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BGH: Schadenersatz wegen Falschberatung verjährt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.06.2015

Tausende Anleger, die wegen Falschberatung durch den umstrittenen Finanzvertrieb AWD Schadensersatz forderten, müssen eine bittere Niederlage hinnehmen. Der Bundesgerichtshof erklärte ihre Anträge für ungültig. Damit sind Ihre Ansprüche auf Schadenersatz verjährt.

Vier Ehepaare hatten Musteranträge gegen die Verjährung ihrer Schadensersatzforderung eingereicht. Der Grund: Sie seien von Carsten Maschmeyers Finanzdienstleister AWD in den Jahren 1999 und 2001 falsch beraten worden. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, entschied das oberste deutsche Zivilgericht nun, dass diese Anträge ungültig waren und die Forderungen der Anleger somit verjährt seien. Sie hätten keinen Anspruch mehr auf Schadensersatz gegenüber dem AWD-Nachfolger Swiss Life Select.

BGH: Anträge auf Verlängerung der Verjährungsfrist ungültig

Die Musteranträge seien zu unpräzise, begründeten die Karlsruher Richter ihr Urteil. In einem gültigen Antrag müsste zumindest Folgendes genannt werden:

  • die konkrete Kapitalanlage
  • die Zeichnungssumme
  • der Zeitraum und der grobe Hergang der vermeintlichen Falschberatung sowie
  • das Ziel des Rechtsstreits.

In den Musteranträgen der Betroffenen hätten jedoch Angaben zur konkreten Kapitalanlage, zum Beratungszeitraum und zum Verfahrensziel gefehlt. Das Urteil hat Konsequenzen für Tausende andere Kläger, deren Ansprüche gegen den Finanzdienstleister nun ebenfalls als verjährt gelten dürften.

Was dem früheren AWD vorgeworfen wird

Der von Carsten Maschmeyer gegründete Allgemeine Wirtschaftsdienst, kurz: AWD, geriet vor einigen Jahren wegen umstrittener Geschäftspraktiken in Verruf. Als einer der größten Finanzvertriebe Europas vermittelte er vor allem Produkte aus den Bereichen Geldanlage und Altersvorsorge an Privatanleger. Im Jahr 2009 schlossen sich 6.500 Privatinvestoren für eine Sammelklage zusammen. Sie alle hatten Ende der 1990er Jahre teilweise ihr gesamtes Vermögen in abgestürzte Immobilienfonds investiert und warfen dem AWD Falschberatung vor. Die Wertpapiere seien als wertverlustsichere Fonds angepriesen worden, so der Vorwurf der Kläger, deren Ansprüche nun verjährt sind.

2007 übernahm der Schweizer Versicherungskonzern Swiss Life die Aktienmehrheit von der Familie Maschmeyer. Für die Frage, ob sich der frühere AWD der Falschberatung schuldig gemacht hat, ist das aktuelle Urteil des BGH nicht von Belang. 

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