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Bruttolohn: Frauen verdienen immer noch weniger

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.03.2016

Seit Langem zeigen es Statistiken immer wieder: Der durchschnittliche Bruttolohn von Frauen liegt in Deutschland unter dem von Männern. Zwar hat die Erwerbstätigkeit von Frauen hierzulande in den letzten Jahren zugenommen. Dennoch fallen ihre Einkommen im Schnitt immer noch deutlich niedriger aus, wie ein Bericht der Bundesregierung nun zeigt.

Der Bruttolohn von Frauen ist in der Bundesrepublik um durchschnittlich 21,6 Prozent niedriger als der von Männern – das berichten laut der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) die Zeitungen der Funke-Mediengruppe und berufen sich dabei auf eine Anfrage der Linken-Fraktion und die entsprechende Antwort der Bundesregierung. Die Zahlen beziehen sich hierbei auf das Jahr 2014.

Unterschiedliche Arbeitsumstände als Erklärung für Differenzen im Bruttolohn

Demnach gelten die unterschiedlichen Arbeitsumstände von Männern und Frauen als ein Grund für die Differenzen im Bruttolohn. So arbeiteten Frauen seltener in gut bezahlten Führungspositionen, gingen dafür häufiger einer Erwerbstätigkeit im Dienstleistungsbereich nach und waren häufiger in Teilzeit beschäftigt als Männer. Doch selbst, wenn in der Statistik die Faktoren wie Teilzeitbeschäftigung, Hierarchie oder Branche abgezogen würden, läge die Differenz laut dem Bericht der Bundesregierung immer noch bei sieben Prozent.

Auch im europäischen Vergleich schneidet Deutschland bei der Lohnlücke zwischen den Geschlechtern schlecht ab. Die durchschnittlichen Bruttolöhne von Männern und Frauen klaffen in der Bundesrepublik so stark auseinander wie in kaum einem anderen europäischen Land. So weisen lediglich Estland mit 28,3 Prozent und Österreich mit 22,9 Prozent einen noch größeren Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen auf. Die geringsten Differenzen gibt es hingegen in Slowenien mit 2,9 Prozent, Malta mit 4,5 Prozent und Italien mit 6,5 Prozent auf, wie die „Augsburger Allgemeine“ berichtet.

Trotz steigender Erwerbstätigkeit niedrigere Rente für Frauen

Die Erwerbstätigkeit von Frauen in Deutschland hat laut der „Augsburger Allgemeinen“ in den letzten Jahren zugenommen: Ihre Zahl stieg von 2005 bis 2014 um 2,2 Millionen auf 18,6 Millionen erwerbstätiger Frauen. So haben zwar deutlich mehr Frauen ein eigenes Gehalt auf dem Girokonto. Doch aufgrund des häufig geringeren Bruttolohns erwartet Frauen trotz dieser Entwicklung nach wie vor eine niedrigere Rente und ein größeres Armutsrisiko im Alter. So betrugen die Zugangsrenten im Jahr 2014 bei Männern 975 Euro, bei Frauen hingegen lediglich 533 Euro.

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