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BGH: Fiktive Autoreparatur kann mehr kosten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.11.2015

Nach einem selbst verschuldeten Unfall zahlt meist die Kaskoversicherung des Halters die Autoreparatur. Entscheidet sich der Fahrzeughalter gegen die Reparatur, erhält er von seiner Versicherung die Summe, die von einem Kfz-Gutachter geschätzt wird. In einigen Fällen darf sich diese laut einem aktuellen Urteil an den Preisen einer Markenwerkstatt orientieren.

Die Erstattung einer sogenannten fiktiven Autoreparatur durch die Kaskoversicherung muss sich nicht zwingend an den Preisen einer möglichst billigen Werkstatt orientieren. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem aktuellen Urteil festgelegt, wie die Tageszeitung „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ)  berichtet.

Fiktive oder tatsächliche Autoreparatur nach selbst verschuldetem Unfall

Verschuldet ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug einen Unfall, kann er sich für oder gegen eine Autoreparatur entscheiden. Wird der Schaden tatsächlich behoben, reichen vollkaskoversicherte Halter die Reparaturrechnung üblicherweise bei ihrer Kfz-Versicherung ein. Entscheiden sich Vollkaskoversicherte für eine sogenannte fiktive Reparatur, also eine Kostenerstattung, werden die anfallenden Kosten zur Behebung des Schadens von einem Kfz-Gutachter geschätzt. Nicht immer darf sich in diesem Fall die Versicherung bei der Erstattung jedoch an den Preisen einer möglichst günstigen Werkstatt orientieren. In seinem aktuellen Urteil hat der BGH nun definiert, wann der Fahrzeughalter Anspruch auf Erstattung in Höhe der Preise einer Markenwerkstatt hat.

Wann muss die Kaskoversicherung eine Markenwerkstatt zahlen

Das BGH-Urteil legt drei Fälle fest, in denen der Fahrzeughalter von seiner Kaskoversicherung die Erstattung der Reparaturkosten gemäß dem Preisniveau einer Markenwerkstatt fordern darf. Demzufolge ist dies unter anderem legitim, wenn es sich ein „neueres Fahrzeug“ handelt, oder wenn nur eine Markenwerkstatt in der Lage ist den Schaden zu beheben. Auch wenn der Wagen scheckheftgepflegt ist, er also bisher ausschließlich durch eine Markenwerkstatt gewartet wurde, muss laut Urteil die Versicherung eine Summe erstatten, die sich an den Preisen einer Markenwerkstatt orientiert.

Die Richter des BGH hatten in einem konkreten Fall ein Urteil des Landgerichts Berlin überprüft: Es hatte im Jahr 2014 der Kaskoversicherung eines Mercedes-Halters recht gegeben. Dieser hatte zuvor geklagt, weil die Versicherung sich weigerte die fiktive Reparatur des Wagens in Höhe der Preise einer Mercedes-Fachwerkstatt zu erstatten. Aufgrund des aktuellen BGH-Urteils muss das Landgericht Berlin den vorliegenden Fall nun erneut prüfen und klären, ob der Halter doch Anspruch auf eine höhere Erstattung hat. 

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