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Bundesnetzagentur: Stromsperre für 350.000 Kunden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.11.2015

Im vergangenen Jahr wurde so vielen Haushalten in Deutschland vorübergehend der Strom abgeklemmt, wie noch nie zuvor. Dies zeigen aktuelle Zahlen der Bundesnetzagentur. Hauptgrund für die Stromsperre war in den meisten Fällen eine unbezahlte Stromrechnung. Die steigenden Strompreise bringen offenbar viele Verbraucher in Zahlungsschwierigkeiten.

Im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der Haushalte, denen wegen offener Rechnungen zeitweise der Strom abgeklemmt wurde, einen neuen Höchststand. Wie „Spiegel Online“ in Bezugnahme auf Zahlen der Bundesnetzagentur berichtet, waren 2014 fast 352.000 Haushalte zeitweise von der Stromversorgung ausgeschlossen.

Bundesnetzagentur: 6,3 Millionen angedrohte Stromsperren

2013 lag die Zahl der Stromsperren noch bei 344.798, 2012 waren rund 320.000 Haushalte betroffen. Hauptgrund für den erneuten Anstieg der Stromsperren sind die stark gestiegenen Strompreise. Diese haben sich für private Haushalte seit 2002 nahezu verdoppelt. Hintergrund sind vor allem die Kosten der Energiewende, die in Form der stetig angestiegenen EEG-Umlage zu einem großen Teil von privaten Stromkunden getragen werden. Zum anderen haben zahlreiche Stromversorger „Spiegel Online“ zufolge sinkende Kosten nicht an Verbraucher weitergegeben. Insgesamt hatten erheblich mehr Stromkunden Probleme, ihre Energie-Rechnung zu begleichen als die knapp 352.000 Haushalte, denen die Stromversorgung gekappt wurde. Aus den Zahlen der Bundesnetzagentur geht hervor, dass Energieversorger Stromkunden insgesamt 6,3 Millionen Mal mit einer Stromsperre drohten.

Weiterer Anstieg der Stromsperren wahrscheinlich

Mehrere Stromversorger haben bereits mitgeteilt, ihre Preise für Privathaushalte 2016 erneut zu erhöhen. Da die Mitteilungsfrist für geplante Preisänderungen noch bis zum 20. November läuft, dürften in den nächsten Tagen weitere Energieversorger nachziehen. Im Durchschnitt liegen die bislang bekannten Preiserhöhungen bei rund drei Prozent, berichtet „Spiegel Online“. Angesichts dieser Preisentwicklung beim Strom kann davon ausgegangen werden, dass die Zahl der von einer Stromsperre betroffenen Haushalte zukünftig weiter steigen wird. Eine Stromsperre kann von Energieversorgern angedroht werden, wenn Verbraucher trotz Mahnverfahren mit mehr als 100 Euro bei ihrer Stromrechnung in Verzug sind. Weitere Gründe für eine Stromsperre sind die Missachtung von Sicherheitsvorschriften und die Entnahme von Strom am Zähler vorbei.

Politik angesichts der Zahl der Stromsperren besorgt

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer, der gleichzeitig politischer Koordinator des Arbeitskreises Umwelt und Energie der Bundestagsfraktion ist, zeigte sich angesichts der Zahlen der Bundesnetzagentur besorgt: „Verbraucher, denen Strom- und Gassperren drohen, brauchen spezielle Beratungs- und Unterstützungsangebote“, sagte er „Spiegel Online“. „Dass eine Regierung unter Beteiligung von Sozialdemokraten bis heute nichts zu diesem Problem unternommen hat, ist ein Armutszeugnis.“ Die Zahl der Versorgungssperren bei Gas ist laut Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in den vergangenen vier Jahren um fast 40 Prozent auf 46.500 Fälle 2014 gestiegen.

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