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Berufskrankheit: Unfallkasse leistet häufig nicht

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 02.05.2016

Damit eine Erkrankung von der gesetzlichen Unfallversicherung als Berufskrankheit anerkannt wird, müssen strenge Auflagen erfüllt werden. Mehr als die Hälfte der Anträge wurde 2014 von der gesetzlichen Unfallkasse abgelehnt. Eine zusätzliche private Absicherung der eigenen Arbeitskraft scheint auch angesichts der Lücken in der gesetzlichen Absicherung sinnvoll.

Die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erkannte jeden zweiten Antrag auf die Anerkennung einer Berufskrankheit im Jahr 2014 nicht an. Dies geht aus kürzlich veröffentlichten Zahlen der DGUV hervor. Zudem hat nicht einmal jeder vierte Antragsteller überhaupt Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallkasse.

Strenge versicherungsrechtliche Voraussetzungen für Anerkennung einer Berufskrankheit

2014 gingen insgesamt 71.685 Anzeigen auf den Verdacht einer Berufskrankheit bei der gesetzlichen Unfallversicherung ein. 38.425 der Antragsteller mussten eine Ablehnung hinnehmen. Häufigste Gründe für die Ablehnung waren, dass die Unfallkasse entweder keine berufliche Verursachung der Erkrankung feststellen konnte oder die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung nicht gegeben waren. Letztendlich wurden nur 16.112 Personen Leistungen aus der Unfallkasse gewährt, 5.155 von ihnen wurde eine regelmäßige Rentenzahlung aufgrund einer Berufskrankheit zugesprochen.

Gesetzliche Unfallversicherung: Strenge Vorgaben für Leistungen

Wie die Zahlen verdeutlichen, sind Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung an strenge Voraussetzungen geknüpft. Damit eine Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wird, muss ein Ursachenzusammenhang zwischen der beruflichen Tätigkeit und Krankheit bestehen – anders als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, die im Regelfall unabhängig von der Ursache ab 50-prozentiger Berufsunfähigkeit leistet. Zudem muss sich der Versicherte die Erkrankung während der Arbeit zugezogen haben oder die Erkrankung muss in der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) gelistet sein.

Lücken im Versicherungsschutz während der Arbeit

Und selbst während der Arbeitszeit gelten einige Ausnahmen, in denen Arbeitnehmer nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt sind. Dies trifft zum Beispiel bei Unfällen in der Werkskantine zu, wie das Sozialgericht Heilbronn 2012 urteilte (Az.: S 5 U 1444/11), oder in Raucherpausen (SG Berlin, Az.: S 68 U 577/12). In solchen Fällen sind Arbeitnehmer nur abgesichert, wenn sie zusätzlich über eine private Unfallversicherung verfügen. Diese greift auch bei Unfällen auf dem Arbeitsweg, wenn dieser nicht auf direkter Strecke zurückgelegt wurde. Die gesetzliche Unfallversicherung leistet nicht, wenn ein Umweg eingelegt wird, beispielsweise für einen Einkauf im Supermarkt.

Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

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