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Betrug mit Debitkarten 2015 deutlich gestiegen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.04.2016

Betrügereien mit gestohlenen und gefälschten Debitkarten, also den Bankkarten zum Girokonto, hatten im vergangenen Jahr offenbar Hochkonjunktur. Während die Computerkriminalität insgesamt zurückgegangen ist, hat der Betrug mit gestohlenen Kartendaten stark zugenommen. Die Konten von Betroffenen werden vor allem an Geldautomaten im Ausland leergeräumt.

Die Computer- und Internetkriminalität war im vergangenen Jahr in Deutschland insgesamt rückläufig. Der Betrug mit Debitkarten hat allerdings deutlich zugenommen. Das besagt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die der „Welt am Sonntag“ bereits vorliegt.

Mehr als 18.000 Betrugsfälle mit Debitkarten

2015 wurden der Polizei insgesamt 18.487 Betrugsfälle mit den Bankkarten mit Lastschriftfunktion gemeldet. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen erheblichen Anstieg um 15 Prozent. Der Betrug mit den Karten, die üblicherweise für jedes Girokonto ausgegeben werden und bis zur europäischen Währungsunion als EC-Karte bezeichnet wurden, findet laut „Focus Online“ in erster Linie direkt am Geldautomaten statt. Die Geräte werden von Kriminellen so manipuliert, dass die Daten auf dem Magnetstreifen von Debitkarten samt dazugehöriger Geheimzahl ausgelesen werden können. Fachleute nennen dieses Vorgehen Skimming, also das Abschöpfen (englisch: to skim) von Daten. Die ergaunerten Daten können anschließend auf einen Kartenrohling geschrieben werden. Mit solchen Kopien von Debitkarten lassen sich dann die Konten der Geschädigten am Geldautomaten leerräumen. Vielfach geschieht dies an Automaten im Ausland, da dort die Sicherheitsstandards weniger hoch sind als in Deutschland und die Echtheit der Debitkarte meist nicht überprüft wird, wie die deutsche Presse-Agentur (dpa) kürzlich mitteilte.

Betrug durch Ausspähen von Daten am Rechner rückläufig

In allen anderen erhobenen Bereichen der Computerkriminalität waren die Zahlen der gemeldeten Betrugsfälle hingegen rückläufig. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Bereich der Datenveränderung und Computersabotage mit einem Minus von 37,6 Prozent auf 3.537 gemeldete Fälle aus. Auch Betrug durch das Ausspähen und Abfangen von Daten kam 2015 deutlich seltener vor als 2014: Die Zahl sank um 19 Prozent auf insgesamt 9.629 Fälle. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 70.068 Fälle von Computerkriminalität gemeldet – 5,2 Prozent weniger als 2014.

In der einmal jährlich erscheinenden Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden alle der Polizei bekanntgewordenen rechtswidrigen Straftaten einschließlich strafbarer Versuche erfasst. Die aktuelle Ausgabe soll im Mai von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) offiziell vorgestellt werden.

Quellen: Welt am Sonntag, Focus Online

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