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Energiewende: Mehr Transparenz beim Netzausbau

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.06.2015

Verbraucherschützer und der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) fordern die Bundesregierung auf, die Energiewende effizienter voranzutreiben und Kosten für Verbraucher transparenter werden zu lassen. Verteilnetzbetreiber sollen sich regional zusammenschließen, um die Energiewende nicht unnötig zu erschweren und zu verteuern.

Der für die Energiewende dringend erforderliche Netzausbau soll effizienter und transparenter werden. Wie der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) mitteilt, hat er daher gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) das Bundeswirtschaftsministerium, die Ministerpräsidenten der Länder und die Abgeordneten des Bundestags in einem offenen Brief aufgefordert, die Weiterentwicklung der Verteilnetze „effizient und punktgenau anzureizen und unnötige Belastungen für Verbraucher zu vermeiden“.

Verteilnetzbetreiber sollen Zusammensetzung der Netzentgelte offenlegen

Zudem müsse die Transparenz bei der Netzregulierung deutlich erhöht werden. Stromkunden müssen derzeit hohe Netzentgelte auf Ihrer Stromrechnung hinnehmen. Darüber, wie sich diese Gebühren für den Betrieb der Stromnetze zusammensetzen, werden Verbraucher von den Stromanbietern jedoch weitestgehend im Dunkeln gelassen. Die beiden Verbände fordern daher, eine genauere Kostenaufschlüsselung der Verteilnetzbetreiber. „Es ist nicht verständlich, warum viele Verteilnetzbetreiber Betriebs- und Geschäftszahlen unter Verschluss halten, obwohl sie als Monopolisten keine Konkurrenz fürchten müssen“, heißt es in dem Brief von bne und vzbv. Die Bundesregierung müsse hier dringend handeln und für mehr Transparenz sorgen, erklärt Ingmar Streese, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv.

Zersplitterte Netzstruktur verteuert Energiewende

Die beiden Verbände sehen in der zersplitterten Netzstruktur in der Bundesrepublik ein erhebliches Hemmnis und zugleich einen unnötigen Kostenfaktor für die Energiewende. Allein beim Strom gibt es 900 Verteilnetzbetreiber. „Das Management der Energiewende wird so deutlich erschwert und unnötig verteuert“, so bne-Geschäftsführer Robert Busch. Bne und vzbv schlagen daher vor, die Verteilnetzbetreiber in regionale Einheiten mit gemeinsamer Betriebsführung zusammenzuschließen, wobei die Eigentumsrechte an den Netzen unberührt bleiben sollen. Diese Maßnahme würde ein effizienteres Vorantreiben der Energiewende ermöglichen.

Effizienterer Netzausbau durch Anreizregulierungs-Novelle

Derzeit werden derartige Netzzusammenschlüsse auch durch die Regelungen der Anreizregulierungsverordnung verhindert. Eine Novelle des Gesetzes, nach der solche Zusammenschlüsse vereinfacht würden, befindet sich derzeit in Abstimmung. Die Anreizregulierung legt unter anderem den Investitionsrahmen für den Netzausbau und Obergrenzen für Strom- und Gasentgelte und –erlöse fest. Die geplante Novelle sieht vor, dass die Netzbetreiber zukünftig bestimmte Effizienzvorgaben beim Netzausbau erfüllen müssen. 

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