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Bilanz für das Lebensversicherungs-Reformgesetz

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.05.2015

Vor knapp einem Jahr hat die Regierung Renten- und Lebensversicherungen stärker reguliert und den Garantiezins reduziert. Das Ziel dieser Regelungen bestand darin, den Versicherern im Zinstief unter die Arme zu greifen. Jetzt wurde eine erste Bilanz gezogen. Dabei wurde auch die neue Effektivkostenquote untersucht, die Provisionen transparenter machen sollte.

Im Sommer 2014 führte die Bundesregierung umfangreiche neue Regelungen für die Lebensversicherer ein, die seit Januar dieses Jahres umgesetzt werden. Das Berliner Institut für Transparenz (ITA) hat im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) untersucht, ob die Reform wirkt und welche Auswirkung der reduzierte Garantiezins und die transparenteren Provisionen auf die beliebte Anlageform der Kapitallebensversicherung haben.

Niedriger Garantiezins wirkt sich weniger aus als erwartet

In der Studie verglich das ITA klassische private Rentenversicherungen aus 2014 und 2015 wie zum Beispiel die Kapitallebensversicherung und Riester-Renten. Wie erwartet, hat der reduzierte Garantiezins dazu geführt, dass die garantierten Leistungen bei den privaten Vorsorgeprodukten gesunken sind. Allerdings wurde bei den Untersuchungen auch festgestellt, dass die Leistungen weniger stark gesunken sind als der Garantiezins. Der Grund: Viele Versicherer haben die Gesamtkosten reduziert, um den mageren Zinsen entgegenzuwirken. Im Durchschnitt seien die Effektivkosten bei privaten Rentenversicherungen um 0,8 Prozent und bei Riester-Renten sogar um 4,9 Prozent gesunken. „Es ist ein erfreuliches Zeichen, dass die Effektivkosten leicht gesunken sind. Der Markt bewegt sich langsam in die richtige Richtung“, resümiert Dr. Mark Ortmann, Geschäftsführer des ITA und Autor der Studie.

Provisionen und Kosten wenig transparenter

Allerdings üben die Autoren auch Kritik. So habe sich die Vergleichbarkeit bei den Vorsorgeprodukten nicht verbessert. Zwar müssen seit Anfang des Jahres die Effektivkosten von Finanzprodukten angegeben werden, doch wie diese genau ermittelt werden, wurde nicht eindeutig geregelt. So werden Provisionen und Kosten für Anleger teilweise verwirrend verbucht. Teile der Provisionen würden zum Beispiel nicht mehr als Abschlussprovision, sondern als „laufende Kosten“ verbucht. „Die Branche und der Gesetzgeber haben die Chance vertan, die Effektivkosten zu definieren und so für einen einheitlichen Standard zu sorgen“, fasst Ortmann zusammen.

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