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Bestellerprinzip verändert den Mietmarkt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.05.2016

Vor rund einem Jahr trat auf dem Immobilienmarkt das sogenannte Bestellerprinzip in Kraft, sodass der Makler nicht mehr in jedem Fall von den Mietern bezahlt werden muss. Eine Bilanz dieser neuen Situation zeigt: Einige Folgen dieses neuen Prinzips sind durchaus überraschend und waren wohl so vom Gesetzesgeber nicht geplant.

Ein knappes Jahr nach Einführung des Bestellerprinzips lässt sich eine aus Mietersicht überwiegend positive Bilanz ziehen. Gleichzeitig zeigen sich jedoch erste Anzeichen eines Immobilienmarktes, der für Suchende weniger stark öffentlich zugänglich ist.

Makler müssen meist auf Gebühren von Vermietern verzichten

Das Bestellerprinzip wurde bundesweit am 1. Juni 2015 eingeführt – also gleichzeitig mit der viel diskutierten Mietpreisbremse, die vielerorts bis heute nicht zu funktionieren scheint. Seitdem zahlt derjenige den Makler, der ihn beauftragt hat – also im Normalfall nicht mehr der Mieter, an den die Kosten zuvor meist weitergereicht wurden, sondern der Vermieter. Makler, die nun unberechtigte finanzielle Forderungen an potenzielle Mieter stellen, müssen mit einem entsprechenden Gerichtsverfahren sowie weiteren Sanktionen rechnen – häufig müssen sie nicht nur die geforderten Gebühren erstatten, sondern zusätzlich Bußgelder zahlen.

Gleichzeitig veränderte die Einführung des Bestellerprinzips das Berufsbild des Maklers. Im Herbst 2015 zeigten beispielsweise verschiedene Umfragen, dass viele Makler Umsatzeinbußen zu verzeichnen hatten. Mittlerweile bieten viele daher an die veränderte Situation angepasste Leistungen an.

Unerwartete Auswirkung des Bestellerprinzips

Eine positive Bilanz des ersten Jahres mit Bestellerprinzip zieht nicht nur der Deutsche Mieterbund (DMB), sondern auch der Immobilienverband Deutschland (IDV): „Unsere Mitglieder halten sich an das Bestellerprinzip“, so Christian Osthus, Rechtsexperte des Verbands, laut der „Welt“.

Gleichzeitig jedoch lässt sich jedoch ein weiterer Effekt des Bestellerprinzips beobachten, der für Wohnungssuchende weniger positiv sein dürfte: Der Immobilienmarkt für Mietobjekte wird anscheinend weniger öffentlich, es finden sich oftmals weniger Angebote auf einschlägigen Portalen. Der Grund hierfür könnte sein, dass viele Vermieter versuchen die Objekte über ihr eigenes persönliches Netzwerk zu vermieten um so die Maklerprovision zu umgehen.

Quelle: Welt

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