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Bezahlen mit dem Handy: Sichere NFC-Technologie?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 05.04.2016

Im Vergleich zu anderen Ländern steckt das Bezahlen mit dem Handy in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Allerdings führen auch hierzulande zunehmen mehr Einzelhändler die Zahlung per sogenannter NFC-Technologie ein. Mithilfe dieser Funktechnik werden Daten zwischen zwei Geräten ausgetauscht. Dies sorgt bei Kritikern für Skepsis.

Grundsätzlich ist das Bezahlen mit dem Handy per NFC-Technologie ist im Vergleich zur Bargeldzahlung nicht unbedingt unsicherer, allerdings ist der Datenschutz unter Umständen mangelhaft. Dies berichtet die „Welt“ mit Bezug auf die Zeitschrift „Computer Bild“.

Am liebsten bar: Deutsche sind beim Bezahlen konservativ

Bargeld gehört in Deutschland nach wie vor zu den beliebtesten Zahlungsmitteln, die NFC-Technologie ist dagegen kaum verbreitet: Laut einer Umfrage zahlte beispielsweise im vergangenen Jahr eine Mehrheit der Deutschen am liebsten mit Scheinen oder Münzen. Das Bezahlen mit dem Handy ist in Deutschland dagegen weit weniger gefragt: Nur zehn Prozent der Konsumenten nutzen, die „Welt“ berichtet, ihr Smartphone für diese Zwecke. Dabei kann die NFC-Technologie inzwischen auch in Deutschland an zahlreichen Kassen genutzt werden, denn große Ketten wie Edeka, Aldi, Lidl, Kaiser’s, McDonald’s, Ikea und Aral ermöglichen ihren Kunden mittlerweile das Bezahlen mit dem Handy.

Sicherheitsbedenken gegenüber dem Bezahlen mit Handy

Die relativ geringe Nutzung von Smartphones zur Bezahlung liegt laut „Welt“ vor allem in Sicherheitsbedenken begründet: So befürchteten beispielsweise viele Konsumenten, dass ihr Handy nach einem eventuellen Diebstahl dafür genutzt werden könnte ihr Girokonto zu leeren. Auch eine Präsentation von Studenten der TU Darmstadt auf dem diesjährigen Chaos Communication Congress (CCC) könnte entsprechende Bedenken bestätigen: Hier wurde demonstriert, wie sich mithilfe einer präparierten App sowie manipulierten Smartphones eine über mehrere Hundert Kilometer entfernte Kreditkarte belasten lässt.

NFC-Technologie: Sicherheit trotz Mängeln beim Datenschutz

Dennoch gehen Experten davon aus, dass die NFC-Technologie ähnlich sicher wie eine EC-Karte ist. Auch berichtete einer der Darmstädter Studenten in einem Interview, dass das dargestellte Szenario eher theoretischer Natur sei, wie die „ComputerBild“ berichtete. Bisher ist der Zeitschrift zufolge noch kein Fall bekannt, in dem tatsächlich ein Nutzer über die Funktechnologie bestohlen wurde. Zur Sicherheit trägt zudem bei, dass die Geräte die Daten üblicherweise verschlüsselt übertragen. Darüber hinaus lassen sich über die NFC-Technologie höchstens drei Zahlungen nacheinander ohne eine PIN-Eingabe durchführen. Da das Bezahlen ohne PIN nur bei Beträgen bis 25 Euro möglich ist, kann dem Verbraucher so also nur ein Schaden von maximal 75 Euro entstehen.

Dr. Marc-Oliver Reeh, NFC-Experte der Universität Hannover, bekräftigt gegenüber der „Welt“ die relative Sicherheit des Bezahlens mit Handy über NFC-Technologie: „Banken und Einzelhandel zeigen reges Interesse, den teuren Bargeldverkehr zu reduzieren. Entsprechend übernehmen sie einen Großteil des potenziellen Risikos, sollten sich Dritte Zugang zum System verschaffen. Beim Bargeld hingegen ist jeder auf sich allein gestellt.“

Bezüglich des Datenschutzes jedoch weist die NFC-Technologie einige Mängel auf, wie die Zeitschrift „ComputerBild“ berichtete. Demnach sei oftmals lediglich eine App zum Auslesen von Scheckkarten erforderlich, um eine Auflistung der letzten Transaktionen sowie die Kreditkartennummer und das Ablaufdatum der Karte zu erhalten.

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