorzugt. Sind alle Fragen beantwortet, schlägt der Robo-Advisor ein Paket aus verschiedenen Wertpapierfonds und Einlageprodukten der Deutschen Bank vor

Kritische Haltung traditioneller Banken gegenüber automatisierter Anlageberatung

Bislang wurde die Finanzberatung durch Robo-Advisor vornehmlich von Dirketbanken, beispielsweise der von der ING Diba und der Comdirect, angeboten. Doch auch die noch relativ junge Quirin Bank und die Targobank setzen bereits auf eine automatisierte Anlageberatung. Die traditionellen Geldinstitute hatten die Finanzberatung per Robo-Advisor hingegen lange Zeit kritisiert. Denn die automatisierten Anlageberater unterliegen nicht den strengen Regelungen, die Ihnen selbst bei der Finanzberatung auferlegt werden. So müssen die Banken beispielsweise seit 2010 jede Anlageberatung in einem sogenannten Beratungsprotokoll dokumentieren. Aufgrund der zahlreichen neuen Auflagen in den vergangenen Jahren haben sich viele Geldinstitute aus dem Beratungsgeschäft zurückgezogen und bieten keine Depots mehr an.

Banken und FinTechs: Kooperation statt Konkurrenz

Der Bundesverband deutscher Banken hatte allerdings vor einigen Wochen angekündigt, sich den sogenannten FinTechs, also jungen Unternehmen aus dem Bereich der Finanztechnologie, stärker zu öffnen. Bislang hatten Banken die innovativen Start-Ups primär als unliebsame Wettbewerber betrachtet. Der Schritt der Deutschen Bank zur automatisierten Finanzberatung korrespondiert mit dieser Ankündigung: Ihren Robo-Advisor hat die Bank gemeinsam mit dem FinTech-Unternehmen Fincite entwickelt. Die junge Firma aus Mühlheim an der Ruhr hat bereits für mehrere Geldinstitute Robo-Advisor erstellt.

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